Streisand über Jackson

23. März 2019 18:19; Akt: 24.03.2019 08:08 Print

«Es waren halt seine sexuellen Bedürfnisse»

In einem Interview hat Barbra Streisand Michael Jackson in Schutz genommen. Sie nimmt Bezug auf die Doku «Leaving Neverland».

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Eine neue Dokumentation von Regissuer Don Reed (Mitte) sorgt in den USA gerade für schockierte Gesichter. Der vierstündige Film «Leaving Neverland», der am Freitag am Sundance Festival Premiere feierte, handelt von Michael Jacksons mutmasslichen Missbrauchsopfern Wade Robson (36, links) und James Safechuck (40). Die beiden ... ... Männer behaupten, sie seien vom Popstar in den 80er-Jahren auf seiner Neverland Ranch sexuell missbraucht worden. «Ich verstehe, dass es schwer zu glauben ist, was passiert ist. Auch wir waren Jackson-Fans», soll Safechuck während der Filmvorführung laut «Bild» gesagt haben. Vor der Premiere im Egyptian Theatre in Park City im US-Bundesstaat Utah, wo die Dokumentation gezeigt wurde, streiften Polizisten mit Hunden durch die wartenden Zuschauer. Vor dem Kino ... ... platzierten sich nämlich vereinzelt Demonstranten mit grossen Schildern. Darauf zu sehen: Ein Foto von Michael Jackson und die Aufschrift «Suche nach der Wahrheit» oder «Lügen laufen Sprints, aber die Wahrheit läuft Marathons» – ein Zitat des King of Pop. Einige Jacko-Fans verteilten sogar Flyer, um für ihren bereits verstorbenen Star einzustehen. «Beschützt Michael. Er ist nicht hier, um sich zu wehren», war auf der Vorderseite zu lesen. Wie viel Wahrheit hinter den Aussagen von Robson und Safechuck im Film wirklich steckt, ist unklar. Fest steht: Die beiden sagten 2005 im Missbrauchsprozess gegen Jackson zugunsten des Sängers aus. Erst nach dessen Tod im Jahr 2009 zogen sie ihre Aussagen zurück und forderten umgerechnet 1,6 Milliarden Franken Schmerzensgeld. Sie scheiterten aber vor Gericht.

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Seit der Erstausstrahlung der Doku «Leaving Neverland» herrscht bei Jackson-Fans grosse Verunsicherung, Schock und Enttäuschung. Doch gibt es auch jene, die den King of Pop verteidigen. Dazu gehört US-Sängerin Barbra Streisand. In einem Interview mit «The Evening Standard» hat sie mit Michael Jackson sympathisiert – trotz der heftigen Missbrauchsvorwürfe, die gegen ihn unter anderem auch in «Leaving Netherland» erhoben werden.

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«Seine sexuellen Bedürfnisse waren halt seine sexuellen Bedürfnisse und sie kommen von seiner DNA oder seiner Kindheit, was auch immer das für eine war», so Streisand. Die Sängerin sagt, sie glaube «absolut» das, was die beiden mutmasslichen Missbrauchsopfer, Wade Robson und James Safechuck, in der Doku preisgaben. Schuld hätten aber deren Eltern. Sie hätten erlaubt, dass ihre Kinder bei ihm schliefen.


«Es hat sie nicht umgebracht»

Zudem stellte sie die Auswirkungen von Jacksons Handlungen auf die beiden in Frage. «Man kann von Belästigung sprechen, aber diese Kinder.... Die waren ganz aus dem Häuschen, da zu sein.» Abschliessend zum Thema wird Streisand wie folgt zitiert: «Sie beide haben geheiratet und haben Kinder. Das Ganze hat sie also nicht umgebracht.»

Auf Twitter reagieren einige User entsetzt auf Streisands Aussagen. Unter anderem auch Leaving-Neverland-Regisseur und Produzent Dan Reed: «‹Es hat sie nicht umgebracht›. Haben Sie das tatsächlich gesagt, Barbra Streisand?!», schreibt Reed in seinem Post. Die Sängerin blieb ihm bislang eine Antwort schuldig.



(kat)