Neue Freiheiten

10. Januar 2020 04:48; Akt: 10.01.2020 06:43 Print

Sussex-Paar lässt strenges Leben hinter sich

von Katrin Ofner - Prinz Harry und Herzogin Meghan haben genug von den königlichen Regeln und Etiketten. Royal-Expertin Katrin Ofner über das strenge Leben hinter den Palastmauern.

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Meghan und Harry sagen dem strengen Royal-Protokoll Tschüss und freuen sich über neue Freiheiten. Die Kleidervorschriften der Royals sind im Protokoll festgelegt: Kleider und Röcke dürfen nur knapp über das Knie reichen und Strumpfhosen sind Pflicht. Meghan brach die Regeln mehrmals, zum Beispiel während ihrer Australien-Tour mit Harry Ende 2018. Ihr Kleid mit langem Beinschlitz und Spaghettiträgern war ein royaler Fauxpas. Künftig darf sie wieder tragen, was sie will, zumindest bei nicht-royalen Terminen. Auch bei Queen Elizabeth trat sie einige Male ins Fettnäpfchen. Bei ihrem ersten Solo-Termin mit der Grossmutter von Harry fragte Meghan unwissend, wer denn zuerst ins Auto einsteigen dürfe. Die Königin musste lachen. Am Mittwoch wurde Meghan in London ohne Ehering fotografiert. Stunden später gaben sie und Harry ihren überraschenden Rückzug von ihren royalen Ämtern bekannt. Harry und Meghan wollen «finanziell unabhängig» werden, wie sie mitteilten. Erst vor kurzem genoss die Familie eine sechswöchige Auszeit in Kanada. Auch Weihnachten feierten sie ohne die Königsfamilie, stattdessen mit Meghans Mutter Doria Ragland (2.v.r.). Dass sie Weihnachten nicht bei der Queen feierten, war ein Novum. Prinz Harry fehlte bislang erst einmal – wegen Militär-Pflichten. Wie ein Insider gegenüber der Zeitschrift «The Sun» sagte, brauchen die beiden «eine Auszeit, um ihre Zukunft zu planen». Royal-Expertin Ingrid Seward sagte gegenüber «The Sun»: «Weihnachten in Sandringham kann sehr stressig sein – vielleicht wollen sie deswegen nicht mit Archie hingehen, weil er noch so jung ist.» Seward sagt aber auch, dass «Sandringham schon zahlreiche Kinder über die Festtage beherbergt hat und bestens für sie ausgestattet ist». Ob sich die getrennte Weihnachtsfeier positiv auf das Verhältnis zwischen den Sussexes und ihren royalen Familienmitgliedern auswirkt, bezweifelten Royal-Kenner schon damals. Erst kürzlich bezog Harry erstmals Stellung zum Verhältnis mit seinem älteren Bruder William (37). «Wir haben gute Tage und wir haben schlechte Tage», erklärt Harry in der TV-Doku «Harry & Meghan: An African Journey». Er sehe William momentan selten, fuhr er fort: «Wir gehen aktuell getrennte Wege.» «Doch wir sind Brüder, und wir werden immer Brüder sein. Ich werde immer für ihn da sein und weiss, dass auch William immer für mich da sein wird.» Das meiste, was über die Beziehung zwischen ihm und William geschrieben werde, sei aus der Luft gegriffen, stellte Harry im Interview zudem klar. Im Juni dieses Jahres lösten sich Harry und seine Ehefrau Meghan von der Royal Foundation, für die sie sich zuvor gemeinsam mit William und Kate eingesetzt hatten. Die Trennung der «Fab Four» gehört zu den Gründen, wieso es in den letzten Monaten zu Streit-Gerüchten kam. So wurde vor allem in britischen Medien immer wieder berichtet, dass nicht nur Harry und William ein angespanntes Verhältnis haben sollen, sondern auch die beiden