Frank Baumann

01. Februar 2011 16:23; Akt: 01.02.2011 16:29 Print

«Grüezi Deutschland»

von Philipp Dahm - Fernsehmacher Frank Baumann will die SF-Zuschauer auf eine Expedition einladen: 20 Minuten Online erklärt er seine neue Sendung und was Angela Merkel mit Porno zu tun hat.

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Auch wenn seine Reise in jenem Monat beginnt, ist es doch kein Aprilscherz: Der frühere «Ein fisch für 2»-Moderator Frank Baumann nimmt die SF-Zuschauer mit auf einen Trip gen Norden. «Grüezi Deutschland» heisst das fünfteilige Format, das ab dem 3. Juni auf SF1 und «3sat» ausgestrahlt wird und jeweils 50 Minuten dauert.

«Ich reise mehrere Wochen am Stück durch Deutschland», erklärt uns der Zürcher. «Die Idee dahinter ist ganz simpel: Jeder Zweite in der Schweiz ist ein Deutscher. Sie reden fast dieselbe Sprache Woher kommen die? Wer sind die?» Um der Sache auf den Grund zu gehen, will er sich persönlich in die Höhle des Löwen, respektive des Adlers begeben: Besuche bei der «Hessischen Messe für Bestattungskultur» und einer «Playmobil»-Fabrik stehen auf Baumanns Programm, aber auch Visiten bei den Kleinen und Grossen des Nachbarlandes.

«Was denkt Angela Merkel über Porno? Was denkt Michaela Schaffrath über Hartz IV?»

«Bei Angela Merkel können wir natürlich nicht einfach so an der Tür klingeln und sagen `Da sind wir´. Auch bei Michaela Schaffrath mussten wir einen Termin abmachen. Die freute sich darüber», sagte Baumann 20 Minuten Online mit Blick auf das Ex-Porno-Sternchen Gina Wild. «Das Spannende ist dabei: Was denkt Angela Merkel über Porno? Was denkt Michaela Schaffrath über Hartz IV? Ich versuche, alle Facetten zu beleuchten.» Das Image der Eidgenossen im Norden hält er für gut. Auch dank der Steuer-Petzer: «Was man merkt, ist, dass man hier günstiger Daten-CDs bekommt.»

Deutschland sei der grösste Handelspartner der Schweiz, betont der 53-Jährige. Der «Braindrain», also die Auswanderung qualifizierter Arbeitkräfte, die unter anderem in die Schweiz gehen, sei ein Problem für die Nachbarn. Die Schweiz habe zu ihnen noch «Berührungsängste», glaubt der Fernsehmacher. «Und dabei geht man ja auch im Wohnhaus zu einem Nachbarn und stellt sich vor, wenn man sich nicht kennt.»

Was sagt «der kleine Mann»?

Die schönsten Bonmots erhofft sich der «Nichttalkshow»-Gastgeber nicht nur von Politikern oder Wirtschaftsgrössen, sondern auch von den spontanen Begegnungen mit dem «Mann von der Strasse». Besonders spannend wäre ein Treffen mit einem Exoten: «Wir versuchen, einen Dreher zu treffen. Was dreht er? Sich selbst, stundenlang. Ein abgedrehter Kollege!»

Der Zeitplan für Baumann und sein Team ist eng: Mit drei Fahrzeugen und zwei Kamerateams fahren Sie im April gen Norden. In einem Wohnmobil soll das Material während der Reisen laufend geschnitten werden: Clips, die es nicht in die Sendung schaffen, sollen online auf der Webseite des SF angeboten werden.