31. Juli 2006 07:23; Akt: 31.07.2006 15:18 Print

«Verdammte Juden!»: Gibson «zeigt sein wahres Gesicht»

«F***ing Jews! Die Juden sind für alle Kriege verantwortlich!» - nach seinen antisemitischen Äusserungen bei seiner Festnahme wegen Trunkenheit am Steuer übt sich Mel Gibson in Reue. Nur kauft ihm die niemand ab - Gibson sei entlarvt.

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Hollywood-Schauspieler und Regisseur Mel Gibson hat sich - wohl auf Anraten seines Anwalts - nach einer Festnahme wegen Trunkenheit am Steuer reuig gezeigt. Er habe sich aufgeführt wie eine vollkommen ausser Kontrolle geratene Person, so Gibson.

Nur: Seine Entschuldigung sei zu allgemein gehalten, sie treffe nicht den Kern der Sache, moniert die amerikanische Liga gegen Verunglimpfung («Anti-Defamation-League»). Denn zum Inhalt seiner Beleidigungen hat Gibson kein Wort verloren.

Im Statement der Anti-Defamation League heisst es: «Die Entschuldigung... ist ungenügend. Es ist keine richtige Entschuldigung, weil sie nicht den Kern seiner Verlogenheit und seines Judenhasses anspricht. Mit seiner Hass-Tirade hat endlich sein wahres Gesicht gezeigt, und er machte deutlich, dass all seine Aussagen in der Debatte um «The Passion of the Christ» - dass er ein toleranter, liebenswürdiger Mensch sei - gelogen waren. ... Es ist unglücklich, dass es zuviel Alkohol und ein Rendezvous mit einem Verkehrspolizisten brauchte, um zu zeigen, was wirklich in seinem Herz und Hirn vorgeht. Wir hoffen, dass Hollywood realisiert, dass es einen Fanatiker in seinen Reihen gibt, und dass es sich von diesem Anti-Semiten distanziert.»

Die «vollkommen ausser Kontrolle geratene Person» hörte sich so an: «My life is f***ed!» ('mein Leben ist beschissen') - mehrmals. Und dann: «F***ing Jews. The Jews are responsible for all the wars in the world.» ('Verdammte Juden. Die Juden sind verantwortlich für sämtliche Kriege in der Welt.') Laut dem Onlinedienst TMZ soll Gibson den Polizeioffizier bedroht haben mit den Worten: «You motherf***er. I'm going to f*** you!»

Der verantwortliche Polizeioffizier James Mee hat in der Folge einen achtseitigen Bericht zur Verhaftung verfasst. Die örtliche Polizeibehörde will den Bericht nicht veröffentlichen, denn Gibsons Äusserungen seien zu «aufrührerisch» und würden möglicherweise «zu Judenhass anregen.»

Dem 50-jährigen bekennenden Katholiken wurde schon früher eine antisemitische Gesinnung nachgesagt, was ihm aber nie nachgewiesen werden konnte.

Nun versucht Gibson die Öffentlichkeit von seiner Reue zu überzeugen. Er entschuldigte sich für die «verachtenswerten» Äusserungen während seiner Festnahme. Er habe während seines gesamten Erwachsenenlebens gegen den Alkoholismus gekämpft. Er bedaure seinen Rückfall zutiefst, schrieb Gibson am Samstag in einer Erklärung, die der Prominenten- Fernsehshow «Access Hollywood» vorlag. Nur: Sein Bedauern kauft ihm so schnell niemand ab...

Der Oscar-Preisträger war in der Nacht auf Freitag auf dem Pazifik- Highway in Malibu wegen Trunkenheit am Steuer festgenommen worden. Er kam gegen eine Kaution von 5000 Dollar wieder auf freien Fuss.

(sda)