Ehefrauen Kate und Meghan. Harry war nicht der Einzige, der sich in der TV-Doku über die royale Tour durch Afrika öffnete. Im Interview gab auch Herzogin Meghan Einblicke in ihr Seelenleben. Den Tränen nahe sagte sie, wie es sich anfühlt, ständig unter kritischer Medienbeobachtung zu stehen. «Jede Frau, gerade wenn sie schwanger ist, ist sehr verletzlich, es wurde mir schwer gemacht.» Als der Filmemacher nochmals nachhakte, ob es ihr demnach nicht wirklich gut gehe und sie zu kämpfen habe, bejahte Meghan. Seit Bekanntgabe ihrer Verlobung mit Prinz Harry Ende 2017 wurde Meghan immer wieder öffentlich kritisiert. Mal trug sie die falschen Kleider, mal stieg sie falsch aus dem Auto aus, mal trug sie ihren Sohn verkehrt. Nicht viele würden sie fragen, ob es ihr gut gehe, sagte sie in der TV-Dokumentation. Auf den folgenden Bildern blicken wir nochmals zurück auf die royale Afrika-Reise von Meghan, Harry und ihrem Baby Archie im Herbst 2019. Das Paar reiste teils getrennt voneinander: Prinz Harry war für offizielle Termine nach Botswana, Angola und Malawi geflogen, während Meghan in Kapstadt und anschliessend in Johannesburg blieb. Den neunten und letzten Tag der Royal-Tour in Afrika verbringt das Herzog-Paar wieder zusammen. In Johannesburg besuchten Meghan und Harry in einem Township junge Südafrikaner. Anschliessend ging es für das Paar weiter zu Grace Machel, der Witwe des ehemaligen Präsidenten Nelson Mandela, und zum südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa und dessen Frau Dr. Tshepo Motsepe. Für einen der letzten Termine entschied sich Meghan für ein weisses Blusenkleid. Einen knalligen Farbakzent verliehen die roten Quastenohrringe. Bereits am Mittwochabend reisen die Sussexes wieder zurück nach London. Prinz Harry besuchte ein College in Malawi, das die Ausbildung von Frauen fördert. Da Meghan mit dem gemeinsamen Sohn derzeit in Johannesburg war, liess der 35-Jährige seine Frau per Skype einfach bei dem Treffen dazuschalten. Doch nicht nur die Studentinnen schienen sich darüber zu freuen, auch Harry grinste beim Anblick seiner Frau bis über beide Ohren. «Ich wünschte, ich könnte bei euch sein, wir sind gerade in Südafrika, Archie macht ein Nickerchen», verrät die Herzogin unter anderem in dem Telefonat. Als die Gruppe junger Frauen für Meghan anfing zu singen, schunkelte und klatsche sie über den Bildschirm mit. Der Besuch war ihr eigener Herzenswunsch: Herzogin Meghan nahm im Rahmen ihrer Afrika-Tour alleine einen Termin wahr und besuchte in Kapstadt die Gedenkstätte für die 19-jährige Studentin Uyinene Mrwetyana, die vor wenigen Wochen brutal ermodert wurde. Sichtlich bewegt brachte Meghan eine gelbe Schleife am Tatort an. Sie habe den Fall aus der Ferne verfolgt, liess sie via der offiziellen Insta-Seite der Sussexes verlauten. Sie habe auch mit der Mutter des Mordopfers gesprochen und ihr kondoliert. Ebenfalls solo – zumindest ohne Ehemann und Sohn – besuchte Meghan in Kapstadt die Frauenrechtsaktivistin Sophia Williams-De Bruyn (81). Die unzähligen Gewaltakte an Frauen würden ihr «Herz tief berühren», so Meghan während des Treffens. Herzogin Meghan bei einem Event zu Ehren südafrikanischer Frauenrechtlerinnen. «Ich habe mich immer sehr für die Rechte von Frauen und Mädchen eingesetzt», sagte sie. «Deshalb