Peaches Geldofs Tod

23. Juli 2014 20:23; Akt: 23.07.2014 20:23 Print

«Eine Überdosis bei Rückfällen ist häufig»

Nach zweieinhalb Jahren Methadon soll Peaches Geldof seit vergangenem November wieder zum Heroin gegriffen haben. Eine Gerichtsmedizinerin äussert sich zum Fall.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Noch immer tauchen Informationen zum plötzlichen Tod von Peaches Geldof auf. Heroin im Wert von mehreren Hundert Pfund besonders reiner Qualität, angebrannte Löffel, Spritzen mit Resten einer bräunlichen Masse sind alles Dinge, die die Polizei im Haus der jungen Familie nach dem Tod vorfand. Ein Indiz dafür, dass die 25-Jährige den Kampf gegen das Heroin verloren hatte.

Dreieinhalb Monate nach dem Tod der zweifachen Mutter kommt eine toxikologische Untersuchung nun zu dem kaum noch überraschenden Schluss: Bob Geldofs zweitälteste Tochter starb an der selben Droge, die 14 Jahre zuvor ihre Mutter das Leben gekostet hatte.

Zweieinhalb Jahre Methadon genommen

Ein Bild der jungen Paula Yates mit ihrer kleinen Tochter, das Peaches kurz vor ihrem Tod mit den Worten «Ich und meine Mama» veröffentlicht hatte, war um die Welt gegangen. In Interviews hatte Peaches erzählt, dass sie den Tod ihrer Mutter nur schlecht verarbeitet habe.

Peaches' Ehemann Thomas Cohen, der die Mutter seiner beiden Söhne am 7. April leblos auf dem Bett des gemeinsamen Hauses entdeckte, berichtet nun vom Kampf der jungen Frau gegen das Gift. Zweieinhalb Jahre lang hatte sie die Ersatzdroge Methadon genommen, aber erst seit vergangenen November die Finger komplett vom Heroin gelassen.

Scheinbar clean

Der Musiker erzählt, wie er seiner Frau zusah, als sie das Pulver aus einem Versteck holte und es die Toilette runterspülte. Wöchentlich sei Peaches zum Drogentest gegangen. Er sei sich im Nachhinein nicht sicher, ob die negativen Ergebnisse nicht doch erlogen gewesen seien, sagt Cohen. Im Februar habe eine Nachricht auf Peaches' Handy ihm klar gemacht, dass die Sucht stärker war.

Aber warum die tödliche Dosis? Peaches liebte Astala (2), Phaedra (1) und ihren Mann innig, wie sie mit zahlreichen Bildern und Nachrichten in Sozialen Netzwerken aller Welt zeigte. Nach früheren Medienberichten über Drogen- und Partyeskapaden schien es, als habe sie sich gefangen. Niemandem fiel kurz vor ihrem Tod etwas auf.

Überdosis bei Rückfällen häufig

Es könnte eine Art Versehen gewesen sein, erklärt die Gerichtsmedizinerin Emma Harris in ihrem Bericht: «Menschen, die regelmässig Heroin nehmen, entwickeln eine Toleranz.» Sie könnten Mengen der Droge einnehmen, die für andere Menschen tödlich wären.

«Allerdings scheint die Toleranz gegenüber Heroin und anderen Opiaten schnell zu schwinden, wenn die Konsumenten die Droge aufgeben. Und es kommt häufig vor, dass Menschen sterben, die einmal tolerant waren und den Heroinkonsum wieder aufgenommen haben.»

Hat sich in der vom Schicksal gebeutelten Familie Geldof die Geschichte also wiederholt? Endete Peaches wie ihre Mutter? «Nicht ganz», findet Untersuchungsrichter Roger Hatch. Schliesslich habe sie im vergangenen November aufgehört, die Droge zu nehmen, und das sei eine bemerkenswerte Leistung. Einige Wochen vor ihrem Tod aber sei sie rückfällig geworden - «aus Gründen, die wir nie erfahren werden.»

(sda)