Anti-Kim-Revolten

22. Dezember 2011 13:34; Akt: 22.12.2011 13:43 Print

«Weg mit Kardashians Hintern!»

Das Imperium bröckelt: Menschenrechtler haben die Schnauze voll von Kim Kardashian. Sie soll Chinesen quälen und die US-Kultur zerstören. Kampagnen gegen den Familien-Clan haben Hochkonjunktur.

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Frohe Weihnachten! Die Kardashians haben sich auch 2011 für ihre fotografischen Festtagsgrüsse in Schale geschmissen. Selbst der Kleinste, Kourtneys Sohn Mason, wird dafür perfekt gestylt. Für Weihnachten darf es auch mal ein bisschen mehr Make-up sein, gell Kim?! Bei den Aufnahmen für die neue Weihnachtskarte hatten die Schwestern - Kylie, Kim, Kourtney und Khloe - sichtlich Spass. Schliesslich hat das Shooting auch Tradition. 2010 hatte sich die ganze Truppe auf der Treppe formiert. Zum ersten Mal dabei: Kourtneys Ehemann Scott Disick und der gemeinsame Sohn Mason Dash (ganz rechts). 2009 schmuggelte sich ein fremder Fötzel ins Bild: Ryan Seacrest (3.v.l.). Er ist Produzent der Kardashian-Realityshows. Ganz in Rot präsentierten sich die Kardashian-Frauen 2008. «Wir haben viele Familientraditionen, aber die Weihnachtskarte ist wohl meine liebste», schreibt Kim auf ihrem Blog - unsere auch! In Malibu wurde 2006 dieses geschmackvolle Familienfoto geschossen. Sieht irgenwie eher nach den Neunzigern aus. 1995: Kims frisch zur Welt gekommene Halbschwester Kendall schafft es zum ersten Mal aufs Bild. Neben den üblichen Verdächtigen ebenfalls zu sehen: Brandon, Casey und Burt Jenner (Stiefvater Bruce Jenners Kinder aus einer früheren Ehe). Born to be wild: Anfangs der Neunziger posieren die Kardashians im krassen Biker-Outfit. Cowabunga! Fürs erste Fest als Patchwork-Familie holen sich die Kardashian-Jenners einen Turtle mit aufs Bild. Hier sehen wir die Kardashian-Schwestern mit ihrem Vater Robert. Da ist übrigens auch ein Fehler im Bild... Genau, Khloe heisst plötzlich Khole - upps! «Dieses Bild zeigt die originalen Kardashians», schreibt Kim auf ihrem Blog. «Es stammt aus Zeiten, als meine Eltern noch verheiratet und unsere Leben perfekt waren.» Robert Kardashian verliess seine Frau Kris 1999. 2003 starb er an einer Krebserkrankung. Hier war Bruder Rob noch nicht auf der Welt. Das Bild mit Kim, Khloe and Kourtney entstand vor 1985.

Einfach nur eine lustige Familie – oder wirklich ein Horror-Clan? Menschenrechtler erheben schwere Vorwürfe gegen den «Kim Kardashian Klan».

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Kim Kardashian nervt offenbar Tausende, wenn nicht Millionen von Menschen. 277 500 von ihnen haben bereits eine Online-Petition unterschrieben. Die fordert: Weg mit Kims Hintern, ihrem Imperium und ihrer TV-Show. Die Unterzeichner der Petition auf «boycottkim.com» werfen dem «KKK – Kim Kardashian Klan» vor, mit ihrem Opportunismus, ihrer Omnipräsenz und ihrer Person «die amerikanische Kultur zu zerstören». Nebst einer «Wall of Shame» listet die Seite Firmen auf, die es im Zuge des Kim-Hasses zu boykottieren gilt.

Wie es scheint, schwappt die Anti-Kim-Welle bereits in die Kaufhäuser über. «MSN Money» berichtet, dass kaum eine Konsumentin die Klamotten der Kardashian-Kollektion kauft. Die Teile, die der US-Blog «IdontLikeYouInThatWay.com» als «Animal Prints für armenische Transvestiten» beschreibt, bleiben liegen. Ob es sich dabei um ein erstes Resultat der Anti-Kim-Kampagnen handelt, ist nicht bekannt.

Es könnte auch daran liegen: Menschenrechtler Charlie Kernaghan erhob in US-Medien schwere Vorwürfe gegen die Familie. Die Kardashians sollen ihre Klamotten von chinesischen Fabrikarbeitern nähen lassen, die unter skandalösen Bedingungen ein sklavenähnliches Dasein fristen. Kernaghan von Global Labor and Human Rights forderte, dass die Damen die Adressen ihrer Fabriken herausgeben und unabhängige Kontrolleure sich ein Bild der Zustände vor Ort machen.

Nur glückliche Näherinnen?

Adressen wollen die Damen nicht rausgeben, doch sie versichern, dass sie nur Klamotten von glücklichen Näherinnen verkaufen. Den Menschenrechtler wunderts: «Wenn sie so stolz auf ihre Fabriken sind und die Zustände dort in Ordnung sind, wieso können sie dann die Daten nicht offenlegen?»

Genau deshalb schaltete sich jetzt auch noch der US-Kongress ein: «Es ist sehr traurig, dass jemand, der schon Millionen verdient, nach China gehen muss und die Arbeit von unterbezahlten Arbeitern erledigen lässt», ätzt der kalifornische Kongressabgeordnete Dana Rohrabacher gegenüber RadarOnline.com

Schlimme Zustände in Guangdong

Die Provinz Guangdong, in der laut Radaronline.com die meisten Kardashian-Klamotten hergestellt werden, ist berühmt für menschenunwürdige Produktionsbedinungen. So verdienen die Näherinnen im Durchschnitt einen US-Dollar am Tag, dürfen nicht aufs Klo, nicht sprechen und das an sieben Tagen pro Woche. Ein Teil des Gehalts geht zurück an die Fabrik, für Kost und Logis.

