Razzia bei Sheen

11. März 2011 09:03; Akt: 11.03.2011 14:44 Print

«Die Polizei darf jederzeit den Hexer beschützen!»

Die Polizei hat eine Razzia auf dem Anwesen von Charlie Sheen in Los Angeles durchgeführt. Gemäss Behördenangaben wurden Waffen gesucht.

Bildstrecke im Grossformat »
«Ich glaube nicht, dass wenn ich etwas unternehme, ich den normalen Weg einschlagen muss. Denn dieser wurde für normale Leute gemacht. Leute, die nicht speziell sind und kein Tigerblut oder Adonis-DNA besitzen.» «Ich bin bi-gewinnend! Ich gewinne hier und ich gewinne da. Und nun? Wenn ich bipolar wäre, gäbe es dann nicht solche Momente, in denen ich in einer Ecke zusammenbrechen müsste, so im Stil: 'Oh mein Gott! Meine Mutti ist an allem schuld!' Halts Maul! Stopp! Geh weiter!» «Die versuchen meine Familie zu zerstören. Und daran nehme ich grossen Anstoss. Niederlage ist keine Option. Die haben sich einen Streit mit einem Hexenmeister eingehandelt.» : «Ich habe es satt, so zu tun, als sei ich nicht speziell. Ich habe es satt, so zu tun, als wäre ich kein arschcooler Rockstar vom Mars. Leute können mich nicht einschätzen – das erwarte ich von ihnen gar nicht. Ihr könnt mich mit einem normalen Hirn gar nicht verarbeiten!» : «Tut mir leid, Mann. Ich habe die Magie. Ich habe Dichtung in meinen Fingerspitzen. Die meiste Zeit – sogar wenn ich ein Nickerchen mache – bin ich eine F-18. Und ich werde dich in der Luft zerstören. Ich werde meine Ordonnanz am Boden verteilen!» «Ich bin total auf Droge, und die heisst Charlie Sheen. Sie ist nicht auf dem Markt erhältlich, denn wenn du sie auch nur ein Mal probierst, stirbst du. Dein Gesicht wird abschmelzen und deine Kinder werden über deiner explodierten Leiche weinen.» «Ich feuere ein Mal zurück und diese verseuchte, kleine Made hält meine Kraft nicht aus und kann mit der Wahrheit nicht umgehen. Ich wünsch ihm nichts als Schmerz für seine albernen Reisen – insbesonders wenn diese in den Bereich meines Oktagons führen sollten. Ich habe diesen Regenwurm mit meinen Worten eindeutig besiegt – man stelle sich vor, was ich mit meinen feuerspuckenden Fäusten angestellt hätte!» «Super. Ich wollte mich eh mindestens 100 Parsecs von ihr entfernt aufhalten.» (Ein Parsec ist eine in der Astronomie gebräuchliche Längenmasseinheit und entspricht 30,856776, 1015 m) «Lasst mich Folgendes über meine Göttinnen sagen: Ich finde den Begriff ungenügend, doch wenn man durch irdische Beschreibungen gebunden ist, muss man sich für die nächstbeste Bezeichnung entscheiden. […] Was wir haben, ist eine Ehe der Herzen. Und diese Einheit mit einem schändlichen Vertrag zu besudeln, beschmutzen oder radikal geringzuschätzen, ist etwas, dass ich den Amateuren und den Bibelgrapschern überlasse.» «Nein, wird nicht passieren. Punkt. Ende. Ich blinzelte und ich heilte mein Hirn. 'Kann nicht' ist der Krebs von 'passiert'.» Inzwischen sind Charlie Sheens Kommentare etlichen Cartoons Pate gestanden ... ... selbst eine koreanische CGI-Version seiner Aussagen (analog zu der legendären Lindsay-Lohan-Berichterstattung) gibt es bereits.

Tigerblut, Adonis-DNA ... und nun Schusswaffen? Bei Charlie Sheen geht es zur Zeit hoch zu und her.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Noch mehr Ärger: Neben seinem Stress mit seinen Ex-Bossen muss sich Charlie Sheen (45) nun noch mit der Polizei auseinandersetzen. Das Los Angeles Police Department durchsuchte am Abend des 10. März sein Haus nach Schusswaffen.

