Lady Gaga bereut Song mit R. Kelly

10. Januar 2019 15:52; Akt: 10.01.2019 15:52 Print

«Sorry für mein schwaches Urteilsvermögen»

Zahlreiche Frauen werfen Sänger R. Kelly sexuellen Missbrauch vor. Jetzt bezieht Lady Gaga Stellung. Und will den gemeinsamen Song von iTunes entfernen lassen.

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Plädiert auf unschuldig: R. Kelly (rechts) mit seinem Anwalt Steve Greenberg. (25. Februar 2019) R. Kelly wird mehrfacher sexueller Missbrauch vorgeworfen: Am Freitagabend stellte er sich der Polizei. (22. Februar 2019) Sein Anwalt Steve Greenberg richtete sich daraufhin an die Medien. Der Sänger sitzt seither in Haft. Mittlerweile wurde das Polizeifoto des Sängers, der sogenannte «Mugshot», veröffentlicht. 2013 sang Lady Gaga zusammen mit R. Kelly «Do What U Want (With My Body)» – einen «trotzigen» und «provokativen» Song, wie sie ihn heute nennt. Jetzt will sie ihn aus dem Netz verbannen. Im November 2013 performten die beiden Musik-Superstars gemeinsam in der Show «Saturday Night Live». Heute will Gaga nichts mehr mit R. Kelly zu tun haben. Dem Musiker wird seit Jahrzehnten sexueller Missbrauch vorgeworfen. Mit der Doku-Serie «Surviving R. Kelly» werden ... ... die Anschuldigungen aufs Neue thematisiert, immer mehr Prominente wenden sich inzwischen vom Superstar ab. Darunter ... ... Musiker John Legend, der sich in der Doku auf die Seite der Frauen stellt. «Ich glaube diesen Frauen und werde verdammt noch mal nicht einen Serien-Kindervergewaltiger verteidigen. Einfache Entscheidung», so Legend. Erst kürzlich gewann Lady Gaga einen Golden Globe für ihren Filmsong «Shallow». Sie ist selbst Missbrauchsopfer und habe das Stück mit R. Kelly in einer «düsteren Phase meines Lebens gemacht», meldet sie sich nun zu Wort. In «CBS This Morning» nahm R. Kelly Stellung zu den Vorwürfen. Die Sendung veröffentlichte einzelne Ausschnitte aus dem Interview. Das ganze Interview soll am Mittwoch und Donnerstag ausgestrahlt werden.

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Nach den jüngsten Missbrauchsvorwürfen gegen Musiker R. Kelly hat sich Pop-Ikone Lady Gaga (32) für ihre Zusammenarbeit mit dem Sänger entschuldigt. «Ich entschuldige mich für mein schwaches Urteilsvermögen, als ich jung war, und dafür, nicht früher etwas gesagt zu haben», teilte die Musikerin über den Kurznachrichtendienst Twitter in einem ausführlichen Statement mit.

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Und kündigte gleichzeitig an, nie wieder mit dem Musiker zusammenarbeiten zu wollen. Mehr noch: Den gemeinsamen Song «Do What U Want (With My Body)» will sie von iTunes und anderen Streamingplattformen entfernen lassen.


«Zu 1000 Prozent hinter den Frauen»

Mit der Doku-Serie «Surviving R. Kelly» haben teils seit Jahrzehnten bekannte Missbrauchsvorwürfe gegen den Sänger an Schlagkraft gewonnen. Kelly hat die Vorwürfe entschieden abgestritten und wirft seinen Kritikern eine Rufmord-Kampagne vor. Zahlreiche Frauen werfen dem 52-Jährigen vor, sie sexuell oder emotional missbraucht zu haben, teils schon im Teenageralter.

«Ich stehe zu 1000 Prozent hinter diesen Frauen, glaube ihnen, und weiss, dass sie leiden und Schmerzen haben», schreibt nun Lady Gaga. Ihre Stimmen sollten gehört und ernst genommen werden. Die Vorwürfe gegen den Sänger nennt sie «schrecklich» und «unverzeihlich».

Gaga ist selbst Missbrauchsopfer

«Do What U Want (With My Body)» hatte die Sängerin im Jahr 2013 veröffentlicht. «Als Opfer von sexueller Nötigung habe ich Song und Video in einer düsteren Phase meines Lebens gemacht», erklärte sie. Ihre Absicht sei es gewesen, etwas «extrem Trotziges und Provokatives» zu schaffen, weil sie «wütend» gewesen sei und ihr eigenes Trauma noch nicht verarbeitet gehabt habe. Die beiden traten zusammen in der Late-Night-Show «Saturday Night Live» und bei den American Music Awards auf.

Ein weiterer Superstar hat jüngst zu den Vorwürfen gegen R. Kelly öffentlich Stellung bezogen. «An alle, die mir sagen, wie mutig sie finden, dass ich in der Doku mitwirke: Es hat sich überhaupt nicht riskant angefühlt», twitterte Sänger John Legend (40), der Teil der Dokumentation war. «Ich glaube diesen Frauen und werde verdammt noch mal nicht einen Serien-Kindervergewaltiger verteidigen. Einfache Entscheidung.»


Topmodel Cara Delevingne (26) meldete sich via Instagram zu Wort und bezeichnete R. Kelly als «Monster» und «Raubtier». Andere Superstars schwiegen bislang. Jay Z, oder Lil Kim zum Beispiel, die für die Dokumentation angefragt worden sein sollen, hatten abgesagt.

(sda/kfi)