Ab nach Baku!

05. Dezember 2011 07:32; Akt: 05.12.2011 09:28 Print

Das ist die Schweizer ESC-Jury

Carlos Leal, Nik Hartmann und Ex-QL-Punk Stämpf: Diese drei Herren sollen über die Schweizer Hoffnung am kommenden Eurovision Song Contest mitentscheiden.

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Nigar Jamal (Zweite von rechts) und Sänger Eldar Gasimov erhalten von Lena Meyer-Landrut die Grand-Prix-Trophäe: Aserbaidschan hat den Eurovision Song Contest 2011 für sich entschieden. So sehen Sieger aus. In den folgenden Bildern finden Sie alle weiteren Kandidaten in Bildern, garniert mit den wenig objektiven Kommentaren aus unserem Live-Ticker. Finnlands Paradise Oskar mit «Da Da Dam» ging als Erster ins Rennen und galt als Geheimfavorit. «Wenn dieser Knabe einem was von leidenden Kreaturen erzählen würde, würde wohl jeder von uns dem Tierschutz beitreten. Ahh, der freundliche ältere Herr aus Bosnien-Herzegowina! Dino Merlin wird es mit dem Stück «Love In Rewind» schwer haben. Es ist nämlich nett. Aber nett, Sie wissen das, reicht im europäischen Akustikvergleich nicht. A Friend in London mit «New Tomorrow»: Dänemark erinnert irgendwie an Baschi. Wissen Sie, was wehtut? Wenn Sie die Fernbedienung verlegen und Litauens Evelina Sasenko mit «C'est Ma Vie» die Boxen des miesen Fernsehers ihrer Redaktion einem schmerzhaften Höhentest unterzieht! Der Saal ist wenigstens angetan von dieser Darbietung. Ungarn umgarnt das Auge mit einer blau-betuchten Dame, die sich Kati Wolf nennt. 'What About My Dreams?' kommt gut im Saal an. Irlands Jedwards Stück 'Lipstick', das muss man den Extasy-Pumuckeln lassen, ist eingängig. Ärgerlich eingängig in den Ohren des Autors, aber in den Top Ten sind diese beiden Flummis. Schweden setzt mit Eric Saade auf einen smarten, jungen Sänger. Das Lied 'Popular' hat sich in Dahms Gehörgang im zweiten Halbfinale schon ungut eingebrannt, wird beim Folgekonsum jedoch zum schmerzlichen Höllentrip. Estland: Getter Jaani liefert mit 'Rockefeller Street' modernen Pink-Pop mit dem Schuss Girlie-Attitüde und Lolita-esquem Röckchen-Touch. Puh! Griechenland - Loucas Yiorkas feat. Stereo Mike mit «Watch My Dance»: In den Tiefen der Ghettos von Athen wurde die Combo von Loucas Yiorkas gefunden, die mit dem Zampano Stereo Mike verstärkt wurde und in dem Lied 'Watch My Dance' vom harten Leben mit dem Euro singen. Mütterchen Russland hat ordentlich Rubel in die Hand genommen, einen putzigen Burschen gecastet, einen bekannten Produzenten engagiert und schickt 2011 Alexej Vorobjov mit 'Get You' ins Rennen, der es schafft, dieselben jovialen Gesichtszüge an den Tag zu legen, wie im zweiten Halbfinale. Aaaaah, der grosse Franzose! Amaury Vassili wurde als junger Barde hoch gehandelt, sein Lied 'Sognu' ist klassisch gehalten, der Tenor hat Wumms in der Kehle! Italien ist endlich wieder im Wettbewerb, hat Raphael Gualazzi mit 'Madness Of Love' für den ESC auserkoren. Der Nachbar hat einen typisch italienischen, leicht jazzigen Popsong am Start. Heisst: charmant, lebig, stilvoll. Und da kam sie: Die schöne, talentierte Anna Rossinelli mit «In Love For A While». Ihr Song rollt freundlich wie eh und je. Hat er genug Ohrwurmqualität für eine Topplatzierung? Grossbritannien: Leider entschied sich die Insel, Blue mit 'I Can' nach Düsseldorf zu entsenden. Die leblose Popnummer ist konsequent. Konsequent nervig von Beginn an. Moldau rockt dagegen richtig. Zdob si Zdub machen gute-Laune-Ska, sind 'So Lucky' und entschädigen für einige fade Vorgänger. «Björk! Björk beim ESC! Aber warum singt sie für Deutschland?»: Lena mit «Taken By A Stranger». Ahh, der Brite, der für Rumänien startet, darf sich in die Reihe der gutaussehenden jungen Männer einreihen, die harmlose Radiohits trällern. Österreich: Nadine Beiler mit «The Secret Is Love»: Whitney-Houston-esquer Gesang plus Nana-Mouskouri-Gedächtnisfrisur! Die Stimme der Dame ist wirklich gross! Und dann kamen die Gewinner, Aserbaidschan: Ell/Nikki mit «Running Scared». «SF-Epiney sagt, sie wären Favoriten. Wie einige andere auch. Der Autor dieser Zeilen überlegt noch, wie er seine dunklen Gedanken am besten ausdrückt. Warten Sie: Wilson Phillips für Arme trifft seine Emotion.» Slowenien: Maja Keuc mit «No One». 'No One' ist kein Götterfunken, aber die Sängerin stimmstark und attraktiv genug, um den einen oder anderen Europäer zu überzeugen. Island schleicht sich mit freundlichen Gitarrenharmonien in unser Ohr. Wir hören Sjonni's Friends mit 'Coming Home'.» Spanien kommt! Die soll übrigens angekündigt haben: «Ich komme unter die besten Sieben». Natürlich meinte Lucía Pérez, die den Ferienressort-Smasher «Que Me Quiten Lo Bailao» zum besten gibt, die sieben Todsünden. Amen! Mika Newton aus der Ukraine singt 'Angel'. Featuring die Sandmalerin (im Hintergrund) aus Bohlen- sucht-super-Talente. Der Song geht ins Ohr, wie Harz vom Baum. Serbien: Nina mit «Caroban». Serbien macht gute Laune. Nina sieht zwar aus, als sei sie Statistin aus einem Austin-Powers-Film, aber ihr Lied 'Caroban' macht Spass. Georgien: Eldrine mit «One More Day». Die Musik, sofern wir es so einordnen wollen, ist eine Mischung aus Snap und Scorpions.

