«Ich konnte nichts tun»

14. Juli 2019 14:21; Akt: 14.07.2019 15:17 Print

Robbie blieb aus Angst drei Jahre daheim

Aufgrund einer Angststörung konnte der Popstar jahrelang das Haus nicht verlassen. Nun verrät er, was ihn zurück auf die Bühne brachte.

Im Video spricht Robbie über seine Süchte und verrät, was er sich an einem Cheat-Day gönnt. (Video: 20 Minuten)
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Von Robbie Williams gabs von 2006 bis 2009 nichts zu hören und nichts zu sehen. Gegenüber «The Sun» verrät der 45-Jährige jetzt den Grund dafür: Er litt unter starker Platzangst (Agoraphobie) – und traute sich deshalb nicht in die Öffentlichkeit und unter Menschen. Die Folge: Robbie verbrachte gemäss Eigenaussage «drei Jahre auf dem Sofa».

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Die Platzangst beherrschte seinen Alltag «von etwa 2006 bis 2009», wie er sagt. «Diese Jahre habe ich in einem Kaschmir-Kaftan verbracht, ich habe Kettle-Chips gegessen, mir einen Bart wachsen lassen und bin zuhause geblieben», so Robbie.

Der Tiefpunkt

Der Sänger habe öffentliche Plätze gemieden: «Mein Körper und mein Geist sagten mir, dass ich nirgendwo hingehen sollte. Dass ich nichts tun konnte. Also setzte ich mich buchstäblich einfach hin und wartete.»

Zu dieser Zeit lehnte Robbie auch ein äussert lukratives Job-Angebot ab: Er hätte für rund 19 Millionen Franken die US-Castingshow «American Idol» als Host übernehmen sollen. Er konnte sich nicht dazu überwinden, aus dem Haus zu gehen: «Ich habe das Sofa zu der Zeit nicht verlassen. Ich konnte es einfach nicht.»

Der Aha-Moment

Der Wendepunkt kam, als Robbie im Radio «Human» von The Killers hörte. Bei den Lyrics «and sometimes I get nervous when I see an open door» hätte er sich angesprochen gefühlt, so Williams.

Dank dieser Zeile begab er sich in Therapie – und kehrte letztlich auf die Bühne zurück – in vorsichtigen Schritten: «Ich musste wieder lernen, wie man Leute unterhält. Es war kein einfacher Prozess – es war, als müsste ich nach einem Autounfall wieder lernen, wie man geht», meint der Sänger.

Das Comeback

2011 tat sich Robbie wieder mit seinen Ex-Band-Kollegen von Take That zusammen und ging mit ihnen auf eine Comeback-Tour. Die Auftritte hätten ihm geholfen, da er sich hinter den Jungs verstecken konnte, so Robbie.

«Ich weiss nicht, ob ich überhaupt zurückgekommen wäre, wenn da nicht Take That und die Wiedervereinigung gewesen wären», so der Sänger. Weiter erklärt der 45-Jährige, er fühle sich heute selbstbewusster als je zuvor und meint: «Ich beginne langsam, mich zu mögen.»

Im Video siehst du, wie Robbie Williams im November 2016 mit 20 Minuten über seine Süchte spricht.

(afa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sigi Lulu am 14.07.2019 14:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel Mut!

    Wie dich chronische Angst lämen kann, kann man sich als gesunder Mensch nur sehr schwer vorstellen.

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  • fredu am 14.07.2019 15:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht meine musik...

    aber menschlich gesehen ein absoluter übermensch, einfach nur top wie er zu seinen schwächen und ängsten steht. Eine echte bereicherung für leute mit ähnlichen problemen. Einfach real der typ.

  • Martin r. am 14.07.2019 14:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    selbst

    es gibt mehr Menschen als wir denken die davon betroffen sind, es ist ein Phänom, woher es kommt weiß nicht mal ein Arzt, vor allem wichtig wäre es, die Nebennieren zu kontrollieren, ob die noch richtig funktionieren, oft liegt es an ihnen, nur kennen sich die wenigsten Ärzte damit aus, leider. man muss sie darauf hinweisen. ich weiß wovon ich rede, war selbst betroffen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gavrilo Princip am 14.07.2019 20:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja

    Das harte Zeug wurde ihm schon in die Wiege gelegt

  • Roman am 14.07.2019 19:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erschöpfungszustand

    Wenn man Jahre lang alle Energie auf der Bühne verbraucht und dadurch Raubbau am Energiehaushalt betreibt und zudem durch Drogen und Alkohol dieses innere Signal nicht erhört, dann kommt irgendwann die Erschöpfung.

  • Rene am 14.07.2019 19:37 Report Diesen Beitrag melden

    Vom vielen Geld bekommt man Panik

    Mit der Kohle gibt es doch bestimm super speed Therapien. Ob da noch Alk floss. Mir wurscht, wenn jeder seine Ticks melden würde.

  • Käthi Busiello am 14.07.2019 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Angst gleich Hormonschwäche in den Nebennierenhorm

    Das mit den Nebennierenhormon ist durchwegs richtig. Niernschwäche ist bei Chin. Medizin psychologisch gleich Angst. Durch Deltascan Diagnose, kann man die Hormonschwächen wieder aufbauen. Dann geht es schnell wieder Berg auf. Habe viele solche Fälle. Mediziner achten leider nicht darauf, Käthy Busiello

  • roman am 14.07.2019 18:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sein Verdienst, aber keine Kunst

    Viele haben diese Ängste, Robbie konnte sich mit seinen Millionen zu Hause erholen oder therapieren, keine Kunst, andere müssen arbeiten oder leben vom Sozialamt während diesem steinigen Weg.