Allegra über Magersucht

08. Juni 2011 11:16; Akt: 08.06.2011 11:31 Print

Deswegen ist die Versace-Erbin so dürr

Neben Mutter Donatella wuchs Allegra Versace im Schatten des 400 Millionen Dollar schweren Vermächtnisses von Onkel Gianni auf. Und ging daran beinahe zugrunde.

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2008 wog Allegra Versace noch 32 Kilo. Der Tod schien zum Greifen nahe, doch die Nichte des 1997 ermordeten Gianni Versace rappelte sich auf, nahm ein wenig zu und spricht nun erstmals öffentlich über ihre Magersucht. Im Interview mit der italienischen Zeitung «La Repubblica» erklärt die traurige Erbin, wie es zur lebensbedrohlichen Krankheit kommen konnte.

Grausamer Mord hinterlässst Leere bei der 11-Jährigen

«Ich wollte niemand sein, nicht erkannt werden. Wo ich auch hinging – ich war 'Versace'. Ich konnte nicht entkommen», sagt die heute 24-Jährige. «Über allem anderen stand die Tatsache, dass ich nur eins wollte – ich wollte niemand sein, nicht erkannt werden, nicht verflogt.» Den grausamen Mord an Onkel Gianni hatte die damals 11-Jährige kaum verkraftet. «Jahrelang lebte ich im Dunkeln. Ich erinnerte mich kaum an diesen schrecklichen Tag. Ich wusste nicht mal mehr, wie er aussah. Irgendwann kamen die Erinnerungen wieder. Dann war ich frei von der Leere, vor der ich mich so sehr gefürchtet hatte.»

Studium und kleine Filmrollen

Um zu sich zu finden, zog sich die Tochter von Donatella Versace aus der Öffentlichkeit zurück, mied Events, so gut es ging. «Ich habe Theaterwissenschaften studiert, und es hat mir grosse Freude gemacht, kleine Rollen in Independent-Filmen zu spielen, die wahrscheinlich niemand sehen wollte.» Die Momente der Ruhe waren jedoch kurz. Denn: «Trotzdem, egal wo ich hinkam, ich war eine Versace. Ich konnte nicht flüchten und es tat mir weh.» Ihre Wahlheimat Los Angeles habe sie gehasst.

Sehnsucht nach Privatsphäre vs. Millionen-Vermögen

Heute, knapp vier Jahre nach ihrem Tiefpunkt, geht es der Millionen-Erbin angeblich besser. Rückblickend beschreibt sie ihre schlimme Essstörung als «Zeit des Nichtvorhandenseins». Wie ihre Zukunft aussehen wird, ist noch unklar. Ihr stehen 50 Prozent des viele Millionen Dollar schweren Versace-Konzerns zu. Ob sie ihr Erbe antreten wird, steht zurzeit noch in den Sternen.

(bbe)