Cora ist tot

24. Januar 2011 15:01; Akt: 24.01.2011 15:08 Print

«Die Risiken bei Brust-OPs sind gering»

von Annette Hirschberg - Ihre Brust sollte noch grösser werden. Jetzt ist Cora tot. Der plastische Chirurg Sascha Dunst erklärt, wieso das nichts mit den riesigen Implantaten zu tun hat.

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20 Minuten Online: Erotik-Sternchen Cora ist nach ihrer sechsten Brust-OP verstorben. Ist es gefährlich, sich die Brüste operieren zu lassen?
Sascha Dunst: Das Herz von Cora blieb unmittelbar nach Beginn der Operation stehen. Das deutete eher auf eine Komplikation bei der Narkose als auf eine Komplikation während der eigentlichen Brust-OP hin. Aber das ist reine Spekulation. Die junge Frau könnte auch ein medizinisches Problem gehabt haben.

Ist Herzstillstand keine Komplikation, die bei einer Brust-OP entstehen kann?
Grundsätzlich bergen Operationen unter Vollnarkose immer eine gewisse Gefahr. Herzstillstand ist aber keine Komplikation, die in direktem Zusammenhang mit der Brustoperation steht. In der Regel sind da die Risiken eher gering. Es kann in Einzelfällen zu Wundheilungsstörungen, Durchblutungsstörungen oder verhärtetem Narbengewebe kommen.

Ist der Tod von Cora schlecht fürs Image von Brust-Implantaten?
Das kann man sagen. Es war die sechste Operation. Es ging um sehr grosse Implantate. Von einer Körbchengrösse F auf ein G. Eine Operation, die aus medizinischer Sicht also nicht notwendig war. Da wiegt so etwas besonders schwer. Da entsteht sofort das Image, dass man Menschen mit solchen Operationen nicht hilft, sondern sie dabei umbringt.

Aber Brust-Operationen sind doch meist medizinisch nicht wirklich notwendig.
Und doch leiden viele Frauen sehr unter Brüsten, die nicht schön sind. Diesen Frauen, und das ist die grosse Mehrheit, kann mit einer Operation sehr geholfen werden.

Ein Arzt hat sich geweigert Coras Brust weiter zu vergrössern. Hätte der operierende Arzt sich auch gegen eine solche Brust-OP stellen sollen?
Es steht mir nicht an, den Kollegen zu kritisieren. Fakt ist aber, dass genau diese extremen Vergrösserungen schlechte Werbung für die Brust-Operation sind. Hinzu kommt, dass die Alsterklinik in Hamburg extra mit Erfahrung mit grossen Brüsten wirbt. Da setze ich schon ein Fragezeichen. Denn sehr grosse Brüste bekommt man in der Regel nur mit mehreren Operationen, weil das Gewebe langsam ausgedehnt werden muss. Da stellt sich immer die Frage: Ist es notwendig, sinnvoll und vertretbar, noch eine Operation zu machen.