Der Auslöser für die Durchsuchung waren Berichte, nach denen Sheen gegen die richterliche Verfügung verstosse, gemäss der er sich seiner Noch-Frau Brooke Mueller nicht nähern dürfe. Teil der Verfügung ist, dass der Star keine Waffen besitzen darf. Die betreffende einstweilige Verfügung wurde verhängt, nachdem Sheen wegen häuslicher Gewalt gegenüber seiner Frau Brooke Mueller angeklagt worden war.

«Mein Anwalt nimmt die Patronen aus meiner Waffe.»

«Das LAPD wurde darauf hingewiesen, dass Herr Sheen ein registrierter Besitzer von Schusswaffen ist. Die Durchsuchung findet statt, um sicherzustellen, dass er damit nicht die Auflagen dieser einstweiligen Verfügung verletzt», erklärte die Polizei in einer Stellungnahme.

Den Hinweis könnte Sheen höchstpersönlich gegeben haben. In einem Interview mit dem Magazin «Life & Style» zeigte sich Sheen jüngst erstaunlich einsichtig. Der Grund für diese Einsicht sei die Angst, das Sorgerecht für seine Zwillinge zu verlieren. «Ich versuche jetzt wirklich, mich im Zaum zu halten.» Zu dem Polizeieinsatz könnte dieser Satz geführt haben: «Mein Anwalt will in mein Haus kommen und die Patronen aus meiner Waffe nehmen.»

Lob vom Hexer

Der strauchelnde Star soll auf seiner Terrasse zu Abend gegessen haben, als die Beamten anrückten. Zwar wurden eine antike Waffe und Patronen gefunden, Sheen jedoch nicht festgenommen. Auf Twitter äusserte er sich später zu dem Vorfall: «#fastball; the LAPD were AWESOME. Absolute pros! they can protect and serve this Warlock anytime!!!» («Das LAPD war grossartig. Absolute Profis! Sie können diesen Hexer jederzeit beschützen!»).

In der Zwischenzeit haben Charlie Sheen und Brooke Mueller tatsächlich eine Sorgerechtsvereinbarung für ihre Zwillingsjungs getroffen, die in diesem Monat zwei Jahre alt werden. Nachdem sie die gerichtliche Verfügung beantragt hatte, waren Bob und Max aus Sheens Haus geholt worden. Nun aber soll der Party-Papa Besuchsrechte erhalten - das Paar möchte versuchen, sich aussergerichtlich zu einigen.

Einigung mit Ehefrau, Streit mit «Gorilla»

«Brooke und Charlie haben eine Vereinbarung getroffen, die ihre Differenzen beilegt», verlasen ihre Anwälte. «Im Sinne ihrer Kinder werden die Details dieser Vereinbarung nicht publik gemacht. Sie bitten die Öffentlichkeit in dieser Angelegenheit darum, ihre Privatsphäre zu schützen.»

Mit seinen Ex-Bossen von «Two and a Half Men» scheint sich Charlie Sheen derweil aber keineswegs gütlich einigen zu können. Aufgrund des elf Seiten starken Briefs, den die Studiobosse an seinen Anwalt schickten, um ihre Gründe für Sheens Entlassung darzulegen, verklagt der vierfache Vater sie nun auf umgerechnet über 93 Millionen Franken und erklärte, Produzent Chuck Lorre habe ihn schon seit langem aus der Sendung haben wollen.

«Lorre ist der sprichwörtliche 800-Pfund-Gorilla», heisst es in dem Dokument, «sein übersteigertes Ego, seine Faulheit und seine Feindseligkeit gegenüber Herrn Sheen und dessen Lebensstil führt zu einer direkten Beeinträchtigung von Herrn Sheens Rechten.» Ob Charlie Sheen mit seiner Klage Erfolg haben wird, muss sich noch zeigen.

(obi/Cover Media)