Nachfrage steigt

30. Juni 2016 13:54; Akt: 30.06.2016 13:54 Print

Das grosse Geschäft mit den Plus-Size-Models

von Martin Fischer - Der Markt für Models, die etwas mehr auf den Rippen haben, wächst – und die Plus-Size-Models selbst werden inzwischen auch von Paparazzi verfolgt.

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Die Amerikanerin Ashley Graham zeigt die Ausgabe der diesjährigen Bikini-Ausgabe der «Sports Illustrated», deren Cover sie kürte - als erstes Plus-Size-Model. Ihre Wahl zum Covergirl hat durchaus Symbolwert: Models mit Kurven sind im Mainstream angekommen. So ist die 28-Jährige mittlerweile eine Celebrity, die auch von den Paparazzi abgelichtet wird. Wie hier beim Telefonieren in Los Angeles ... ... oder beim Shoppen in New York. Bei den CFDA, den «Oscars der Modebranche», war Ashley dieses Jahr ebenfalls zu Gast. Und hier hängt sie backstage mit Popstar Joe Jonas rum bei einer Party des Modemagazins «W». Auf ihrem Instagram-Account - Ashley hat zwei Millionen Follower - zeigt das Model ihre Kurven stolz. Sie knipst gern Bikiniselfies ... ... und zwar aus allen Lagen. Robyn Lawley ist wie Ashley eine Vorreiterin unter den Plus-Size-Models. Natürlich haben die Paparazzi ihre Objektive längst auch auf sie eingestellt. Und die Fans fragen nach Selfies mit der schönen Australierin. Robyn hat schon für zahlreiche Magazine wie die «Elle», die australische «Vogue», «GQ», «Dazed & Confused», «Vanity Fair» und für internationale Modelabels wie H&M oder Mango geshootet. Inzwischen hat sie auch ein eigenes Bademodelabel lanciert, Robyn Lawley Swimwear. Denn der Name soll ziehen. Candice Huffine gehört ebenfalls zu den bekanntesten «curvy Models». Hier posiert sie bei einer Modeschau rechts im weissen Kleid neben Ashley Graham. Und auch sie schritt bei den diesjährigen CFDA-Awards über den roten Teppich - ein Sinnbild für die Relevanz des 31-jährigen Models. Candice hat echte Hardcore-Fans. Dieses Instagram-Selfie von Candice haben wir übrigens Justin Bieber zu verdanken: «Er erschien mir im Traum und sagte mir, ich solle mehr Selfies posten», schreibt sie zum Bild. Danke, Justin.

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Im Februar dieses Jahres zierte Ashley Graham das Cover der jährlichen Bikiniausgabe der «Sports Illustrated» – als erstes Plus-Size-Model. Auch die Macher des legendären Pirelli-Kalenders nahmen mit Candice Huffine ein «curvy Girl» in ihren mit berühmten Namen gespickten Modelkatalog auf. Es sind zwei Fälle mit Symbolcharakter: Kurvigere Models sind im Mainstream angekommen.

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Eine Entwicklung, die auch wichtige Modemarken zum Handeln zwingt: Unterwäscheriese Victoria's Secret etwa, der quasi definiert, was sexy ist, wie auch das spanische Grossunternehmen Zara sollen derzeit an Plus-Size-Kollektionen arbeiten.

«Die Brands haben bemerkt, dass sich etwas verändert hat»

David Watkinson, Chef der britischen Modelagentur 12+, die seit über 15 Jahren auf das Geschäft mit Konfektionsgrössen ab 40 spezialisiert ist, bestätigt dies. «Die Brands haben gemerkt, dass sich etwas verändert hat», sagt er. Es sei zwar ein langer Weg gewesen, aber: «Die Nachfrage für Plus-Size-Models ist in den letzten Jahren stetig gestiegen.» Sie arbeiten inzwischen mit grossen Online-Anbietern wie Asos zusammen und renommierte Magazine wie «Cosmopolitan» und «Marie Claire» buchen seine Models für Shootings.