Beim ESC-Final 2011 siegte Aserbaidschan. Dieses Jahr findet der Contest deshalb in Baku statt.

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Es ist raus: Schauspieler und Rapper Carlos Leal, TV-Liebling Nik Hartmann und QL-Punker Stämpf sitzen bei der Schweizer ESC-Vorausscheidung in der Jury. Am 10. Dezember wird in einer Live-Show entschieden, wer für die Schweiz nach Aserbaidschan fährt. Allerdings haben die Juroren dabei gar nicht so viel mitzureden. Am Ende entscheiden die Zuschauer, wer die Schweiz nächstes Jahr am Eurovision Song Contest vertritt.

Die Jury steht dem TV-Publikum aber beratend zur Seite. «Die Expertenrunde besteht aus drei Fachleuten, die mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung den Zuschauern wertvolle Tipps für die richtige Wahl des Eurovision-Beitrages geben können», so Sven Sarbach vom Schweizer Fernsehen gegenüber «Blick». Ein Rapper, ein Alpen-Punker und ein Wald-und-Wiesen-Moderator – sind das kompetente Fachleute, wenn es um einen grossformatigen Glamour-Anlass mit Kitschfaktor geht? Carlos Leal hält sich der Aufgabe durchaus für gewachsen: «Das ist zwar nicht unbedingt meine Musik, aber ich erkenne, ob etwas gut ist.»

14 Acts haben es in die Finalshow vom 10. Dezember geschafft – unter anderem die 87-jährige Lys Assia, die blutjungen Atomic Angels und Fabian Louves im Duett mit Patric Scott.

Wer ist Ihr Favorit? Stimmen Sie hier ab.

Fabienne Louves und Patric Scott mit «Real Love»:


Quelle: YouTube

Atmonic Angels mit «Black Symphony:»


Quelle: YouTube

Lys Assia mit «C'était ma vie»:


Quelle: YouTube

(sim/sei)

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