Vom Penner zum Helden

07. Januar 2011 12:55; Akt: 07.01.2011 16:28 Print

Das Stimmwunder geht weiter

Ted Williams ist der neue Liebling der USA: Unter grosser öffentlicher Anteilnahme traf der Bettler mit der Goldstimme seine Mutter – und bekommt Geschenke und Jobangebote zuhauf.

In der 39. Etage des New Yorker «Palace Hotels» trafen sich Ted und Julia Williams nach Jahren wieder. Der emotionale Moment wurde von einem Kameramann des «Columbus Dispatch» gefilmt (Quelle: Columbus Dispatch).

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Gerade noch stand er auf der Strasse, kurz darauf sagt Ted Williams die «The Today Show» an – und redete dann im US-TV darüber, wie er innert zwei Tagen berühmt geworden ist (20 Minuten Online berichtete). Noch in seine Army-Jacke gehüllt, in der der 53-Jährige erstmals gefilmt worden war, berichtete er lachend, dass ihm das Basketballteam der Cleveland Cavaliers einen Job wie auch eine Behausung angeboten hat.

Emotionale Wiedervereinigung

Nach dieser Aufzeichnung wurde der New Yorker direkt in ein anderes Studio gebracht, wo er vier Werbespots für einen Lebensmittelhersteller drehte, um daraufhin als Gast in der beliebten Talkshow «Late Night With Jimmy Fallon» aufzutreten. Doch das wichtigste Treffen war zweifellos das mit seiner Mutter, die Ted Williams seit über 20 Jahren nicht gesehen hat. Und weil laut der Zeitung «Columbus Dispatch» diverse andere TV-Shows um die neue Ikone buhlten, wäre diese Wiedervereinigung fast noch ins Wasser gefallen.

«Mein verlorener Sohn ist nach Hause gekommen», sagte Julia Williams, als sie ihren tränenüberströmten Nachkommen begrüsste. Böse war sie jedoch auf ihn, weil er in Interviews sagte, sie sei 92 Jahre alt: Er habe sie zwei Jahre älter gemacht. Immer wenn sie ihn angerufen hat, habe er aufgelegt, wenn sie ihm religiös gekommen ist. «Ich habe versucht dir zu sagen, dass Du Gott finden sollst. Was glaubst Du, wie ich mich gefühlt habe?» Der reuige Sünder antwortete: «Ich habe das alles hinter mir gelassen. Mutter, ich liebe dich so sehr.»

Sorge wegen des Medienhypes

Viele Leser des «Columbus Dispatch» äusserten allerdings auch Bedenken, weil der Medienrummel den Bettler von gestern überfordern könnte. Was die Leute meinen, zeigt untenstehender Clip eindrücklich: In einer Aufzeichnungspause der «Today Show» wird Ted Williams umgehend von Reportern in Beschlag genommen. Es bleibt zu hoffen, dass sich der Amerikaner von den Journalisten nicht unterkriegen lässt.


(phi)