DSDS-Villa

03. März 2011 16:15; Akt: 03.03.2011 16:15 Print

Die grosse Aussprache nach dem Zickenkrieg

von Monika Rufener - Nachdem es zu Auseinandersetzungen unter den Kandidaten von «Deutschland sucht den Superstar» gekommen ist, standen Zazou und Anna-Carina uns Rede und Antwort.

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Willkommen zur ersten Mottoshow von «Deutschland sucht den Superstar». Das Motto: Mega-Hits. Die verbliebenen zehn Kandidaten stellen sich vor. Moderator Marco Schreyl begrüsst das Publikum und stellt gleich die Jury vor - alle mit einem einprägsamen Attribut ... ... so ist Jurorin Fernanda Brandao eine «Gesamtgranate» ... ... während der Schweizer Patrick Nuo als «Singer-Songwriter und Augenweide» tituliert wird. Apropos Titel: Dieter Bohlen wird als «Unser Unterhaltungsminister, Doktor Dieter Bohlen» angekündigt. In Deutschland geht man mit Doktortiteln lockerer um als im Ausland, so scheint es. Und los gehts mit dem Österreicher Marco Angelini, der für den heutigen Auftritt stylingmässig offenbar alles vom Onkel, der in den 80ger Jahren der Dorfheld war, auslieh. Nur das Puch Maxi fehlte. Publikum und Jury gefiel der Auftritt. «Fehlerlos», so Nuo. «Die Fresse! Wer war das denn? Sieht aus wie eine Granate!» Moderator Schreyl hat die Zürcherin Zazou Mall längst als «unsere kleine Tanzmaus» abgestempelt. Zazou bringt «Don't Stop the Music» von Rihanna – nicht unbedingt der vorteilhafteste Song, um Gesangskönnen zu demonstrieren (starker Beat, schwache Melodie). Doch der Auftritt sitzt: Das Tanzen ist gewohnt souverän, der Gesang treffsicher und gut (was man von etlichen anderen Kandidaten nicht behaupten konnte …) Doch die Jury hat offenbar jene verinnerlicht, die prophezeiten, für Zazou würde es eng werden und meckert schonungslos am Auftritt herum. Nuo: «Stimmlich schwach.» Fernanda: «In dir steckt mindestens 40 Prozent mehr Gas.» Bohlen gewohnt in Alt-Macho-Manier: «Deine Beine sind dünner als Rihanna – die Stimme auch.» Sie müsse einfach mal richtig ins Mikro brüllen, die Sau rauslassen, sonst werde sie hier nicht lange überleben. Zazou lässt die Kritik über sich ergehen und bleibt cool. Ebenfalls auf der Abschussliste ist Nina Richel. Moderation und Jury spricht des Längerem über kürzlich geschossenen Bikini-Fotos und die Frage, wie viel Speck an den Hüften zu ertragen sei – wahrlich keine aufmunternde Song-Vorbereitung! Mit «Breakaway» von Kelly Clarkson ist eine Power-Ballade angesagt – eine schlaue Wahl, denn die zeitweiligen schrägen Töne werden vom Bombast-Arrangement grosszügig kaschiert. Nuo ist aber «enttäuscht». Bohlen: «Du hast abgenommen – aber an der falschen Stelle, an den Stimmbändern.» Fernanda verrät: Nina sei heute krank – von daher gesehen wars ein guter Auftritt. Ardian gilt als Favorit. Grund genug, seinen despektierlichen Ausraster gegenüber gewissen Konkurrentinnen in der vergangenen Woche des langem und breiten auszuwalzen. Der als «Knuddel-Macho» Titulierte zeigt Reue ob seiner Blödheit und gelobt Besserung. Und schon kanns zum Auftritt gehen! Er singt einen angeblichen Megahit, den niemand kennt, ein einfaches Melodielein, das aber beim Plebs Eindruck macht. Klar kommt er weiter! Es folgt «Schlagerkanone» Norman, der wiederum vollkommen ironiefrei einen Bierzelt-Halligalli übelster Sorte zum Besten gibt. Trotz angeblichen Textpatzern muss man ihm eines lassen: So selbstsicher wie er in seinem musikalischen Stil sind wenige am heutigen Abend. Sarah Engels singt Mariah Carey. Oh je. Auch die von der internationalen Castingshow-Polizei vorgeschriebenen Fensterputz-Handbewegungen können nicht davon ablenken, dass der Song eine Nummer zu gross für die 18-Jährige ist. Doch sie schlägt sich tapfer, was Nuo mit «beim letzten Mal wars Schokoriegel, heute Mousse au chocolat» quittiert. Auch Bohlen zeigt sich begeistert: «Du heisst Engel, hast auch so gesungen. Du warst bisher die Beste hier.» Sebastian «Justin Bieber» Wurth singt Westlife ganz passabel, obwohl er – 16-jährig – nicht so recht weiss, was er während dem Solo anstellen soll. Fernanda dazu: «Wir können gerne mal zusammen an der Körperhaltung arbeiten.» Die pubertären Hormone gehen in Kampfstellung. Pietro Lombardi singt «With You», der Megahit von Chris Brown – eine grauenhafte Plattitüde. Streng genommen ist der Song schwach gesungen und schwach performt. Doch Pietro wird von allen Seiten einen «riesengrossen Sympathiefaktor» (Bohlen) attestiert, was sich unter anderem darin bemerkbar macht, dass er seelenruhig in der Nase bohrt, während ihm die Jury die Leviten liest. «Hast du den Popel auch erwischt?», fragt Moderator Schreyl. «Ja, er hat auch geschmeckt!», so Pietro. Als «Puppenspielerin» wird Anna-Carina Woitschack tituliert – und gleich wird ihr Zickenkrieg mit Sarah Engel thematisiert. Reichlich sympathisch kommt sie dabei nicht weg. Und dann wagt sie sich noch an die Über-Ballade «I Will Always Love You». Gleich im ersten Refrain scheint sie der Mut zu verlassen. Der Tonartwechsel beim Schlussrefrain ist schliesslich ihr Tod. Die Halbtonschritte, die sie daneben liegt, sind geradezu schmerzhaft. Doch die Jury sieht darüber hinweg, moniert aber am optischen Auftritt: «Du wirktest wie ein eingesperrtes Tier», so etwa Bohlen. Marvin Cybulski, der Proll mit Soul, besticht durch seine sympathische Art, in der er sich konsequent den gängigen Normen der DSDS-Vorgaben widersetzt: Nein, keine doofen Tanzbewegungen! Nein, kein aufgesetzter, neuer Modeoutfit! Dafür liegt er mit der Songauswahl des gänzlich untrendigen Kenny-Rogers-Hit «We've Got Tonight» für seine Stimme haargenau richtig. Nuo: «Sehr, sehr, sehr geil gemacht.» Dieter: «Die Stimme ist fantastisch wie immer.» Auch bei der Schlussprognose waren sich Dieter, Fernanda und Patrick einig: Zazou und Nina packens nicht mehr. Doch siehe da! Zazou Mall kommt weiter! Eng wird es für Nina, Norman und Sarah, die zunächst als Zitterkandidaten ausharren müssen. Schlussendlich kommt Nina weiter. Sarah muss gehen. Somit erwiesen sich die Prognosen der Jury als komplett falsch. Das sind die neun verbliebenen Kandidaten: Marvin Cybulski, Marco Angelini, Anna-Carina Woitschak, Pietro Lombardi, Nina Richel, Sebastian Wurth, Zazou Mall, Norman Langen und Ardian Bujupi (v.l.).

