Nach Taylors Tod

24. März 2011 14:49; Akt: 24.03.2011 15:13 Print

Die einen trauern, die anderen hassen

Die grosse «Simpsons»-Fangemeinde betet für Liz Taylor: Die Aktrice sprach für Comicfigur Maggie das erste Wort. Radikale Christen planen dagegen, ihre Beerdigung zu stören.

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Elizabeth Taylors Gastspiel bei den «Simpsons» war ein kurzes, aber dennoch auch ein viel beachtetes. Denn in «Maggie’s First Word» spricht die Aktrice erstmals für die Jüngste der TV-Familie. Zuvor blieb Maggies Mund stets vom Schnuller verschlossen, später übernahmen andere den Job, doch Taylor bleibt die Ur-Stimme der «Vergessenen Simpson» (O-Ton Homer).


Maggies erstes Wort ist ... Quelle: YouTube

Statt Trauer und Tränen hat die berüchtigte «Westboro Baptist Church» bloss Hass und Häme für die Hollywood-Legende übrig. Die Radikalen prangern regelmässig prominente Homosexuelle an und wollen nun die Beerdigung der Aktrice stören. «Kein RIP [Rest in Peace, ruhe in Frieden, d. Red.] Elizabeth Taylor, die ihr Leben mit Ehebruch und dem Bestärken stolzer Schwuchteln verbracht hat», twitterte die Tochter des Gemeindepfarrers Margie Phelps. «Westboro wird die Beerdigung bestreiken.»

Ob die Fanatiker ihre Drohung wahrmachen werden, weiss jedoch bloss Gott. Die Verblendeten hatten sich auch für die Begräbnisse von Natasha Richardson und Heath Ledger angekündigt, doch sie liessen die Kirche dann doch im Dorf. Wenn sich die Frömmelnden aber doch zu einem Protest entscheiden sollten, haben sie die Rückendeckung der Justiz: «Westboro» gewann in den USA unlängst einen Revisionsprozess, bei dem die Richter feststellten, dass die Aktionen durch die Religionsfreiheit gedeckt sind. Der Vater eines verstorbenen Marines hatte die Kirche verklagt, nachdem sie dessen Beerdigung mit Schildern störte, auf denen stand: «Gott hasst Schwuchteln».

Taylor: Geistig reich durch den Kampf gegen Aids

In ihrem letzten Interview hatte Liz Taylor, die sich Zeit ihres Lebens gegen Aids und für die Gleichberechtigung Homosexueller eingesetzt hat, ihr soziales Engagement so beschrieben: «Ich habe mich nie lebendiger gefühlt als in jenen Momenten, in denen ich sah, wie sich meine Kinder an etwas erfreuen, nie lebendiger, als ich den Auftritt eines grossartigen Künstlers sah und niemals reicher, als ich einen grossen Scheck ausschreiben konnte, um Aids zu bekämpfen.»

Dieser Einsatz macht Margie Phelps wütend. «Sie beschimpfen sie heute in der Hölle», schrieb sie auf Twitter. Der Herr möge der armen, verwirrten Seele der Pastorentochter gnädig sein.

(phi)