war es für mich ein unglaublich kraftvoller Moment, Details von euch aus erster Hand zu erfahren.» In Angolas Minenfeldern rund um Dirico, im Südosten des afrikanischen Landes, gab es am Freitagmorgen royalen Besuch. Prinz Harry reiste in ein Camp der Sprengmeister der britischen Wohltätigkeitsorganisation Halo Trust, wo er selbst eines der tödlichen Kriegsrelikte zerstörte. Fotos seines Aufenthaltes, auf denen der Queen-Enkel mit einem Körperschutz und einem Gesichtsvisier zu sehen ist, erinnern stark an jene legendären Bilder seiner Mutter im Minenfeld. Ohne seine Frau Meghan und seinen Sohn Archie reiste Prinz Harry am Mittwochnachmittag nach Botswana. Dort besucht er unter anderem den Chobe National Park. Zusammen mit mehr als 15 Leuten – darunter auch Schulkindern – pflanzte der Herzog von Sussex am Donnerstagmorgen einen übergrossen Setzling. Und zwar erfolgreich. Nach einigen Schaufeln Erde sass der Baum an seinem neuen Platz. Anschliessend hielt er vor den Anwesenden noch eine Rede, in der er erneut über den Klimawandel sprach. «Wir können die Wissenschaft nicht leugnen: Es passiert», so der Queen-Enkel. Nach der Bepflanzungsaktion ging es für Harry weiter zu seiner Wohltätigkeitsorganisation Sentebale, wo zahlreiche Kinder mit HIV zusammen in einem Camp wohnen. Begrüsst wurde der Queen-Enkel mit einer Schultafel, auf der zu lesen ist: «Willkommen, Archies Vater.» Herzogin Meghan blieb derweil mit Archie in Kapstadt, wo sie an einem privaten Frühstück mit Frauen teilnahm, die in Service-Berufen arbeiten. Am dritten Tag ihrer Afrika-Tour haben Meghan und Harry ihren Sohn erstmals zu einem offiziellen Termin mitgenommen. Die Sussex-Familie besucht am Mittwochmorgen in Kapstadt den Erzbischof und Menschenrechtler Desmond Tutu (87). Die stolze Mama hält ihren rund vier Monate alten Sohn während des ganzen Termins im Arm. Archie trägt beim offiziellen Termin eine hellblaue Latzhose über einem weissen Body. Ohne Scheu lächelt der kleine Royal in die Kamera. Ein Video von ihrer Ankunft in einem der ältesten Gebäude Kapstadts, dem Old Granary, posten Harry und Meghan selbst auf ihrem Instagram-Kanal. Erstmalig zeigt das Paar seinen Sohn so deutlich in der Öffentlichkeit. Am Dienstagabend waren Prinz Harry und Herzogin Meghan zu einem Empfang in der Residenz des britischen Hochkommissars geladen. Bei seiner Ankunft wurde das Paar mit viel Musik und Tanz freudig empfangen. Für die Abendveranstaltung recycelte die Herzogin von Sussex ein altes Kleid. Der gestreifte Look vom australischen Designer Martin Grant dürfte Royal-Fans von der Ozeanien-Tour vergangenen November bekannt sein. Damals trug die heute 38-Jährige das Kleid bei einem Termin am Bondi Beach. Damit zeigt Meghan, wie universell einsetzbar ihre Looks sind. Vor der Abendveranstaltung gings mit einem hochgeschlossenen Blusenkleid und einem Schal auf dem Kopf zum Moschee-Besuch. Die Herzogin und Prinz Harry waren zu Gast in der Bo-Kaap-Moschee, der ältesten Moschee Südafrikas. Zuvor besuchten Herzogin Meghan und Prinz Harry in der Früh den Monwabisi Beach. Dort sah sich das Paar das «Waves for Change»-Programm genauer an, das Surf-Therapien für schutzbedürftige Menschen anbietet. Ebenso die Initiative «Lunchbox Fund», die Schülern in benachteiligten Gebieten Mahlzeiten