Die DSDS-Liveshow vom 26. Februar 2011.

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Wieder eine turbulente Woche für die DSDS-Kandidaten: Erst wurde völlig überraschend Dieter Bohlens Favoritin Sarah Engels von den TV-Zuschauern abgewählt und später beklagte sich Anna-Carina Woitschack, RTL habe ihre Hasstirade gegen Sarah gefälscht (20 Minuten Online berichtete).

«Sie hätte es mir auch unter vier Augen sagen können»

Als wäre das nicht genug, ging das Drama zurück in der DSDS-Villa weiter: «Räum deinen Scheiss weg, Anna-Carina», tönte es seitens von Mitbewerberin Nina Richel. Auch die Zürcherin Zazou Mall beschwert sich über die Unordnung in der Villa. «Ich kann ihr nicht hundertmal sagen, bitte räume deine Sachen auf. Gewisse Leute sind einfach so, da kann man nix machen» klagte die Schweizerin.

Jetzt nehmen die Kandidaten Stellung zu den Auseinandersetzungen: «Ich verstehe das Ganze nicht. Es lagen nur ein paar wenige Sachen von mir rum», betuerte uns gegenüber Anna-Carina. «Ich finde es auch überhaupt nicht nett von Nina, dass sie das Problem vor der Kamera angesprochen hat. Sie hätte es mir auch unter vier Augen sagen können», beschwert sich die 18-jährige.

«Ich werde in Zukunft nicht mehr alles sagen was ich denke»

«Inzwischen ist die Unordnung nicht mehr so schlimm», relativiert auch Zazou Mall den Vorfall: Dicke Luft herrscht also nicht mehr in der WG. Doch was ist mit Anna-Carinas Vorwurf, RTL habe ihr böse Worte in den Mund gelegt?

Der Kölner Sender streitet gegenüber 20 Minuten Online sämtliche Vorwürfe ab: «Wir haben nichts synchronisiert, weg- oder umgeschnitten. Anna-Carina hat das so gesagt, und sie kann sich die Originalbänder gerne anschauen, wenn sie sich selber nicht mehr so genau erinnern kann», so Sprecherin Anke Eickmeyer.

Die 18-Jährige nahm ihre Anschuldigungen inwischen auch zurück: «Inzwischen ist es mir relativ egal was vorgefallen ist. Auch wenn ich das in irgend einer Form gesagt haben könnte, es war sehr spät Abends». Die Puppenspielerin hat aber ihre Konsequenzen daraus gezogen: «Ehrlichkeit bringt manchmal nichts. Ich werde in Zukunft nicht mehr alles sagen was ich denke», so die Blondine gegenüber 20 Minuten.