Lily Collins

23. August 2013 12:15; Akt: 23.08.2013 13:34 Print

«Hollywood ist ja sehr inzestuös»

von Gabriela Tscharner Patao - Lily Collins eifert mit ihrer Rolle im Fantasy-Blockbuster «The Mortal Instruments» ihren Freundinnen Kristen Stewart und Emma Watson nach. Uns verrät die Rockstartochter, wo sie sich privat ihre Kicks holt.

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Lily Collins sitzt im SLS-Boutique- Hotel in Beverly Hills, allein in der Mitte eines riesigen Ballsaals. Sie trägt ein weisses Vintage-Chanel-Spitzenkleid und ein rotes Lederkorsett. Sie wirkt etwas verloren und tippt auf ihrem Smartphone rum. «Bitte entschuldige. Ich habe gerade noch schnell eine E-Mail meiner besten Freundin beantwortet», so Lily Collins.

20 Minuten: Wer ist denn deine beste Freundin?
Lily Collins: Genau genommen habe ich drei, wir kennen uns seit der Highschool. Eine arbeitet für ein Magazin, die andere ist Galeristin in New York. Und die dritte hat einen Job im Weissen Haus.

Ist es schwer für dich, Freundschaften
aufrechtzuerhalten? Du bist als Schauspielerin ständig unterwegs.

Nein, wir bleiben via Skype und E-Mail in Kontakt. Auch wenn wir uns manchmal monatelang nicht sehen: Sobald wir zusammenkommen, ist es, als wären wir nie getrennt gewesen. Wir sind zwar alle enorm beschäftigt, aber wir würden alles stehen und liegen lassen, wenn eine von uns Hilfe bräuchte.

Bist du auch mit Schauspielerinnen befreundet?
Klar, Hollywood ist ja sehr inzestuös. Emma Watson, Jennifer Lawrence, Kristen Stewart und ich haben uns ständig bei Vorsprechen gesehen. Irgendwann haben wir Telefonnummern ausgetauscht. Aber wir reden nie über die Arbeit, wenn wir uns treffen.

Gibt es Neid oder Eifersucht unter euch?
Es ist nicht immer einfach, wenn man eine Rolle nicht kriegt. Nach einer Absage bin ich manchmal eine Woche deprimiert. Aber ich kann mich auch für die Kollegin freuen. Rivalität oder Eifersucht kenne ich nicht, weil ich ans Schicksal glaube. Alles geschieht aus einem guten Grund.

Auch deine Trennung von Jamie Campbell
Bower?

Ach, ich finde nicht, dass ich mit der Presse über mein Privatleben reden und Kommentare abgeben muss.

Von dir gibts sonst keine Schlagzeilen. Bist du schlauer als deine Hollywoodkolleginnen oder einfach braver?
Ich habe während meiner Schulzeit genug Party gemacht. Das habe ich hinter mir. Ich muss nicht in Clubs ausflippen, um Spass zu haben. Meine Kicks hole ich mir lieber anderswo. Beim Backen zum Beispiel.

Beim Backen?
Ja! Ich mache vor allem glutenfreies und veganes Gebäck. Wenn meine kleinen Brüder nicht merken, dass in den Guetsli keine richtige Schokolade drin ist, habe ich mein Ziel erreicht.

Du bist nach der Scheidung deiner Eltern in Europa und den USA aufgewachsen. Wo fühlst du dich mehr zu Hause?
Ich spreche zwar mit einem amerikanischen Akzent, ich fühle mich aber als Europäerin. Ich liebe Europa – das Essen, die Kultur, die Geschichte.

Siehst du deinen Vater Phil noch häufig?
So oft ich kann. Er kommt zu den Premieren meiner Filme und freut sich jedes Mal, wenn er einen Google-Alert mit meinem Namen kriegt.

Er lebt schon seit langem bei uns in der Schweiz. Bist du oft da?
Ich kenne die Schweiz gut. Ich habe grossartige Erinnerungen ans Wasserskifahren auf dem Genfersee. Lausanne finde ich auch toll, dort ist es so friedlich und still. Die Schweizer nehmen sich Zeit, zu leben, zu reden und zuzuhören. Im Vergleich zu der Hektik in Los Angeles ist das sehr angenehm. Und ich liebe Eglifilets!

Glaubst du, dass dir dein berühmter Nachname Türen geöffnet hat?
Schon möglich. Aber es gibt in Hollywood ein Sprichwort: Ein Name kann Türen öffnen, aber nur eine Persönlichkeit kann sie offen halten.

Was ist der beste Tipp, den dir dein Vater gegeben hat?

Er hat mich gelehrt, nicht auf die Meinung anderer zu hören. Die meisten Dinge, die über dich geschrieben werden, sind negativ. Wenn du daran glaubst, wirst du nie glücklich sein. Konzentriere dich auf die Erfahrungen, die du machst, und sei stolz auf dich.

Der Film «Die Chroniken der Unterwelt» mit Lily Collins läuft ab 29. August 2013 im Kino.


Quelle: Youtube/SonyPictures