Noch gibt es keine Beweise, dass der «KKK» seine Produkte unter diesen Bedingungen herstellt. Familienanwalt Robert Shapiro bestreitet die Vorwürfe vehement und ist sich sicher, dass die Rechte der Arbeiter gewahrt bleiben. So oder so: Der Mythos der Kardashians bröckelt und beweist damit: Überpräsenz ist auch nicht das gelbe vom Ei.

(bbe)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Volkan Aydin am 22.12.2011 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    kardishans sind nur bauerofer!

    Soll das jetzt ein totaler witz sein? die Kardishans zerstören die amerikanische Kultur? welche kultur? die Kultur die schwarze versklavt haben und heute noch öffentlich mit dem CluClux Clan auftretten?... die Amerikaner haben diese Moderne Sklaverei mit Europa erfunden, ALLES wird in diesen Ländern Produziert, Computer etc.! die schuldigen sind nicht die händler sondern die Menschen die hinter dieser Regirung stehen!

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  • Diego Freyler am 22.12.2011 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    Apple Produkte

    werden doch auch gekauft? Obwohl man weiss das es in den chinesischen Fabriken wo das I-Phone herkommt zu massenselbsmorden gekommen ist aufgrund der unmenschlichen arbeitsbedingungen! Komisch diese Amis!?

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  • maoistischer Kommunist am 22.12.2011 14:15 Report Diesen Beitrag melden

    Geld her aber sofort!

    Warum spenden die Kardashians nicht einfach ein paar Dollar an jeden unterbezahlten chinesischen Arbeiter? Genug Geld haben Sie ja!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gigl am 22.12.2011 16:25 Report Diesen Beitrag melden

    Sind nicht alle Reality Soaps sinnlos?

    Wer sie nicht schauen will, soll doch umschalten. Unterhaltsam sind sie allemal.

  • Antimonarch am 22.12.2011 15:45 Report Diesen Beitrag melden

    Monopoly

    Nach mir die Sintflut!

  • Volkan Aydin am 22.12.2011 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    kardishans sind nur bauerofer!

    Soll das jetzt ein totaler witz sein? die Kardishans zerstören die amerikanische Kultur? welche kultur? die Kultur die schwarze versklavt haben und heute noch öffentlich mit dem CluClux Clan auftretten?... die Amerikaner haben diese Moderne Sklaverei mit Europa erfunden, ALLES wird in diesen Ländern Produziert, Computer etc.! die schuldigen sind nicht die händler sondern die Menschen die hinter dieser Regirung stehen!

    • Lisa H. am 22.12.2011 15:58 Report Diesen Beitrag melden

      Genau

      das gleiche habe ich auch gedacht. Es wird ja so gut wie alles in China durch billige Arbeitskraft produziert. Wahrscheinlich in den meisten Fällen menschenunwürdig. Leider

    • Arpadata am 22.12.2011 16:01 Report Diesen Beitrag melden

      Kapitalismus

      Es ist niemand schuldig, Monsieur. Es ist das kapitalistische System, dass den Menschen zu solchen Dingen treibt.

    • Onkel Sam am 22.12.2011 16:03 Report Diesen Beitrag melden

      Ganz bequem

      Sie machen es sich da etwas einfach. Die Schuldigen, könnte man auch behaupten, sind nicht die Menschen hinter der Regierung, sondern jene, welche diese Dinge konsumieren. Leute wie Sie bspw; oder was glauben Sie, woher die Kompomenten etc von Ihrem PC herkommen? Oder was glauben Sie, wo die Rohstoffe für Ihre Medikamente herkommen? Oder wo Ihre Kleider fabriziert werden? Usw usf. Angebot und Nachfrage halt; wer ein iPhone für 1 Stutz will, kann doch nicht erwarten, dass dieses im Nachbardorf hergestellt wird...

    • Sheyla am 22.12.2011 17:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Yees

      Da hast du völlig recht!!!

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  • Erich Minder am 22.12.2011 15:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lecker!

    Aber scharf ist Kim trotzdem!

  • Peter am 22.12.2011 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    selber schuld

    Der Konsument will doch möglichst günstige Kleider und will überall ja möglichst viel sparen! Selber schuld, wenn der Mist dann in China produziert werden muss! Eines Tages wird diese "geiz ist geil" Menthalität zum Bumerang!!

    • Frank-Uwe am 22.12.2011 15:20 Report Diesen Beitrag melden

      Geschwätz

      auch teure Sachen wie die I-Irgendwas werden so produziert. Weil der Kapitalist gewinn will.

    • Roman am 22.12.2011 18:38 Report Diesen Beitrag melden

      Am eigenen Ast gesägt

      Es geht nicht um das Gewinnen. Vielmehr um die Gewinnmaximierung. Immer mehr und mehr und mehr Kohle scheffeln. Das alleine den Kardashians anzulasten wollen ist natürlich heuchlerisch. Das Joboutsourcing hat Amerika erfunden. Wir Europäer, so wie immer, sind den Amis einfach ohne zu denken hintenhergehechelt. Und dann plappern wir von Menschenrechten usw. Dieses unmoralische Verhalten wird uns alle tatsächlich noch hart treffen. Denn wir sind ja die kaufenden Konsumenten.

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