Drogen und Alkohol

26. Juli 2018 20:02; Akt: 26.07.2018 20:02 Print

Auch Demis Vater hatte Suchtprobleme

In ihrer Biografie spricht Demi Lovatos Mutter offen über die Vergangenheit der Familie. Während sich die Sängerin im Spital erholt, wurde ihr erstes Konzert abgesagt.

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Früher waren Selena Gomez (26, r.) und Demi Lovato (25) beste Freundinnen. Sie lernten sich am Set der Kinderserie «Barney & Friends» kennen und erhielten später beide Rollen in verchiedenen Disney-Serien und -Filmen. Bis heute ist nicht genau klar, was vor einigen Jahren zum Bruch zwischen Demi und Selena führte: Die Beziehung zwischen letzterer und Justin Bieber (24) soll mitverantwortlich sein, doch bestätigt wurde das nie. Obwohl Selena und Demi heute keine engen Freundinnen mehr sind, zeigt Selenas Mutter Mandy Teefey (42) auf Social Media ihre Betroffenheit über Demis aktuellen gesundheitlichen Zustand. «Demi, wir lieben dich. Mein Herz schmerzt», schreibt Teefey auf Instagram. Für den US-amerikanischen Sporthersteller Fabletics hat Demi dieses Jahr eine Kollektion kreiert und ist als Model vor der Kamera gestanden. Die Firma reagiert in einem Statement auf Demis Überdosis: «Demis Weg hat so viele von uns inspiriert. Wir senden ihr unsere Liebe und Unterstützung, damit sie die Kraft findet, zu genesen.» Die Firma, die von Schauspielerin Kate Hudson (39) mitgegründet wurde, distanziert sich gemäss «The Blast» nicht von Demi und will weiterhin mit der Sängerin zusammenarbeiten. Fabletics setze so ein positives Beispiel und zeige, dass Sucht eine heilbare Krankheit darstelle und kein Tabuthema sein sollte. 2010 enthüllte Demi Lovato, dass sie unter einer schweren Essstörung gelitten habe: «Als ich acht oder neun Jahre alt war, fing ich an, viel zu viel zu essen. Es war zwanghaft. Ich habe Kekse gebacken und dann das ganze Backblech leer gegessen. Von dort ging es ins andere Extrem über – ich war unglücklich über meinen Körper und fastete, und das führte dazu, dass ich Essen erbrach, und so tobte diese schreckliche Schlacht in mir.» Laut eigenen Angaben dauerte die Essstörung 17 Jahre an – bis heute. «Wenn ich mich einsam fühle, wird mein Herz hungrig und ich beginne Essen in mich reinzuschaufeln. Ich weiss immer noch nicht, wie Alleinsein geht», sagte sie einst in einem Interview. Neben der Bulimie fügte sich Demi auch Schnittwunden zu. Hinter diesen Symptomen steckte, wie sich später herausstellte, eine manisch-depressive Erkrankung. Menschen, die darunter leiden, halten sich oft über Tage auf einem Hoch der Euphorie auf und stürzen danach abrupt ab in die Verzweiflung. «Es gab Zeiten, da war ich dermassen manisch, dass ich sieben Songs in einer Nacht schrieb und bis halb sechs Uhr früh wach war», so die Sängerin. Lovato gesteht in ihrer Doku «Demi Lovato: Simply Complicated», dass es Wochen gab, in denen sie nicht mehr aus dem Bett aufstand, sich schuldlos schuldig fühlte, weinte, nichts mehr ass, und sogar an Suizid dachte. Sie war 15, als sie die Hauptrolle in der Disney-Channel-Serie «As the Bell Rings» bekam und ihre Rolle im Film «Camp Rock» annahm, die ihr an der Seite der Jonas-Brothers zum Durchbruch verhelfen sollte. Während der Schulzeit probierte sie Alkohol, Marihuana und mit 17 schliesslich Kokain aus. «Ich liebte es», erzählt die Amerikanerin in ihrer Doku. Sie wurde abhängig, schmuggelte die Drogen sogar ins Flugzeug. «Ich kam keine 30 Minuten oder keine Stunde mehr ohne Kokain aus», gestand sie in der Fernsehsendung «Access Hollywood». «Ich brachte das Zeug ins Flugzeug mit. Ich habe es geschmuggelt, schlich ins Klo und nahm es.» Als sie 18 war, verwüstete Demi ein Hotelzimmer und jemand aus ihrer Crew verriet es ihrem Management. Nachdem sie herausfand, wer sie verpfiffen hatte, habe sie die Tänzerin im Flugzeug ins Gesicht geschlagen. Bevor sie dann endgültig einen Entzug machte, sei sie «zwei Monate lang high» gewesen. «In dieser Zeit habe ich täglich Drogen genommen», so Lovato, und verrät in ihrer Doku weiter: «In einer Nacht habe ich eine Menge Kokain genommen und ein paar Xanax-Tabletten eingeworfen. Plötzlich fühlte es sich so an, als würde ich allmählich ersticken. Mein Herz begann zu rasen. Ich weiss noch, wie ich dachte: ‹Oh mein Gott, ich glaube, ich habe eine Überdosis genommen.›» Dass sie ernsthafte Probleme hatte, bemerkte sie mit 19 Jahren: «Ich war auf dem Weg zum Flughafen und hatte eine Sprite-Flasche voll mit Wodka dabei und es war erst neun Uhr morgens, und ich erbrach mich im Auto», so Lovato in ihrer Doku. Sie war gerade auf dem Weg zu einer Rehabilitationseinrichtung. «Ich verstand: Oh Gott, das ist das Benehmen einer Alkoholikerin.» In einer Spezialklinik in Palm Springs ging sie darauf in den Entzug. Doch lange hielt es nicht. Demi schloss sich kurze Zeit später in ihr Zimmer ein, nahm den Inhalt einer ganzen Packung nicht näher spezifizierter Medikamente – und landete wieder im Spital. Im Interview mit «American Way» verriet Demi 2013, dass sie ein Jahr davor ihren letzten Schluck Alkohol getrunken hatte. Auch zu den Anonymen Alkoholikern würde sie regelmässig gehen. Sie habe immer gedacht, dass sie wild leben und früh sterben würde: «Ich dachte nicht, dass ich jemals 21 Jahre alt werde.» Im März 2018 feierte Demi Lovato einen persönlichen Erfolg. Sechs Jahre lang sei sie nun clean und trocken. «Ich bin seit sechs Jahren nüchtern. Ich bin so dankbar für ein weiteres Jahr voller Freude, Gesundheit und Glück, Es IST möglich», schrieb sie damals auf Twitter. Nur vier Monate danach veröffentlichte sie den Track «Sober» (dt.: nüchtern), in dem sie einen Rückfall andeutet. So singt sie: «Mama, es tut mir leid, ich bin nicht mehr nüchtern. Papa, bitte verzeih mir, dass ich die Drinks am Boden verschüttet habe.» «Sie hat ihre Familienmitglieder, Freunde und ihre nüchternen Bekanntschaften enttäuscht», so ein Insider im Juni zu Radaronline.com. «Jetzt entlässt sie auch noch die ganzen Leute, mit denen sie schon seit Ewigkeiten zusammenarbeitet.» Aufgrund des neuen Songs würde sie nun sogar Geld mit ihrer Sucht machen. Eine Einweisung in eine Entzugsklinik soll sie vor wenigen Wochen noch verweigert haben. Erst am Montagabend sei Lovato in West Hollywood ausgegangen, um den Geburtstag eines Freundes zu feiern. Auf ihrem privaten Instagram-Konto habe sie danach Fotos veröffentlicht, auf denen sie glücklich ausgesehen habe, schreibt TMZ.com. Nur einen Tag später dann die Nachricht, dass die Sängerin aufgrund einer Überdosis in eine Klinik in Los Angeles eingeliefert wurde. Es handle sich aber nicht um Heroin, wie TMZ.com zunächst berichtet hatte. Was die 25-Jährige zu sich genommen hat, wollte sie den Sanitätern nicht sagen, in ihrem Haus sollen keine Drogen gefunden worden sein. Mittlerweile sei Demi Lovato auch wieder bei Bewusstsein und stabil.

