Mr. Schweiz meets Mr. Gay

08. September 2008 09:20; Akt: 08.09.2008 14:32 Print

«Schwierig zu erkennen, wer schwul ist»

Samstagnacht lief im Zürcher Club Vertigo die Vorrunde zur Wahl des Mr. Gay. Stephan Weiler, der ebenfalls anwesende «Mr. Hetero», war vor ganz neue Aufgaben gestellt.

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Fiorenza Leon (1987) aus Bottighofen TG ist 174 gross und 67 kg schwer und macht das KV in der Reisebranche. Als Motto gibt er einen Auszug eines Songs der Punkband NoFx, in welchem es unter anderem um Gewalt gegen Schwule geht. Claudio Enzo Valenti (1977) aus Spreitenbach ist Media-Planer. Sein (beinahe) englisches Motto: Keep Always Your Smile! Bruno Flükiger (1978) aus Stein am Rhein SH ist Versicherungsberater. Sein Motto: «Mit Kommunikation und Motivation – der beste Vertreter für die Schweizer Gay Welt.» Michael Scheffler (1984) aus Zofingen AG ist Hair- & Make-up-Artist. Motto: Leben und leben lassen. Simon Fischer (1983) aus Oftringen AG ist Key Account Manager. Sein Motto: The Aargay for Switzerland! Andy Stössel aus Oberwil BL ist Automobilingenieur HTL und möchte sich für mehr Toleranz und Respekt einsetzen. Silvan Schälchli Zürich ist Angestellter. Sein Statement: «Ich bin schwul und stolz drauf!» Marco Küng aus Luzern ist Gebäudeunterhalter beim KKL und macht mit, weil er «nicht gerade der typische Mister-Gay-Kandidat» ist. Danijel Ivanovic gibt nicht an, wie alt er ist, woher er kommt und was er macht. Dafür möchte er «Farbe in dieses Game» bringen. Alain Ebner (1987) ist Detailhandelsfachmann. Sein Motto: Die Toleranz fängt nicht bei anderen an, sondern bei einem selbst! Julian Bänziger (1990) aus Bruderholz BL ist Fachangestellter in Ausbildung. Sein Motto: Ich bin und bleibe, wer ich bin und ändere mich für niemanden. Benjamin Hämmig (1988) aus Zürich ist Gymnasiast. Sein Motto: «Take a chance on me! I'm just a simple man trying to make his way in life...» John Merlino (1987) aus Zürich arbeitet im Familienbetrieb. Sein Motto: «Don't forget to smile, okay?» Philipp Schaad (1975) wohnt in Zürich und Bern. Er ist Kameramann. Sein Motto: Don't let your fears stand in the way of your dreams. Tobias Dickenmann (1990) aus Frauenfeld TG ist Lehrling zum Betreuungsfachmann. «Seine Motivation: Us Spass öpis neus z mache, neui Lüüt kenne z lärnä. Wird sicher interessant, wie's hinder de Bühni abgaht ...» Cyril Nussbaum (1974) aus Vierge VD ist Pharmazie-Assistent. Sein Motto: «Votez gay et romand!» Ricco Müller (1985) ist einer von zwei gehörlosen Kandidaten. Er wohnt in Zürich bzw. im Graubünden und arbeitet als Assistent in einem Architekturbüro. Sei Motto: «Ich gehe offen auf alle Leute zu». David Reichlin macht null Angaben zu seiner Person. Einen Slogan hat er auch nicht. Sachen gibts! Marcos Denis (1982) aus Zürich ist der zweite Gehörlose unter den Kandidaten. Er macht eine Ausbildung als Fachmann für Behindertenbetreuung. Sein Motto: «Ehrlichkeit ist für mich Priorität!» Von Claude Freymond ist bis jetzt auch nur der Name bekannt.

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Am 29. November 2008 wird in Bern aus acht Finalisten der schönste Schwule der Schweiz gewählt. Am Samstag präsentierten sich 20 Halbfinalisten im Zürcher Vertigo-Club anlässlich einer rauschenden Party dem Publikum.

Prominenter Gast des Abends war Stephan Weiler, der mit Freundin Jasmin nach Zürich gekommen war. 20 Minuten Online fragte den schönsten Schweizer, ob er sich wohl fühle unter den vielen homosexuellen Männern. Ja, meinte Weiler, der das Partytreiben mit einer gewissen Sicherheitsdistanz von einem der weissen Sofas aus beobachtete. «Es ist sowieso schwierig zu erkennen, wer schwul ist und wer nicht.»

Vor der Präsentation der Mr.-Gay-Kandidaten sagte Weiler vor versammelter Partygemeinschaft, dass der Mr. Schweiz die ganze Bevölkerung repräsentieren müsse. Dazu gehörten auch die Schwulen. Er hoffe, dass es eines Tages gar keinen Mister Gay mehr brauche und es keine Rolle mehr spiele, ob man zu einer Randgruppe gehöre oder nicht.

Nach dem Applaus, den Weilers Statement erntete, machte der Mister Schweiz einen Abgang - die Präsentation der Kandidaten konnte er nicht mehr mitverfolgen, weil er zum Geburtstagsfest eines Freundes nach St. Gallen fahren musste.

Die Vorstellung der Kandidaten ging schnell über die Bühne. Jeder wurde nach vorne gebeten und nach der Motivation, Mr. Gay zu werden, befragt. Die Meisten wollte sich für mehr Toleranz gegenüber Schwulen einsetzen. Die beiden gehörlosen Schwulen für mehr Toleranz gegenüber gehörlosen Schwulen.

Rein optisch gab es wenig Höhepunkte. Einige attraktive Herren waren aber schon dabei. Machen Sie sich selbst ein Bild und stimmen Sie ab unter www.mrgay.ch. Hier geht es zu unserer Diashow.

(dre)