Angelina Jolie

06. August 2019 14:12; Akt: 06.08.2019 14:42 Print

«Die Welt braucht mehr böse Frauen»

In einem Essay für das Modemagazin «Elle» macht sich die Schauspielerin für Selbstbestimmung stark. Und verrät, welchen Ratschlag sie ihren Töchtern gibt.

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Bald ist Angelina Jolie wieder in ihrer Rolle als böse Hexe im Disney-Film «Maleficent: Mistress of Evil» zu sehen. Im echten Leben setzt sich die Schauspielerin aber schon sehr lange und vielseitig für das Gute ein. Seit knapp zwei Jahrzehnten steht sie für die Anliegen von Flüchtlingen ein. Bei den Dreharbeiten zu «Lara Croft: Tomb Raider» kam sie im zu einem grossen Teil verminten Kambodscha erstmals persönlich mit konkreten humanitären Problemen in Kontakt. Seitdem reist Jolie jährlich in wie Sierra Leone, Tansania und Pakistan. 2001 wurde sie im Genfer Hauptquartier zur ernannt und konzentriert sich dabei vor allem auf Flüchtlinge. 2005 war sie an der Gründung einer nationalen Organisation beteiligt, die minderjährige Asylwerber, die ohne Eltern oder Verwandte in die USA einreisen, kostenlos vor Gericht vertritt. Jolie finanzierte die Einrichtung mit einer Spende von 500'000 Franken. Ein Jahr später gründete sie mit ihrem Ex-Mann Brad Pitt die . Für die Gründung tätigte die Stiftung zwei Spenden von jeweils einer Million Franken an Global Action for Children und Ärzte ohne Grenzen. Um den Fortbestand der des Roten Kreuzes in Bosnien-Herzegowina und Serbien ein. Nach über zehn Jahren als UNHCR-Sonderbotschafterin wurde Angelina Jolie im April 2012 zur des UN-Flüchtlingskommissars António Guterres ernannt. Im Juni 2019 besuchte sie in Peru eine Herberge für aus Venezuela. «Ich will, dass die Leute wissen, dass ihr Venezuela nicht verlassen habt, weil ihr eine bessere Arbeit wollt», sagte sie zum Auftakt ihres Besuchs. «Die Lage ist viel ernster.» Wie die Schauspielerin 2018 in einem Interview mit der «Elle» verriet, wünscht sie sich, dass engagieren: «Kämpft für andere, damit sie dieselben Freiheiten haben. Ein Leben im Dienst der anderen ist lebenswert», sage sie ihnen.

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Im Oktober wird Angelina Jolie wieder als böse Hexe aus «Maleficent: Mistress of Evil» im Kino zu sehen sein. «Hätte ich in früheren Zeiten gelebt, hätte ich viele Male auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden können», meint die 44-Jährige nun in ihrem Essay für die «Elle».

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Der Grund: Wie die Schauspielerin schreibt, konnten Frauen früher der Hexerei beschuldigt werden, weil sie ein unabhängiges Sexualleben führten, ihre Meinung äusserten oder weil sie sich anders kleideten – da hätte sie selbst längst auch als Hexe gegolten, «weil ich einfach ich selbst bin», so die Schauspielerin.

Was sie ihren Töchtern rät

«Ich sage ihnen oft, dass das Wichtigste, was sie tun können, ist, ihren Verstand zu entwickeln», so Jolie über ihre Töchter Zahara (14), Shiloh (13) und Vivienne (11).

«Es gibt nichts Attraktiveres als eine Frau mit eigenem Willen und eigener Meinung.»

Ein hübsches Kleid könne man immer anziehen, aber der Geist sei entscheidend. «Es gibt nichts Attraktiveres – man könnte sogar sagen Bezaubernderes – als eine Frau mit eigenem Willen und eigener Meinung», schreibt die Schauspielerin.

Jolie wünscht sich denn auch mehr «böse Frauen». «Seit jeher werden Frauen, die gegen das rebellieren, was von der Gesellschaft als normal angesehen wird – sogar unbeabsichtigt –, als unnatürlich, seltsam, böse und gefährlich bezeichnet.»

