26. April 2005 15:44; Akt: 26.04.2005 15:56 Print

50 Cent: 280-Millionen-Dollar-Klage

Rapper nennen das Imagepflege: Um sich schiessen, Leute verprügeln. Doch jetzt wehrt sich ein Opfer dieses Rapper-Lifestyles mit einer extrem hohen Schadensersatzklage.

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Laut Augenzeugenberichten haben der Rapper und 50-Cent-Schützling The Game und dessen 20-köpfige Crew im vergangenen Januar nach einem Interview in einem Radiosender in Washington D.C. zwei Männer verprügelt, wie der Onlinedienst netzeitung.de berichtet.

Grund soll gewesen sein, dass der Manager von the Game, der eine Handy-Headset trug, von einem der beiden mit einem «Star Trek»-Handgruss empfangen wurde. «Ich wurde von hinten gewürgt, bis ich ohnmächtig wurde», so die Beschreibung des angegriffenen Kwasi Jones. «Ich dachte, die bringen mich um», wie es heisst.

Doch damit nicht genug: The Game hat die Auseinandersetzung in geinsam aufgenommenen Song mit 50 Cent verewigt: In dem Song «Hate It Or Love It» heisst es «I'm rap's MVP [Most Vicious Pimp]/ Don't make me remind y'all what happend in D.C.» (Ich bin der bösartigste Zuhälter des Raps/ lasst mich Euch nicht daran erinnern, was in D.C passiert ist)».

Zur Schmach des Verprügelten steht «Hate It Or Love It» derzeit auch noch auf Platz eins der MTV- Videocharts. Damit werde er dauernd an den Vorfall erinnert, liess Jones über seine Anwälte wissen. «Ich versuche immer noch, über den Abend hinwegzukommen, und der Song ist dabei nicht gerade hilfreich.»

Also hat er geklagt und zwar auf 280 Millionen Dollar, die selbst ein Mega-Rap-Star wie 50 Cent merken dürfte, wenn sie ihm fehlten. Denn der Rapper wurde als Mit-Sänger des Schmähliedes gleich mit verklagt und so auch das Label von Eminem und Dr. Dre, das die Platte vertreibt.

Die Anklage lautet auf Körperverletzung, vorsätzliche Zufügung emotionalen Leidens sowie Fahrlässigkeit, berichtet das Rap-Fachblatt «Chronic Magazine».

The Game hat sich bereits zu den Vorwürfen geäussert und bei einer Videopremiere sogar entschuldigt: «Es tut uns aufrichtig leid, was in D.C passiert ist. Es wird nie wieder passieren.»