Runder Geburtstag

06. Oktober 2010 17:23; Akt: 08.10.2010 08:00 Print

Der charismatische Milchbubi

Seine Kino-Karriere begann vor 22 Jahren: Inzwischen ist der Darsteller Matt Damon reich und berühmt - und der aktuellste Neuzugang in der «Ü40»-Riege.

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Mit «Mystic Pizza» begann 1988 die kometenhafte Karriere von Julia Roberts. Dass sich in der Komödie ein weiterer künftiger Star - Matt Damon - verbarg, wurde von den meisten übersehen: Am 8. Okotber feiert der Schauspieler seinen 40. Geburtstag.

Der erste Kinoauftritt des damals 18-Jährigen als nerviger kleiner Bruder von Roberts' reichem Verehrer ist symptomatisch für seine weitere Laufbahn: Lange dümpelte er unauffällig im Fahrwasser toller Typen. Mittlerweile hat er selbst seinen besten Kumpel Ben Affleck überrundet. Das Duo kennt sich seit dem zehnten Lebensjahr und nahm gemeinsam den Anlauf ins Filmgeschäft. «Wir waren besessen», sagt Damon, obwohl seine Eltern, ein Devisenhändler und eine Pädagogikprofessorin, ihn beknieten, einen soliden Beruf zu wählen.

Aufsteigerduo

Zusammen bekamen Damon und Affleck 1997 den Drehbuch-Oscar für den Film «Good Will Hunting», der von Gus van Sant realisiert wurde. Doch die Freunde hatten das Drehbuch bereits zehn Jahre zuvor verfasst. Die Hauptrolle als Hilfsarbeiter und Mathematikgenie verschaffte Matt Damon jedoch nicht den schauspielerischen Durchbruch. Der gut aussehende Affleck dagegen war dank der gemeinsamen Komödien «Chasing Amy» und «Dogma» ihres Freundes Kevin Smith bereits ein Frauenschwarm.

Im Dunstkreis von Independent-Regisseuren wie van Sant, Smith und Steven Soderbergh fühlte sich Matt Damon weiterhin gut aufgehoben, obwohl er meist die zweite Geige spielte. Auch in Soderberghs «Ocean's»-Krimikomödien fungiert er neben Brad Pitt und George Clooney unter «ferner liefen». Wie viel Potenzial hinter seiner Attitüde eines harmlosen Collegeboys steckte, bewies er jedoch 1999 im Psychokrimi «Der talentierte Mr. Ripley», in dem er als glattgesichtiger Langweiler seinen Millionärsfreund umbringt und in dessen Identität schlüpft.

Als ihm 2002 die Hauptrolle in den bis jetzt drei «Bourne»- Thrillern angetragen wurde, ging es plötzlich ganz schnell. «Alle waren sicher, dass der Film eine Pleite werden würde» - stattdessen erwies sich das neuartige Actionspektakel als Kassenhit. Damon stieg vom Geheimtipp zu Hollywoods bestem Investment auf - jeder Dollar Gage spielte 29 Dollar an den Kassen ein.

Knackiger Actionheld und schwammiger Spiesser

Damon gibt darin einen Killer mit Milchbubi-Flair, der als quasi unsichtbarer Virus das System bekämpft. Für «Bourne» und auch für den Kriegsfilm «Green Zone» trainierte er sich knackige Muskeln an. Für «The Informant!» dagegen legte er 15 Kilo Übergewicht zu.

Mit seiner gefönten Scheitelfrisur erscheint Damon als Inbegriff des unauffälligen Spiessers. Und wenn der Informant am Ende sein Toupet lüftet und seine liebenswürdige Paranoia enthüllt, ist dies ein grandioser Moment.

Denn dieser wandlungsfähige Star ist auch ein grossartiger Komiker, was er leider nur selten zeigen darf. Selbst den Paparazzi bietet der Familienvater, der seit 2005 skandalfrei mit einer argentinischen Innenarchitektin verheiratet ist, keine Angriffsfläche.

(sda)