Stars in der Rehab

03. Juli 2014 05:47; Akt: 03.07.2014 08:48 Print

Das grosse Geschäft mit der Sucht

von Katinka Templeton - Immer wieder checken Berühmtheiten in der Entzugsklinik ein - zuletzt Shia LaBeouf und Robin Williams. Hinter den Abgründen der Stars steht ein Millionen-Business.

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Shia LaBeouf lässt sich nach seinem Ausraster im Theater wegen Alkoholsucht behandeln. Der Spross von Robert Downey Jr. wurde mit Drogen am Steuer erwischt und checkt wahrscheinlich bald in eine High-End-Rehab-Facility ein. Auch Robin Williams, der eigentlich seit Jahren clean ist, liess sich laut seinem Sprecher kürzlich vorsorglich in eine Entzugsklinik in Minnesota einweisen.

Die Sucht der Stars ist omnipräsent. Und schon lange kein Geheimnis mehr. Wer an die Öffentlichkeit geht, bekommt Publicity und Glückwünsche für eine baldige Genesung. Und die Entzugskliniken bekommen ganz viel Geld. Denn je prominenter der Süchtige, der in einer Klinik ein Zimmer bezieht, desto mehr Geld kann das Institut für seine Leistungen verlangen.

Keine Sonderbehandlung ohne Geld

Die Verlierer sind jene Suchtkranken, die keinen Celebrity-Status geniessen. Denn laut Alcoholrehab.com sind die Kosten für einen begleiteten Entzug in den Top-Instituten in den letzten Jahren durch die Decke gegangen.

Hat eine durchschnittliche Behandlung gegen Alkoholabhängigkeit vor zehn Jahren noch 1400 US-Dollar gekostet, berappen Süchtige heute 10'000 Dollar für die gleiche Therapie. Hazelden, eine der bekanntesten Entzugskliniken in Amerika, verlangt für vier Wochen Behandlung derzeit satte 28'000 Dollar.

Das Promises Rehab Center in Malibu, das bei den Hollywood-Stars besonders beliebt ist, kostet laut der Beratungsseite 33'000 Dollar im Monat. Und für die Meadows Clinic in Arizona, die derzeit als die beste Einrichtung für Suchtkranke gehandelt wird, muss der Betroffene – ob berühmt oder nicht – 1'000 US-Dollar am Tag hinblättern.

Veraltete Behandlungsmethoden für mehr Geld

Wer so viel Geld für seine Gesundheit ausgibt, erwartet, dass die Methoden auch anschlagen. Trotzdem starb «Glee»-Star Corey Monteith an einer Überdosis Alkohol und Heroin – drei Monate nach seiner Entlassung aus der berühmten Betty Ford Clinic.

Teil des Problems seien die veralteten Behandlungsmethoden, die auch in grossen und modernen Kliniken immer noch Anwendung finden würden, sagt Anne Fletcher. Die Autorin und Psychologin hat für ihr Buch «Inside Rehab» Jahre aufgewendet, um zahlreiche Entzugskliniken auf Herz und Nieren zu prüfen. Viele der Institute würden ihre Patienten ohne Nachbetreuung nach Hause schicken, klagt Fletcher in ihrem Buch an.

Für diese Situation haben findige Ex-Abhängige ein lukratives Business-Modell gefunden. Menschen, die bereits seit Jahrzehnten clean sind, bieten ihre Erfahrungen an und begleiten den Suchtkranken auf Schritt und Tritt. Sie gehen gemeinsam zum Sport, zur Arbeit, zu Anlässen oder in den Supermarkt.

Babysitter für Berühmte

Diese Rund-um-die-Uhr-Überwachung lassen sich die sogenannten Sober Coaches einiges kosten: 1'000 US-Dollar am Tag ist das Minimum. Für spezielle Anlässe wie stressige Veranstaltungen verlangen manche sogar 50'000 Dollar, wie Thefix.com schreibt.

Und wer profitiert von diesem Angebot? Celebritys, die es sich leisten können. Jüngstes Beispiel ist Lindsay Lohan. Ihr Sober Coach Michael Cormier zog mit ihr von Los Angeles nach New York, um sie während der Dreharbeiten zu Oprah Winfreys Dokumentation zu begleiten.

