Kanye West in der Kritik

01. Oktober 2018 21:29; Akt: 02.10.2018 13:53 Print

«Dieses Cap repräsentiert das Gute»

Mit «Make America Great Again»-Cap und Plänen zur Abschaffung von Sklaverei-Gesetzen sorgt Kanye West für Aufsehen. Und erzürnt mit seinen neusten Posts auch Prominente.

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Am Samstag war Kanye West (41, l.) zu Gast bei «Saturday Night Live». Nachdem Gast-Moderator und Schauspieler Adam Driver (34, Mitte) die Show beendet hatte, stürmte der Rapper die Bühne und hielt eine Rede, in der er sich als Unterstützer von US-Präsident Donald Trump (72) aussprach. Von den Zuschauern im Saal habe Kanye daraufhin laute Buhrufe geerntet, berichtet Eonline.com. Am Sonntag macht Ye – so will Kanye seit Neuestem ausschliesslich genannt werden – auf Social Media mit seiner Mission weiter. Zu einem Foto, das ihn mit «Make America Great Again»-Cap zeigt, schreibt Kanye auf Instagram unter anderem: «Das repräsentiert das Gute und die Tatsache, dass Amerika wieder vereint wird.» Viele Fans finden Kanyes Unterstützung für den republikanischen US-Präsidenten fragwürdig bis besorgniserregend: Über 70'000 Kommentare hat sein Insta-Post mit dem Cap bereits – ein Vielfaches der üblichen Menge. Auch Prominente sprechen sich öffentlich gegen die Pro-Trump-Äusserungen des Rappers aus. Schauspieler Chris Evans fasst seine Gedanken ... ... auf Twitter zusammen: «Nichts macht mich mehr wütend als die Diskussion einer Person, die sich nicht mit Geschichte auskennt, keine Bücher liest und ihre Kurzsichtigkeit als Tugendhaftigkeit verkauft.» Aussagen wie Kanyes seien beispiellos frustrierend, rückständig und erschreckend, so der 37-Jährige. Auch Lana Del Rey hat für Kanyes jüngste Kommentare wenig Sympathie übrig. «Dass Trump unser Präsident wurde, ist ein Verlust für unser Land. Deine Unterstützung für ihn ist hingegen ein Verlust für die Kultur», kommentiert die Sängerin seinen Insta-Post, «Ich vermute, dass du dich ihm aufgrund seines Grössenwahns und seines extremen Narzissmus verbunden fühlst.» Sie sende ihren Kommentar mit grosser Besorgnis und Betroffenheit, schliesst Del Rey ihren Text ab. In der Vergangenheit galten die 33-Jährige und Kanye als freundschaftliche Bekannte – die Sängerin performte sogar bei seinen Hochzeitsfeierlichkeiten mit Kim Kardashian (37) im Jahr 2014. Auch Rapper Swiss Beatz reagiert öffentlich auf Kanyes Posts. Er habe erst vor wenigen Tagen mit ihm über das «Make America Great Again»-Cap gesprochen, sagt der 40-Jährige in einem Instagram-Video. «Ich habe dir gesagt, wie verletzend es ist, dass du Dinge sagst, die unsere Community und unsere Kultur verletzen. Niemand mobbt dich, wir lieben dich alle. Aber du musst mit solchen Aussagen aufhören, Ye.» Doch nicht alle zeigen Unverständnis für Kanyes aktuelles Verhalten. Donald Trump Jr. (40) äussert sich nach dessen «Saturday Night Live»-Auftritt auf Twitter: «Ist überhaupt jemand schockiert darüber, dass die SNL-Macher nicht wollten, dass Kanye ein ‹Make America Great Again›-Cap trägt? Abgesehen davon, dass sie nur Scheisse erzählen, tolerieren die Linken keine Ansichten, die sich auch nur ein wenig von ihrer eigenen unterscheidet.» Auch der Senior nimmt Kanye auf Twitter in Schutz – natürlich. Er sehe sich «Saturday Night Live» nicht an, weil es sich bei der Show nur um politische Werbung für die linke Demokratische Partei handle, schreibt Donald Trump. «Doch Kanye West, der nach der Sendung ein MAGA-Cap angezogen hat, soll grossartig gewesen sein. Er geht in Führung!» Kanye unterstützt den US-Präsidenten schon seit längerer Zeit. Angefangen hat die ungleiche Kooperation damit, dass sich die beiden kurz nach der Wahl von Trump im Jahr 2016 zu einem Meeting trafen. «Wir sind schon lange gute Freunde, er ist ein guter Mann», sagte Trump damals zu Medienvertretern.

