Verletzter Prinz Frederik

18. Februar 2020 19:34; Akt: 18.02.2020 21:55 Print

«Das Land braucht keinen kaputten Kronprinzen»

Prinz Frederik von Dänemark hat sich bei einem Skiunfall in Verbier VS verletzt. Das abenteuerliche Verhalten des Royals bereitet in seiner Heimat Sorge.

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Prinz Frederik hat sich Mitte Februar 2020 beim Skifahren in Verbier VS eine Schulterverletzung zugezogen. Er musste deswegen nach Kopenhagen geflogen und operiert werden, heisst es in einer Stellungnahme des Palastes. Die Verletzung habe keinerlei Auswirkung auf das Programm des Kronprinzen, heisst es weiter. Der Kronzprinz macht keinen Hehl aus seiner Sportbegeisterung. In seiner Heimat bereitet aber dieses Verhalten Sorge. In der Vergangenheit hat sich Frederik bei Freizeit-Aktivitäten mehrmals verletzt. «Der Kronprinz sollte vorsichtiger mit sich umgehen. (...) Das Land braucht keinen kaputten Kronprinzen». meint ein Royal-Experte dazu. Die dänische Königsfamilie weilt seit Anfang Januar 2020 in der Schweiz. Von links nach rechts: Prinzessin Josephine, Kronprinzessin Mary, Prinzessin Isabella, Prinz Christian, Prinz Vincent und Kronprinz Frederik. (Bild vom 6. Januar 2020) Im Schnee von Verbier stapften Prinz Christian (14), Prinzessin Isabella (12) und die Zwillinge Josephine und Vincent (beide 8) am Montag gemeinsam mit ihren Eltern zu ihrem ersten Tag an der internationalen Schule, wie ein Video des dänischen Rundfunks zeigte. Die Kinder besuchen die Lemania-Verbier International School. Prinz Christian freut sich ganz besonders darauf, ein neues Land und Menschen aus verschiedenen Staaten kennenzulernen – «und selbstverständlich auch, ein wenig mehr auf Skiern zu stehen», wie er sagte. Schwester Isabella geht davon aus, dass sich ihre Englisch- und Französisch-Kenntnisse und auch die ihres Bruders in den kommenden zwölf Wochen deutlich verbessern werden. : In der Primarschule müssen die Kinder am Montag von 9.10 bis 15.30 Uhr, Dienstag bis Freitag von 8.30 bis 15.30 Uhr die Schulbank drücken. Anschliessend finden bis 16.30 Uhr ausserschulische Aktivitäten statt. In der Sekundarschule lernen die Schüler am Montag von 9.10 bis 16.30 Uhr, von Dienstag bis Freitag von 8.30 bis 16.30 Uhr. : Der Schwerpunkt der Schulphilosophie liegt auf kritischem Denken, Kreativität und Leistung. Das bilinguale Internat will den Schülern laut Webseite «Gemeinschaft» vermitteln, die «Möglichkeit geben, ihr intellektuelles Potenzial zu entfalten» und jeden Einzelnen darin bestärken, «eine starke Führungspersönlichkeit zu entwickeln». Gleichzeitig möchten man die Schüler dazu ermutigen, an zahlreichen künstlerischen, sportlichen und kulturellen Aktivitäten der Schule teilzunehmen. : Neben einem klassischen Lehrplan mit den Fächern Mathematik, Englisch, Naturwissenschaften, Geografie, Französisch, Geschichte, Musik und Kunst wartet auf Christian (13), Isabella (12), Vincent und Josephine (beide 8) auch ein umfangreiches Sportprogramm. : Das Internat ist ein geräumiges, vierstöckiges Chalet mit mehreren Klassenzimmern, einem wissenschaftlichen Labor, einem Computerraum, einer Bibliothek und einem Musikraum. Im Innenhof gibt es laut Website der Schule einen «atemberaubenden Blick auf das Bergmassiv Combins». Die Schüler im Alter von 3 bis 14 Jahren werden in kleinen Klassen in Englisch und Französisch unterrichtet. Das Frühjahrs-Semester beginnt am 6. Januar, für neue Schüler bereits um 8.20 Uhr. : Allein die Einschreibegebühr in die Luxusschule kostet 2000 Franken. Wie viel die Royals für den zwölfwöchigen Schulaufenthalt ihrer Kinder zahlen, ist nicht bekannt. Wirft man einen Blick auf die Schulgebühr für das Jahr 2019/2020 dürfte der Aufenthalt aber nicht ganz günstig sein: Ein Jahr kostet in der Primarschule 27'000 Franken pro Person. Für drei Monate und vier Kinder müsste die Königsfamilie somit 15'430 Franken zahlen.

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Sportlich, aktiv und abenteuerfreudig – der dänische Kronzprinz Frederik macht keinen Hehl aus seiner Sportbegeisterung. In seiner Heimat sorgt dieses Verhalten jedoch für Kritik. Nachdem Prinz Frederik sich vor wenigen Tagen bei einem Skiunfall in Verbier VS verletzte, fordert ihn Royal-Experte Søren Jakobsen nun auf, es etwas ruhiger anzugehen.

Jakobsen hat guten Grund dafür: Der 51-jährige Prinz hat sich in den letzten Jahren sehr oft verletzt. Erst im vergangenen Winter verletzte er sich – ebenfalls bei einem Skiunfall – am Kreuzband. Im Jahr zuvor musste Frederik nach einem Treppensturz an der Bandscheibe operiert werden. Und zuvor brach sich der Prinz bei Sportaktivitäten einen Halswirbel und das Wadenbein.

Ein Prinz mit Pfeffer im Hintern

«Der Kronprinz sollte vorsichtiger mit sich umgehen. Immerhin ist er ein 51 Jahre alter Mann», sagt Søren Jakobsen zur dänischen Zeitung «BT». Die jüngste Verletzung in Verbier sei «glücklicherweise nicht schlimm und er wird seine royalen Pflichten weiterhin wahrnehmen können», meint der Experte. Dennoch musste der Kronprinz seine Familienferien in der Schweiz unterbrechen, um nach Kopenhagen gebracht zu werden, wo er schliesslich an der linken Schulter operiert wurde.

«Er darf nicht vergessen, dass das Land keinen kaputten Kronprinzen gebrauchen kann, wenn es an der Zeit ist, für seine Mutter zu übernehmen», sagt Jakobsen. Der Experte rechnet damit, dass Kronzprinz Frederik im Alter von etwa 60 Jahren – wenn seine Mutter nicht vorher stirbt – die Aufgabe von Königin von Margrethe II. beerben wird. «Also kann er bis dahin nicht die ganze Zeit repariert werden», ärgert sich Jakobsen.

Die dänische Königin wird ihren Sohn wohl nicht zwingen können, seine Freizeit-Aktivitäten zu reduzieren, meint der Experte weiter. «Diese Haltung muss wohl von Frederik selber kommen. Hin und wieder wird ihn aber die Lust nach Abenteuer packen», glaubt Jakobsen. «Es ist Teil seines Charakters, er hat Pfeffer im Hintern. Aber in diesem Fall gibt es keinen Raum für ihn, selbst eine Entscheidung zu treffen. Er hat eine Verantwortung für die Nachfolge.»

(kle)