«Ich war so betrunken und so traurig»

10. Juli 2019 13:17; Akt: 10.07.2019 13:17 Print

Ariana Grande ertränkte ihre Trauer im Alkohol

In einem Interview spricht die Sängerin erstmals offen über Manchester, Mac Miller und Pete Davidson. Dabei gesteht sie, dass sie sich an manches kaum erinnern kann.

Bei einem Konzert brach Ariana kürzlich in Tränen aus. (Video: Twitter/Instagram/Wibbitz/20 Minuten)
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Ariana Grande hat schwierige Zeiten hinter sich: Im Mai 2017 musste sie den Konzertanschlag in Manchester verkraften. Nach dem plötzlichen Tod ihres Exfreundes Mac Miller im September 2018 ging einen Monat später dann ihre Beziehung mit Pete Davidson (25) in die Brüche.

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Vor kurzem fing sie bei einem Konzert zu weinen an (im Video oben), worauf Fans sich Sorgen machten. Es fällt der 26-Jährigen schwer, über die Geschehnisse zu reden: In der August-Ausgabe der amerikanischen «Vogue» ist die Sängerin auf dem Cover und sprach in einem emotionalen Interview über die Rückschläge.

Wir haben die wichtigsten Zitate aus dem «Vogue»-Interview zusammengefasst.

Ariana über Manchester

«Ich bin stolz darauf, dass wir viel Geld sammeln konnten, um den Menschen ein Gefühl von Liebe oder Unterstützung zu vermitteln, aber am Ende des Tages hat es niemanden zurückgebracht», so die Sängerin zur Spendenaktion nach dem Anschlag auf ihr Konzert.

«Wir haben unser Bestes gegeben, aber in Wirklichkeit haben wir nichts getan. Es tut mir so leid. Ich habe viel zu sagen, das Menschen wahrscheinlich helfen könnte, aber ich muss selbst noch vieles verarbeiten. Und werde vielleicht nie bereit sein, darüber zu sprechen.»

Ariana über die Zeit nach Mac Millers Tod

Nach dem plötzlichen Tod ihre Ex-Freundes kam das Blackout: «Wenn ich ganz ehrlich bin, erinnere ich mich nicht an diese Monate, weil ich so betrunken und so traurig war. Ich erinnere mich nicht wirklich daran, wie es begann oder wie es endete oder wie plötzlich zehn Songs da waren.»

Zu diesem Zeitpunkt habe sie festgestellt, dass sie sich mit sich selbst beschäftigen müsse: «Ich hatte immer jemanden, dem ich gute Nacht sagen konnte. ‹Thank U, Next› war ein Moment der Selbstentfaltung. Es war ein beängstigender Moment. Ich merkte: ‹Wow, du musst dich jetzt mit all dem Zeug auseinandersetzen. Keine Ablenkungen mehr. Du musst den ganzen Scheiss heilen.›»

Ariana über Pete Davidson

Die kurze Beziehung mit dem Komiker Pete Davidson bezeichnete sie im Interview als eine «wunderbare Ablenkung»: «Es war leichtsinnig und lustig und verrückt und höchst unrealistisch, und ich liebte ihn und ich kannte ihn nicht.» Weiter erklärt sie: «Ich bin wie ein Kind, wenn es um das wirkliche Leben geht. Ich vertraue mir selbst immer noch nicht mit dem Lebenskram.»

Ariana über ihre psychische Gesundheit

Auf der Bühne sehe sie sich als «perfekt polierte Entertainerin», so Ariana. Für ihre Fans versuche sie, eine «stärkere, grossartige, furchtlose Version» ihrer selbst zu sein: «Ich hoffe, dass ich eines Tages tatsächlich in diese Vorstellung davon, wie ich gerne wäre, hineinwachse.»

Nichtsdestotrotz wird Arianas Zerissenheit deutlich: «Ich bin wohl das glücklichste Mädchen der Welt und zugleich das unglücklichste. Ich gehe diesen schmalen Grat zwischen der Heilung meiner selbst und damit, mich gleichzeitig nicht mit Dingen zu beschäftigen, für die ich noch nicht bereit bin. Ich versuche, die schönen Dinge in meinem Leben zu feiern und keine Angst zu haben, dass sie mir weggenommen werden – obwohl mein Trauma mir sagt, dass genau das geschehen wird.»

