15. April 2005 14:02; Akt: 15.04.2005 16:36 Print

Bewegender Abschied von Fürst Rainier III.

In einer prunkvollen und bewegenden Trauerfeier haben Hochadel und Staatsgäste aus aller Welt in der Kathedrale von Monte Carlo Abschied von Fürst Rainier III. von Monaco genommen.

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Erzbischof Bernard Barsi würdigte den Verstorbenen in seiner Predigt am Freitag als liebenden und geliebten Vater, der nunmehr in den Schlaf des Todes eingetreten sei. Rainier starb am 6. April im Alter von 81 Jahren. Mit einer Amtszeit von gut 56 Jahren war er der am längsten regierende Monarch Europas.

Barsi würdigte die Verdienste Rainiers um das kleine Fürstentum, das unter seiner Regentschaft erst richtig aufblühte. Er sei als der Fürst des Aufbaus bekannt geworden, sagte der Erzbischof. Rainier sei aber nicht nur der Regent gewesen, sondern auch ein Freund und ein Familienmitglied. «Seine Familie weint um ihn», sagte Barsi.

Bis zum Vormittag war der Sarg noch in der Palastkapelle aufgebahrt. Bei der Überführung in die Kathedrale standen die rund 170 Mitarbeiter des Fürsten im Hof Spalier, um dem Toten die letzte Ehre zu erweisen. Sie hielten rote und weisse Rosen in den Händen. Hinter dem Sarg, der in die rot-weisse Flagge mit dem Familienwappen der Grimaldis gehüllt war, schritten Rainiers Sohn und Erbe Prinz Albert II. sowie die Töchter Caroline und Stephanie. Auch einige der Enkelkinder folgten dem Trauerzug, und sogar der Hund «Odin», der dem Fürsten zum 50. Es Amtsjubiläum vor sechseinhalb Jahren geschenkt wurde, war dabei. fehlte der Ehemann von Prinzessin Caroline, Prinz Ernst August von Hannover. Er liegt seit voriger Woche mit einer schweren Erkrankung in einer Klinik in Monaco.

Vorbei an einer Ehrengarde wurde der Leichnam Rainiers in die Kathedrale getragen, wo ein Schwert auf den Sarg gelegt wurde. Dort hatten sich bereits rund 3.000 Gäste zur Trauerfeier versammelt - Monarchen und Adelige sowie Staats- und Regierungsvertreter aus rund 60 Ländern.

Zu ihnen gehörten der französische Präsident Jacques Chirac mit Frau Bernadette, der schwedische König Carl XVI. Gustav und Königin Silvia, die norwegische Königin Sonja, der belgische König Albert, der niederländische Kronprinz Willem Alexander, die persische Exkaiserin Farah Diba, Exkönig Konstantin von Griechenland, Grossherzog Jean von Luxemburg und Prinz Alois von Liechtenstein.

Die Feierlichkeiten standen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. 1.300 Polizisten aus Monaco und Frankreich sorgten für die Sicherheit der Gäste. Nach der Totenmesse war die Beisetzung des Fürsten an der Seite seiner 1982 bei einem Autounfall verstorbenen Frau Gracia Patricia vorgesehen. Für diese Zeremonie in der Gruft der Kathedrale waren nur die engsten Familienmitglieder zugelassen.

(ap)