Ob seine Tätigkeit etwas gebracht hat? Da ist sich nicht einmal Cormier selbst sicher: «Ich habe keine Beweise, dass sie nicht mehr trocken ist. Aber ich bin mir nicht sicher», gab der Sober Coach in der Sendung zu Protokoll. Bezahlt wird Michael Cormier aber trotzdem.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Leela Lila am 03.07.2014 08:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rehab - neudeutsch für Psychiatrie

    Das ist eben die Kehrseite unserer Party-und-Spass-Gesellschaft. Wir müssen immer gut aussehen, fit und dazu noch überall mit dabei sein. Es gibt sicher noch mehr dieser Menschen, die aber keine Hollywood-Typen sind und auch mit den Widrigkeiten des Alltages zu kämpfen haben. Diese landen dann in der Psychiatrie....

  • E Koli am 03.07.2014 08:21 Report Diesen Beitrag melden

    Die Industrie

    bekommt solche Teenystars von verzweifelten Eltern geschenkt, die selbst nie einen Erfolg hatten. Daraus kann sich Disney ihre Lieblingsmarionetten durch Brainwash und Mindkontroll so kreieren und gestalten lassen wie sie es möchten. Diese Stars nehmen dann eure Kinder als Vorbild und werden genau so verenden wie sie! PAsst auf!

  • Moni am 03.07.2014 09:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlussendlich

    Ist der Entzug für jeden gleich schwer,egal wiviel Geld man hatt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Karim am 03.07.2014 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    Der Spross von Robert Downey Jr. ?

    Der Spross von Robert Downey Jr. ?

    • Nahro D. am 03.07.2014 14:25 Report Diesen Beitrag melden

      Sohn von Robert Downey Jr.

      Mit "der Spross von Robert Downey Jr." meint der Redaktor nicht Shia LaBeouf, sondern den Sohn von Downey. Es ist eine Aufzählung...

    • Legolas am 03.07.2014 14:55 Report Diesen Beitrag melden

      Jr. Jr.?

      heisst der dann Robert Downey Jr. Jr.

    • Laura am 03.07.2014 15:38 Report Diesen Beitrag melden

      Der Spross von Robert Downey Jr. ?

      Foto Nr. 2!!! Indio ist Robert Downey Jr. Spross

    • spompanadl am 03.07.2014 17:56 Report Diesen Beitrag melden

      Ja schon...

      Indio, der Sohn von Robert Downey Jr. - Bildstrecke anschauen wär nicht schlecht...

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  • j.d. am 03.07.2014 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    siehe

    völliger schwachsinn diese sober coaches.. wer mit drogen nicht umgehen kann der kann es eben nicht, und der fehler ist auch das gesagt wird "du musst die droge aus deinem kopf bannen etc" das ist schwachsinn ..viele leute auf vielen drogen werden nicht süchtig weil sie keinen grund dazu haben

  • Tea am 03.07.2014 09:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glücklich auf Knopfdruck

    Die wären nie erfolgreich geworden ohne Drogen, weshalb sie auch rückfällig werden wenn sie wieder draussen sind. Auch hier werden 95% rückfällig innert 3 Monaten, ohne weiterführende Therapie. Kosten rund 400-500 chf pro Tag, also nicht viel weniger. Was muss ich jetzt machen damit der "Gast" wiederkommt? Ihn nach hause schicken.

  • Oliver S. am 03.07.2014 09:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immerhin

    Solange er von selbst geht, hat er gute Chancen.

  • Moni am 03.07.2014 09:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlussendlich

    Ist der Entzug für jeden gleich schwer,egal wiviel Geld man hatt.

    • Chregu am 03.07.2014 14:07 Report Diesen Beitrag melden

      Nein ist es nicht!

      Nein, ist es eben nicht. Es gib viele verschiedene Süchte und viele verschiedene Therapien. Ein kalter Entzug Zuhause ist viel günstiger und härter ( nicht für jeden geeignet ) als eine Therapie in der Luxus-Klinik mit Medikamenten!!

    • Loco am 03.07.2014 14:56 Report Diesen Beitrag melden

      unterschiede

      Naja, kommt auch noch auf die Einsicht und den Willen an...da gibt es gewaltige unterschiede.

    • zora p. am 03.07.2014 15:35 Report Diesen Beitrag melden

      stimmt nicht

      stimmt leider nicht, mit viel geld kannst den entzug in Vollnarkose durchziehen.. ohne viel geld geht das nicht!

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