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Kanye West (41) läuft und postet und poltert zurzeit wieder auf Hochtouren: Am Samstag war der Rapper zu Gast in der US-Satire-Show «Saturday Night Live». Eigentlich sollte er dort nur ein paar Songs aus seinem noch unveröffentlichten Album «Yandhi» performen, doch Ye – wie er sich seit dem Wochenende offiziell nennt – wäre nicht Ye, wenn er nicht auch noch eine Rede gehalten hätte.

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Kanye zeigt sich während seiner wirren Rede als Trump-Supporter. (Video: Youtube/Yeezus Clips)

Nachdem die TV-Kameras bereits aus waren, stürmte er mit einem «Make America Great Again»-Cap die Bühne und beschwerte sich darüber, dass ihm die SNL-Macher zuvor davon abgeraten hatten, das Donald-Trump-Merchandise während der Show zu tragen. «Präsident Trump inspiriert mich, ich fühle mich ihm verbunden», erklärte Kanye seine Outfit-Wahl.

Will Kanye Sklaverei legalisieren?

Das Thema schien Kanye keine Ruhe zu lassen, denn am Sonntag meldet er sich mit einem kontroversen Post auf Instagram. «Das repräsentiert das Gute und die Tatsache, dass Amerika wieder vereint wird», kommentiert er ein Foto von sich mit dem MAGA-Cap.

Weiter schreibt Ye darüber, den 13. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten abschaffen zu wollen – den Artikel, der in den USA 1865 der Sklaverei ein Ende setzte. Wenig später führt er seinen Gedanken – mehr oder weniger verständlich – auf Twitter weiter aus: «Der 13. Zusatzartikel beinhaltet versteckte Sklaverei. Das heisst, Sklaverei hat gar nie geendet.»



Via Twitter versucht Kanye, seine Vision verständlich zu machen.

Mit seiner Forderung, den 13. Zusatzartikel abzuschaffen, stösst Kanye auf Unmut. Vielleicht bewegt ihn die Kritik zum Nachdenken, denn weiter tweetet er: «Nicht abschaffen, aber lasst uns den 13. Zusatzartikel abändern.» Was genau er mit diesem Plan im Sinn hat, wird wie so oft bei Kanyes Aussagen allerdings nicht klar.

Wie US-Präsident Donald Trump und andere Prominente auf Kanye Wests Posts reagieren, siehst du in der Bildstrecke oben.

(anh)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Päscu am 01.10.2018 21:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    da läuft was falsch

    Schon komisch, wenn man sich als fan des vom volk gewählten Präsidenten outet und Buh Rufe erhält, sollten sich die Amis Gedanken um ihr land machen..

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  • Neumann am 01.10.2018 23:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krass

    Das ist ein krass gespaltenes Amerika. Und eigentlich eine Schande, wenn das Volk Leute ausbuht, die zum Präsidenten stehen. Krass falsch.

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  • Lena am 02.10.2018 08:21 Report Diesen Beitrag melden

    Fähige Kandidaten

    Trump ist nicht das traurigste an der ganzen Geschichte. Viel schlimmer ist, dass so ein grosses Land wie Amerika keine fähigeren Kandidaten wie ihn und Hillary gefunden hat. Das ist das schlimme.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Leo65 am 02.10.2018 16:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meinungsfreiheit ist Demokratie

    Jeder Mensch hat das Recht Trump zu mögen oder nicht zu mögen....was geht dass andere Menschen an? Wischt vor Eurer eigenen Haustüre!

  • PS;L am 02.10.2018 15:17 Report Diesen Beitrag melden

    Geld regiert die Welt

    Was Ye (mein Beileid) wohl für einen finanziellen Ausgleich dafür bekommt?

  • Eichelhörnli am 02.10.2018 14:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Assi

    Kanye ist bekanntlich Bipolar. Man dürfte ihn eigentlich gar nicht so vorführen.

  • Chris am 02.10.2018 10:23 Report Diesen Beitrag melden

    Buh Rufe

    Wo waren da jetzt die Buh Rufe?

  • Lena am 02.10.2018 08:21 Report Diesen Beitrag melden

    Fähige Kandidaten

    Trump ist nicht das traurigste an der ganzen Geschichte. Viel schlimmer ist, dass so ein grosses Land wie Amerika keine fähigeren Kandidaten wie ihn und Hillary gefunden hat. Das ist das schlimme.

    • Pirat2222 am 02.10.2018 12:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lena

      Die übliche Überraschung mit den regelmäßigen Wahlen. "Oh mein Gott, schon wieder 4 Jahre vorbei." Und die, die 4 Jahre gemotzt und gejammert haben, haben keine Eier um es selbst in die Hand zu nehmen.

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