Kampf gegen Insolvenzverfahren

15. Juni 2018 11:19; Akt: 15.06.2018 12:38 Print

Becker fordert Immunität als afrikanischer Diplomat

Ex-Tennisstar Boris Becker wehrt sich gegen ein Insolvenzverfahren in Grossbritannien. Er beruft sich auf Immunität – in seiner Funktion als afrikanischer Attaché.

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Per Becker-Hecht auf den Tennisolymp: 1985 düpiert Boris Becker in Wimbledon als 17-Jähriger die gesamte Weltelite. Hoch die Tasse: Nach dem Viersatzsieg über Kevin Curren aus Südafrika präsentiert Becker, Übername «Bum Bum», die Wimbledon-Trophäe. Noch nicht volljährig und schon ein Held: Becker posiert nach dem Triumph im All England Club mit seinen Eltern Karl-Heinz und Elvira. Ganz viel Liebe: 1993 heiratet der Tennisstar in seiner Heimatstadt Leimen zum ersten Mal. Mit Barbara bleibt er sieben Jahre zusammen. Privates öffentlich gemacht: Anfang 2001 lässt sich das einstige Traumpaar in den USA scheiden. Das Fernsehen ist live dabei. Ein gefundenes Fressen für die Boulevardpresse: 1999 leistet sich Becker den Wäschekammer-Fehltritt mit dem russischen Model Angela Ermakowa. Tochter Anna kommt am 22. März 2000 zur Welt – und ist dem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten. Mit dem Riesenpudel auf dem Laufsteg: Beckers Tochter Anna ist inzwischen wie ihre Mutter Model, wie dieses Bild aus dem Jahr 2015 zeigt. «Boris der Grosse»: Becker, hier auf einer Aufnahme von 1999, geniesst in Wimbledon Heldenstatus. Er gewinnt das Turnier dreimal und erreicht drei weitere Male das Endspiel. Diesmal ist es eine Sängerin: Zu Beginn des Jahres 2001 zeigt sich Becker mit Sabrina Setlur. Verliebt ja, schwanger nein: In der Sendung «Wetten, dass ...?» beantwortet Setlur im Januar 2001 eine Frage, die das Land bewegt. Ein bisschen Spass muss sein: Zusammen mit Sänger Roberto Blanco, der früheren Topspielerin Gabriela Sabatini und Komiker Otto Waalkes nimmt Becker im Mai 2003 an einem Showmatch in Hamburg teil. Nun auch offiziell eine Sportlegende: Im Juli 2003 wird Becker in die Hall of Fame des Tennissports aufgenommen. Ex-Frau Barbara und die beiden gemeinsamen Söhne Noah (l.) und Elias sind auch dabei. Eine kurze Episode: Mit Sandy Meyer-Wölden, die er kennt, seit sie ein Kind war, ist Becker 2008 drei Monate lang verlobt. Sandys Vater Axel Meyer-Wölden, ein angesehener Jurist, war einst Beckers Manager. Ehrengast an den Sports Awards: Becker ehrt im Dezember 2003 Roger Federer als Schweizer Sportler des Jahres. Wieder unter der Haube: Im Juli 2012 geben sich der Tennisstar und das niederländische Model Lilly Kerssenberg in St. Moritz das Jawort. Nur keine falsche Eitelkeit: Becker tauscht in der Oliver-Pocher-Sendung «Immer auf den Kleinen» das Tennisracket gegen zwei Fliegenklatschen. Zurück auf der Tour: Ende 2013 wird Becker von Novak Djokovic als Trainer engagiert. Die Tenniswelt ist zunächst irritiert ob der Wahl des Serben. Er hat es wieder einmal allen gezeigt: Beckers Schützling Djokovic gewinnt im Juli 2014 Wimbledon. Es ist der erste von sechs Major-Titeln für das Gespann. Nur nicht schwitzen: Seit dem Ende der Zusammenarbeit mit Djokovic im Dezember 2016 ist Becker wieder als TV-Experte tätig. Im Sommer 2017 wird bekannt, dass Becker hohe Schulden hat. Unter anderem wegen seines luxuriösen Lebensstils, teurer Scheidung, Unterhaltszahlungen und geschäftlicher Pleiten.

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Der ehemalige Tennisstar Boris Becker hat im Zuge eines Insolvenzverfahrens in Grossbritannien diplomatische Immunität für sich geltend gemacht. Er berufe sich dabei auf seine Funktion als Sport-Sonderattaché für die Zentralafrikanische Republik.

Dies berichtete die britische Press Association (PA) unter Berufung auf Medienberichte am Freitag. Er sei für das Land bei der Europäischen Union akkreditiert und hoffe, dass dieser Status somit auch in Grossbritannien gelte.

«Farce zum Ende bringen»

Der Entscheid, ein Insolvenzverfahren gegen ihn einzuleiten, sei «sowohl ungerechtfertigt, als auch ungerecht», klagte Becker laut PA. Deshalb mache er nun diplomatische Immunität geltend, um «diese Farce zum Ende zu bringen», und damit er anfangen könne, sein «Leben wieder aufzubauen.»

Becker war im Juni 2017 von einem Konkursgericht in London wegen unbeglichener Schulden für zahlungsunfähig erklärt worden. Im April dieses Jahres war der dreimalige Wimbledonsieger von der Zentralafrikanischen Republik zum Sonderattaché für Sport und kulturelle Angelegenheiten in der Europäischen Union ernannt worden.

(bee/sda)