Expertin über engagierte Stars

31. Januar 2017 05:44; Akt: 31.01.2017 05:44 Print

«Trump-Bashing ist gerade sehr angesagt»

An den SAG Awards mehrten sich die kritischen Stimmen gegen US-Präsident Trump. Eine Soziologin vermutet Kalkül dahinter.

Bei der Verleihung der Screen Actors Guild Awards kritisierten die prominenten Preisträger die Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump. (Video: Tamedia/AFP)
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Selten fiel eine Hollywood-Gala so politisch aus wie die SAG Awards am Sonntagabend in Los Angeles. Auffällig viele Prominente äusserten sich auf der Bühne und im Backstage des Shrine Auditorium zu US-Präsident Donald Trumps verhängtem Einreiseverbot für Menschen aus sieben Ländern mit vorwiegend muslimischer Bevölkerung.

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Sollen sich Stars der Unterhaltungsindustrie politisch äussern?
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Warum brennen die Stars gerade derart für politische Themen? Schon nach Trumps Amtsantritt protestierten zahlreiche Prominente am Women's March in verschiedenen Städten der USA. An vorderster Front mit dabei junge Stars wie Miley Cyrus, Emma Watson oder Emily Ratajkowski – und sogar die Kardashians äussern sich derzeit politisch.

«Nicht nur reiner Fake»

«Dass sich Kunst und Kultur in die Politik einmischen, ist an sich nicht neuartig», sagt Katja Rost, Professorin für Soziologie an der Universität Zürich, dazu. Aber: Früher seien viele Kunstformen als Mittel der politischen Meinungsäusserung entstanden (Stichwort: die Punk-Bewegung) und haben so deren Schöpfer bekannt gemacht, während heute «vermehrt bereits etablierte Künstler, die nichts mit Politik am Hut haben, ihre politische Meinung äussern – losgelöst von dem, was sie in ihrer Kunst machen».

Die Expertin vermutet Kalkül dahinter: «Künstler leben stark von Aufmerksamkeit, das ist ihre Währung – gerade im Fall von zum Beispiel Kim Kardashian [die sich auf Twitter zum Thema geäussert hat]. Trump-Bashing ist gerade sehr angesagt.» Eine Person wie Kim könne damit viele Reaktionen und Follower generieren.

Auch wenn die Stars, die sich zurzeit kritisch zu Trump und seiner Politik äussern, dies der Aufmerksamkeit wegen tun, zweifelt Rost nicht per se deren Überzeugungen an: «So was postet nur, wer wirklich diese Meinung vertritt. Das ist nicht bloss Fake.»

Fans werden einseitig informiert

Trotzdem: «Es ist schon so, dass sie die Fahne nach dem Wind richten, die Kritik ist sozusagen Mainstream geworden», fügt sie an, «die Trump-Opposition ist mittlerweile gross genug, weshalb man wegen solchen Posts nicht mehr wirklich negative Reaktionen der Follower befürchten muss». Wer sich heute kritisch zum neuen US-Präsidenten äussert, springe schlicht auf den Zug auf, mit dem die Mehrheit fährt.

Dass Prominente wie die Kardashians, die Hadids oder John Legend mit ihren Reden, Posts und Aktionen bei ihren Fans, Followern und Likern wirklich etwas bewirken, sei indes dahingestellt. «Um wirklich politisch aktiv zu sein, muss man sich selbst reflektieren und sich mit diesen Themen auseinandersetzen.» Politisch Ungebildete und Uninteressierte, die nur die Meinung ihrer Stars als Informationsquelle zu einem bestimmten Thema haben, würden so sehr einseitig informiert. «Und das kann je nach Thema auch gefährlich sein», so Rost.

Welche Stars wo was gegen den Einreisestopp gesagt und getan haben, sehen Sie hier in der Bildstrecke:
Hollywood verurteil Trumps Einreise-Stopp

(shy)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sensenmaa am 31.01.2017 06:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lustig

    Wie die reichen und schönen Angst bekommen weil nicht mehr genug ausbeutbares Material ins Land kommt. :)

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  • Friedenstaube am 31.01.2017 06:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Starrköpfig

    Hass gegen Hass. Kommt das gut? Keine Seite ist besser als die andere!

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  • Jesuit am 31.01.2017 08:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Trump

    Jaja die lieben Schauspieler in Amerika. Mit ihren prachtvollen Häusern in Hollywood und Millionen lässt sich gut reden. Dieses interessiert die Millionen Amerikaner mit nicht relativ wenig. Endlich mal ein Präsident der sagt was er denkt und dementsprechend handelt!!!!!!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • aschi am 31.01.2017 08:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bedenke

    Eigentlich war doch die Wahl so ca. 50/50%. Ich frage mich daher, warum eigentlich in den Medien zu fast 100% nur Trump Gegner zu Wort kommen. Im weiteren frage ich mich, was wird in den USA losgehen, wenn die sogenannten Ungebildeten auch so untolerant reagieren werden, wie jetzt die sogenannten Gebildeten. Wo ist der so hochgejubelte Demokratische Gedanke und die Fairness? Wer hetzt gegen wen? Und was wollen sie (Fernsehen, Zeitschriften etc) Provozieren? Geteiltes USA oder gar kleinere Bürgerkriegs ähnliche Zustände?

  • Grazy Banana am 31.01.2017 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    Trump Bashing sit der falsche Weg

    man sollte besser mit starken Argumenten proaktiv auf Trump zugehen! Zudem räumt Trump gerade das auf was ihm sein Vorgänger hinterlassen hat, in tief gespaltenes Land und 20Bio Staatschulden!

  • Nicht Echt am 31.01.2017 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    Konsequent

    Kann es sein, dass es sich dabei um die Prominenten handelt, die auch das Land verlassen wollten, sollte Trump Präsident werden?

  • Jesuit am 31.01.2017 08:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Trump

    Jaja die lieben Schauspieler in Amerika. Mit ihren prachtvollen Häusern in Hollywood und Millionen lässt sich gut reden. Dieses interessiert die Millionen Amerikaner mit nicht relativ wenig. Endlich mal ein Präsident der sagt was er denkt und dementsprechend handelt!!!!!!!!

    • Martin L. am 31.01.2017 09:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jesuit

      Trump muss noch härter durchgreifen egal wann der Planet dabei draufgeht .

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  • mauzi am 31.01.2017 08:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    möchte gerne

    stars die um jeden preis ungefragt im mittelpunkt stehen wollen. sich freiwillig mal für was einsetzen ohne ruhm und medienaustrahlung unmöglich. alles for show