Besonders stark ist der Markt im angelsächsischen Raum gewachsen. So macht das Plus-Size-Segment über 12 Prozent aller verkauften Kleider in Grossbritannien aus. Was einem Umsatzwert von über sechs Milliarden Franken entspricht, wie «The Telegraph» schreibt – das ist keine Nische mehr.

Die Plus-Size-Models sind Celebritys geworden

Models wie Ashley Graham, Candice Huffine oder Robyn Lawley, die hier eine Vorreiterrolle eingenommen haben, können ihren Erfolg nun geniessen. Mit ihren Social-Media-Plattformen und steigenden Followerzahlen untermauern sie ihren Marktwert – Graham etwa hat auf Instagram zwei Millionen Follower. Watkinson sagt: «Was die Honorare angeht, sind Plus-Size-Models auf Augenhöhe mit anderen Fashionmodels.» Paparazzi knipsen Ashley und Co. inzwischen auch am Strand oder beim Shoppen – sie sind zu Celebritys geworden.

Watkinson ist froh um diese Entwicklung. «Es ist eine gute Sache», sagt er. Ihm und seiner Frau Sarah, die die Agentur im Jahr 2000 gegründet hat, gehe es vor allem darum, einen gesunden Lebensstil zu promoten. «Unsere Models essen nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel. Es geht um Balance.»

In der Schweiz gibt es keinen Markt

Die Schweiz hinkt in der Entwicklung hinterher. «Hier ist keine gesteigerte Nachfrage nach Plus-Size-Models auszumachen. Die Anfragen kommen sehr vereinzelt», sagt Ursula Knecht, Agenturchefin bei Option Models in Zürich. Es gebe kaum Werbekampagnen, die solche Models verlangen, und der Markt sei bei uns kleiner als in den USA oder in England. Ihr Fazit: «Ein Plus-Size-Model kann in der Schweiz oder auch in Deutschland nicht von dieser Arbeit leben, es gibt zu wenige Aufträge.»

Vor einem Jahr haben Sarah und David Watkinson von 12+ das Projekt «Models With Curves» lanciert. Über eine Webseite und via Soziale Medien wollen sie damit ihren Models eine öffentliche Plattform geben. «Damit ihre Stimmen gehört werden, denn sie werden immer wichtiger», sagt David.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Studentin am 30.06.2016 14:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Definition

    Wenn man ab Kleidergrösse 40 schon als Plus-Size gilt, stimmt mit dieser Gesellschaft leider etwas immer noch nicht.

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  • aasp am 30.06.2016 14:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm

    Das traurige daran ist aber, dass die gezeigte Dame aus meiner Sicht "normal" ist. plus size sollte dan definitiv nochmals was anderes sein..

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  • beast am 30.06.2016 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    schön

    wunderschöne frau. würde ich den victoria-secrets-hungerhacken auf jeden fall vorziehen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Falingdragon am 01.07.2016 07:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wohlfühlen 

    ein Mensch sollte sich in seinem Körper wohlfühlen es ist egal ob plus size oder sonst wie. Ich finde es gut, dass die Mode endlich teilweise eingesehen hat,dass diese Hungerhaken ein falsches Idealbild, für junge Menschen, zeichnen.

  • Roj am 30.06.2016 21:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Models

    Eeeendlich ist es soweit! Schon als ich 20 war haben mir Kleiderhaken nicht gefallen und das ist 49 Jahre her!

  • Norbert K am 30.06.2016 21:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leben und leben lassen

    Naja wems gefällt...

  • G.S. am 30.06.2016 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verhältnissmässigkeit

    Plus Size ist fantastisch ABER : Oberweite muss im Verhältnis zum "Rest" stehen. Also - kein Busen und ein ausladendes Becken - geht gar nicht !

  • Bob M am 30.06.2016 20:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    auf die barrikade!

    plus size bedeutet in der modeindustrie nichts anderes als grösser als XS schön das man das eigentlich googlen könnte uninformiert sein und sich aufregen können gefällt den meisten jedoch besser