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Nachdem Demi Lovato am Dienstagabend wegen einer Überdosis in eine Klinik in Los Angeles eingeliefert wurde, ist über den Zustand der 25-jährigen Sängerin weiterhin lediglich bekannt, dass sie bei Bewusstsein und ansprechbar ist.

Wie «Us Weekly» berichtet, soll Demis Mutter seit der Einlieferung ihrer Tochter an deren Seite sein. Dianna De La Garza (55) veröffentlichte erst kürzlich ihre Biografie, in der sie unter anderem über Demis 2013 verstorbenen Vater Patrick Lovato spricht, der wie seine Tochter mit Drogen und Alkohol zu kämpfen hatte.

«Ich dachte immer, ich könnte ihn ändern. Das ist wohl bei vielen Opfern von häuslicher Gewalt so», schreibt De La Garza in «Falling With Wings: A Mother's Story». Dass die Sucht ihres Vaters sie beeinflusste, gab Demi im Dokumentarfilm «Simply Complicated» im Jahr 2017 offen zu: «Ich habe immer nach dem gesucht, was er in den Drogen und im Alkohol gefunden hat, weil es ihn erfüllt hat.»

«Mein Herz schmerzt»

Während sich Demi im Spital erholt, bekundet ihr Umfeld weiter Unterstützung. Selena Gomez' (26) Mutter Many Teefey (42) teilte am Mittwoch auf Instagram ein Foto von Selena und Demi aus alten Zeiten und schrieb: «Demi, wir lieben dich. Mein Herz schmerzt.»


Während sich Demis frühere beste Freundin Selena Gomez bislang nicht öffentlich äussert, postet deren Mutter dieses zehn Jahre alte Foto.

Auch Kate Hudsons (39) Sportmarke Fabletics, für die Demi Markenbotschafterin ist, hält zur Sängerin. «Demis Weg hat so viele von uns inspiriert. Wir senden ihr unsere Liebe und Unterstützung, damit sie die Kraft findet, zu genesen», heisst es in einem Statement.

Erstes Konzert wurde abgesagt

Am kommenden Sonntag hätte Demi in der kanadischen Stadt Toronto ein Benefiz-Konzert spielen sollen. Wie der Veranstalter auf Twitter bekannt gibt, wurde die Veranstaltung nun ohne Ersatzdatum abgesagt.


Musiker Jason Mraz (41), der gemeinsam mit Demi auf der Bühne hätte stehen sollen, entschuldigt sich via Twitter bei seinen und Demis Fans und schreibt: «Wir wünschen Demi gute Gesundheit und Genesung.»

Demi Lovatos bewegte Vergangenheit sehen Sie in der Bildstrecke oben.

(anh)