«4 Brüder auf'm Schrottplatz»

01. Februar 2011 12:34; Akt: 01.02.2011 13:41 Print

«In den Sarg legen wir ihm Zigaretten»

Mit Günter Ludolf starb ein Stück TV-Gemütlichkeit: Der zweitälteste der vier Schrottplatz-Brüder erlag einem Herzinfarkt. Kaffee und Kippen wurden ihm offenbar zum Verhängnis.

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«Wegen Trauerfall geschlossen» steht auf dem Schild an der Tür des Hauses in Dernbach in Rheinland-Pfalz: Auf dem Grundstück wird normalerweise «Die Ludolfs – 4 Brüder auf'm Schrottplatz» gedreht, doch von dem bekannten TV-Quartett ist heute bloss noch ein Trio übrig. Horst Günter, der zweitälteste der vier Verwandten, wurde am 31. Januar tot in seinem Haus aufgefunden. «Er sass in seinem Stuhl und wirkte friedlich», sagte dazu der Ortsbürgermeister Heinz-Rudi Becker der «Rhein-Zeitung».

Eigentlich bleibt der 56-Jährige seinem Publikum auch genau so in Erinnerung: Horst Günter, so sein ganzer Vorname, sass eigentlich bloss in der heimischen Küche und nahm die Telefonanrufe entgegen, um anschliessend seinen Bruder Peter zu fragen, ob das gewünschte Teil auf Lager ist. Wortkarg war Günter, rauchte dafür umso mehr und trank dazu einen schwarzen Kaffee nach dem anderen. «10 bis 20 Tassen starker Kaffee waren es schon am Tag», bestätigte Peter der «Rhein-Zeitung». Zuletzt zeigte sich Günter bei Aufnahmen wenig fit: Bei Dreharbeiten in Polen war er vor kurzem «aus den Latschen gekippt», wie Bruder Peter sagte.

«Es bleibt alles beim Alten!»

Die Kriminalpolizei geht von einem Herzinfarkt des Deutschen aus, der am 22. Februar Geburtstag gefeiert hätte. Sein Platz in der Küche und sein Aschenbecher sollen unberührt bleiben, kündigte Bruder Manni an. «Und in den Sarg legen wir ihm eine Schachtel.» Ihr Geschäft wollen die Ludolfs aber weiterführen: «Es bleibt alles beim Alten!» Günter hinterlässt einen 17-jährigen Sohn aus einer geschiedenen Ehe.

Angeblich hatte diese Trennung dazu geführt, dass «das gesprochene Wort in Günters Welt überflüssig» war, wie es auf der Homepage der Familie heisst. Durch seine «stoische Ruhe und Gelassenheit» und seine «treffenden, lakonischen Bemerkungen» habe er seine Familie und die Serie geprägt. Die Doku-Soap über die Ludolfs läuft seit 2006 auf dem Spartensender DMAX. Mittlerweile sind acht Staffeln abgedreht worden, anno 2009 kam ein Kinofilm («Die Ludolfs – Der Film: Dankeschön für Italien!») über die vier Brüder heraus.


Uwe und Manni reden mit der «Rhein-Zeitung» über den Tod ihres Bruders. Quelle: YouTube


Ein Kondolenzvideo: Die schönsten Momente mit Günter. Quelle: YouTube

(phi)