08. April 2005 05:12; Akt: 08.04.2005 00:30 Print

«Traumjob»: Salerno warb einst für das schnelle Geld

Schwarzes Schaf bei «Traumjob»? Massimiliano Salerno warb als Betriebsleiter von Herbalife fürs schnelle Geld.

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Herbalife ist ein US-Kosmetik- und Nahrungspulververtrieb, der wegen seines schneeballähnlichen Verkaufssystems äusserst um-stritten ist. Wie ein Insider 20 Minuten verriet, habe er den «Traumjob»-Kandidaten (ab 17.4. auf SF1) Massimiliano Salerno 1998 anlässlich eines Herbalife Opportunity Meetings kennen gelernt: Weekends, an denen Berater geworben und den Neulingen das schnelle Geld durch Produkteverkauf und Berater-Akquisition versprochen wird. Vordergründig geht es bei Herbalife zwar um die Produkte, genauso wichtig ist aber das Anwerben neuer Teilnehmer, an deren Umsatz man dank Provision beteiligt ist.

«Dumm wie ich war, fiel ich auf die charmante Art von Herrn Salerno rein und investierte gleich 6000 Franken. Damit konnte ich als Vertriebsleiter ins Geschäft einsteigen», so der Insider. Auf dieser Hierarchie-Stufe werden die Berater mit 50% Gewinn am verkauften Produkt beteiligt.

Das Geschäft lief überhaupt nicht. Doch immer, wenn er aussteigen wollte, sei er mit Herbatel geködert worden – einem Riesendeal mit einer US-Telefongesellschaft, der laut oberster Herbalife-Leitung kurz vor dem Abschluss stand – und der Beteiligung an den Gesprächsminuten. «Als ich den Ausstieg endlich schaffte, hatte ich keine Wohnung mehr und über 50 000 Franken Schulden», so der Insider.

Herbatel sei daran gescheitert, dass das Bakom die Konzession nicht erteilte, so Salerno. Die Firma habe auch ihn ständig vertröstet: «Auch ich war geblendet und ein Geschädigter.»
Barbara Siegrist