Ariana über ihre Musik

«Es ist schwer, Lieder zu singen, die von frischen Wunden handeln. Es macht zwar Spass, es ist Popmusik – aber diese Songs stellen für mich wirklich schweren Scheiss dar», sagt Grande.

Sie blickt auch kritisch auf ihre frühere Musik. «Vielen meiner Songs fehlt es an Substanz. Ich habe ‹Side to Side› herausgebracht. Ich liebe diesen Song, aber es ist nur ein lustiges Lied über Sex», so Ariana über ihre Single von 2016.

Dass ihr Publikum zu einem Grossteil aus jungen Mädchen besteht und sie von Sex singt, findet sie nicht problematisch: «Sie werden sicher Sex haben. Ich verspreche dir, dass deine Tochter Sex haben wird. Wenn sie dich also fragt, worum es in dem Lied geht, sprich darüber.»

(afa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kein Ariana Fan am 10.07.2019 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    Beeindruckend

    "Vielen meiner Songs fehlt es an Substanz" super ist sie so reflektiert. Da sieht man wieder, wir wissen nichts über Künstler, wir denken nur wir wissen alles. Ich hoffe es geht ihr bald besser.

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  • ah am 10.07.2019 14:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sad

    Da soll mal jemand sagen, geld mache glücklich...ich wünsche ihr alles Gute für ihre Zukunft

  • Grünefee am 10.07.2019 14:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seufz

    Noch nicht gemerkt die Sorgen können schwimmen...bringt der Alkohol nur kurz was..

Die neusten Leser-Kommentare

  • Denkpause am 10.07.2019 16:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Irgendwie ...

    ... kann sie doch für Schlagzeilen sorgen.

  • asdf am 10.07.2019 16:13 Report Diesen Beitrag melden

    ach ja, seufz

    wenn Promis von Sucht oder Depression betroffen sind, dann sagen alle "Ooh der/die ärmste", wenn aber der Nachbar, ein Bekannter, ein Arbeitskollege oder wer auch immer Non-Promitenter betroffen ist, dann heisst es meist nur "selber schuld!" oder "Versager!"

    • Kaa73 am 10.07.2019 16:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @asdf

      So ist es bravo. Oder derjenige wird abgestempelt, auch in dem jetzigen, modernen und sollte man doch meinen, aufgeschlossenerem, offenerem Jahrhundert. Das ist etwas, was mir nicht in den Kopf will. Die Abgrentzung und Zeigefingertour gegenüber psych. Erkrankungen und dergleichen. Und doch erwischts die meisten selbst einmal oder man kennt jemanden. Jeder kennts und es gehört zum Leben und trotzden stempelt man ab....

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  • Herr Max Bünzli am 10.07.2019 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    genau

    wir Bützer ertränkte unsere Trauer im der Arbeit an der öligen Drehbank.

  • Bunalibre am 10.07.2019 15:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    habe verständniss

    Ich bin nicht ein Fan von ihrer Musik aber wisst ihr eigentlich um wen es hier geht? Was sie durchmachen musste, muss der Horror gewesen sein. Und ich spreche nicht von Ihren Beziehungen.

  • Alternative für die Schweiz am 10.07.2019 15:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Therapeut konsultieren!!

    Schon wieder?? Eine Therapie machen, Geld und Zeit hat sie ja genug, oder sonst zu Hause bleiben! Und bitte, verschont uns mit solchen Nebensächlichkeiten die niemand interssiert!

    • Tulip82 am 10.07.2019 16:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alternative für die Schweiz

      Mich nervt das, dass immer wieder Leute das Gefühl haben entscheiden zu können, über was berichtet werden soll. Wenn es Sie nicht interessiert, müssen Sie den Artikel einfach nicht anklicken und sicher auch nicht kommentieren.

    • Kaa73 am 10.07.2019 16:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tulip82

      Bravo, auf den Punkt gebracht.

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