Zombie-Pornos

02. Februar 2011 12:05; Akt: 02.02.2011 15:37 Print

Das schmutzige Geschäft von Coras Mann

«Sexy Cora» ist kaum unter der Erde –schon geht ihr Sex-Leben weiter. Der Witwer kümmert sich um das Vermächtnis seiner verstorbenen Liebsten. Und vermarktet Pornos mit untotem Inhalt.

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Er stand am Sterbebett von Cora (†23), hauchte ihr wohl noch in den letzten Minuten ein «Ich liebe dich» ins Ohr. Dann starb Cora. Und ihr Ehemann Tim Wosnitza trauerte öffentlich um die Liebe seines Lebens, der die sechste Brustvergrösserung Ende Januar zum Verhängnis wurde. Knapp zwei Wochen später scheinen die Tränen getrocknet. Das Leben muss weitergehen. Das Geschäft auch. Zu kaufen gibts die Sex-Memorabilia im Online-Shop auf Coras Webseite. Das Geschäft boomt, wie die «Bild»-Zeitung schrieb. Dort gibts Film-Perlen, die selbst die Schamgrenze mancher Porno-Fans überschreiten.

Ein Oeuvre hats besonders in sich: Im Hardcorestreifen «Der Tod steht ihr gut» spielt Cora eine Untote, lutscht als Zombie an männlichen Genitalien. «Wer sagt eigentlich, dass Untote nicht gut blasen können?», heisst es im Hinweistext. Die Handlung ist makaber: Coras Leiche liegt auf einer Bare, ein Tuch bedeckt ihr Gesicht. Plötzlich beginnt sie sich zu regen, kriecht raus, ist geschminkt wie ein Zombie. Der rund 14-minütige Clip steht laut Recherchen der «Hamburger Morgenpost» seit Oktober zum Download bereit. Auch ein anderes Sex-Epos scheint vor dem Hintergrund von Coras tragischem Tod unangebracht: Ein Video zeigt angeblich, wie Cora unter Narkose von einem Arzt vergewaltigt wird. Makaber und pietätslos. Denn eine verpfuschte Narkose war Coras Todesurteil.

Wosnitza will nicht mehr sprechen

Wosnitza gefällt sich nicht in der Rolle des gierigen Geschäftemachers. «Wir werden alle Projekte von Cora weiterführen, um ihr Lebenswerk und ihren Namen viele Jahre unvergessen zu manchen», schreibt er auf ihrer Internetseite. Sie habe ihre Arbeit geliebt. Natürlich besteht das Lebenswerk einer Porno-Darstellerin im Hard- und Softcore-Genre aus Sex-Filmen statt kuschligen Schmonzetten. Doch dass Cora, die mit 23 Jahren an einem Herzstillstand infolge einer Schönheits-OP starb, als Untote ihre Auferstehung im Schmuddel-Kino feiern muss, ist bedenklich.

Und für den Erhalt ihres cineastischen Werks, das aus zahlreichen Filmen mit weitaus weniger makabren Titeln besteht, eigentlich auch unerheblich. Coras Porno-Wittwer bleibt nicht viel Zeit für die Geschäfte. Noch ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung gegen die Schönheitsklinik, noch ist die Akte Cora nicht geschlossen. Ihr plötzlicher Tod lässt die Kasse klingeln – doch für wie lange? Denn irgendwann wird selbst Cora endlich in Frieden ruhn. Derweil sieht Tim Wosnitza von weiteren Interviews ab, wie er 20 Minuten Online auf Anfrage per E-Mail wissen lässt.

(bbe)