Was die Welt braucht

Laut Angelina Jolie sind «böse Frauen» letztlich Frauen, die sich gegen Ungerechtigkeit und Missbrauch aussprechen: «Frauen, die sich weigern, Regeln zu befolgen, von denen sie nicht glauben, dass sie am besten für ihre Familien und sich selbst sind. Frauen, die ihre Stimme und ihre Rechte nicht aufgeben werden – auch nicht, wenn sie dadurch den Tod, eine Inhaftierung oder die Ablehnung durch ihre Familie fürchten.»

Daraus schliesst sie: «Wenn das Bosheit ist, dann braucht die Welt mehr böse Frauen.»

«Nicht jeder wird zum Kämpfen geboren. Und wir haben keine magischen Kräfte.»

Dabei müsse man anerkennen, dass Frauen nicht jeden Tag kämpfen wollen: «Wir wollen in der Lage sein, weich und fürsorglich, anmutig und liebevoll zu sein – nicht jede wird zum Kämpfen geboren. Und wir haben keine magischen Kräfte.»

Gibt es eine Lösung? «Wir können uns gegenseitig unterstützen und mit den vielen grossartigen Männern zusammenarbeiten, die Frauen schätzen und respektieren», so die Schauspielerin.

Angelina Jolie engagiert sich seit Jahren gesellschaftlich, unter anderem setzt sie sich für die Belange von Flüchtlingen ein. Mehr dazu gibts in der Bildstrecke.

(afa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus am 06.08.2019 14:39 Report Diesen Beitrag melden

    ist heute schon so oder?

    Ganz ehrlich, ich glaube sogar es gibt mehr böse Frauen als böse Männer, wenn der Massstab gilt, dass man sich ohne rücksicht auf persönliche Verluste für etwas einsetzt, dass man für das Richtige hält!!

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  • Yvonne am 06.08.2019 14:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und gute Mütter braucht es

    Die sollte sich lieber mal fragen, was eine gute Mutter ausmacht anstatt nur in der Welt rumzureisen und somit den Kindern kein festes Zuhause zu bieten und diese noch gegen den Vater aufzuhetzen. Von so einer würde ich mir am allerletzten sagen lassen, wie ich zu sein habe. Eine schöne Frau, das gebe ich neidlos zu, aber mehr auch nicht.

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  • Sergio am 06.08.2019 14:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was die Welt braucht

    Sind ganz sicher keine bösen Menschen. Die bösen, oder eher Dummen, Eindimensionalen haben unsere Gesellschaft zu dem gemacht was sie ist, und die Menschheit bis kurz vor den Ruin befördert. Geld und mehr Geiz und Meins Meins Meins....das ist kein Weg in die Zukunft, sondern ein Weg direkt in die Hölle, also in die Klimakatastrophe und all den Gesellschaftlichen Schrecken, die uns erwarten, wenn dann immer noch die Bösen unsere Geschicke lenken!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Josef am 06.08.2019 20:57 Report Diesen Beitrag melden

    Vorbild?

    Mehrfache Millionärin mit einem nicht bescheidenen Lebensstil. Sechs Kinder, ökologisch gesehen kein Musterbeispiel. Scheidungskrieg mit Bratt Pitt, wo es um deutlich mehr Millionen geht, als sie gespendet hat. Sollen die Menschen so sein?

  • Öbber am 06.08.2019 18:45 Report Diesen Beitrag melden

    Botox

    Frauen mit etwas weniger oder keinem Botox wären auch willkommen

  • Findnicht am 06.08.2019 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gab's doch früher auch schon

    Das glaube ich eher nicht. Früher gab es doch auch schon "böse" Schwiegermütter?

  • Tyrion Lennister am 06.08.2019 18:19 Report Diesen Beitrag melden

    Daenerys

    Mit hübschem Kleid und dem Geist hat sie Recht, aber nicht in jedem Fall mit dem Wille und der eigenen Meinung.

  • Flood am 06.08.2019 18:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Clinton

    Die Clinton hat ja nächstes Jahr ihre Chance