anbietet, stand auf der königlichen Agenda. Die Herzogin entschied sich für diesen Termin einen sehr gemütlichen Look. Mit Messy-Dutt, Bluse und Jeansjacke erschien sie am Strand von Kapstadt. Dazu kombinierte sie eine schwarze Jeans und einen Tote-Bag. Nach einer kurzen Verschnaufpause zeigen sich Meghan und Harry bei ihrem zweiten Termin an ihrem ersten Südafrika-Tag. Die beiden besuchten das Denkmal District Six Musuem. Dort erfahren die beiden etwas über das Zusammenführen vom Regime getrennter Familien. Zudem wird sich das Paar an einer Kochaktivität mit ehemaligen Bewohnern des Distrikts beteiligen. Zum Termin erschienen Meghan und Harry in neuen Outfits. Vor allem das blaue Kleider der Herzogin dürfte einigen Royal-Fans bekannt vorkommen. Sie trug es bereits während der Royal-Tour im Herbst 2018 in Tongo. Als Schmuckstück wählte die Herzogin übrigens ein Armband, auf dem das Wort «Justice» (zu Deutsch: «Gerechtigkeit») zu lesen ist. Kaum in Kapstadt gelandet, ging es für Harry und Meghan am Montag bereits zum ersten Termin. Das Paar besuchte ein Armenviertel. Obwohl ihr Sohn Archie ebenfalls auf der Reise mit dabei ist, blieb er bei diesem Punkt der royalen Agenda lieber bei der Nanny. Das Township Nyanga gilt nämlich als eine der gefährlichsten Gegenden des Landes. Für das Royal-Paar aber kein Grund, Angst zu haben. Die beiden zeigten sich volksnah und begrüssten die wartenden Fans. Wie schon bei vielen Terminen und Royal-Touren zuvor: Harry und Meghan haben keine Berührungsängste. Die Herzogin von Sussex umarmte sogar einige Frauen der Township. Dieser Termin ist für die 38-Jährige und ihren Mann besonders wichtig, er steht nämlich ganz im Zeichen von Frauenrechten. Der royale Besuch wurde in der Township freudig erwartet. Mit viel Musik und Tanz sind Harry und Meghan von den Bewohnern begrüsst worden. Drei Wochen reisten Prinz Harry und Herzogin Meghan (mit Baby Archie im Bauch) im November 2018 durch Australien, Neuseeland, Fidschi und Tonga. Es war die erste grosse Royal-Tour der Sussexes nach ihrer Hochzeit im Mai 2018. Nun packt das Royal-Paar erneut die Koffer. Am Montag landen Harry und Meghan in Kapstadt. Zehn Tage wird das Paar zusammen mit seinem Sohn Archie in Afrika bleiben, um die Partnerschaft zwischen Afrika und dem Vereinigten Königsreich zu stärken. Zu wie vielen Termin die Sussexes ihren vier Monate alten Sohn tatsächlich mitnehmen werden, steht noch nicht fest. Vermutlich entscheiden die Eltern dieses Detail der Reise spontan. Zu den wichtigen Themen der Reise zählen mentale Gesundheit, HIV/AIDS, Bildung, Arbeit sowie Rechte von Frauen und Mädchen und der Tierschutz. An den ersten beiden Tagen absolvieren Harry und Meghan noch zusammen Termine. Danach reist der Prinz ohne seine Frau und seinen Sohn nach Malawi, Angola und Botswana. Vor allem Angola wird für Harry emotional werden. Wie der Palast in einer Aussendung mitteilte, wird der 35-Jährige «aus erster Hand das Erbe der verstorbenen Diana, Prinzessin von Wales, ansehen, deren Besuch von Huambo im Jahr 1997 geholfen hat, das Bewusstsein für die Gefahr von Landminen für Gemeinschaften und Lebensgrundlagen zu steigern». Bereits im August 2013 war Prinz Harry nach Angola gereist, um mehr über die Lage der Landminen und über die gefährliche Arbeit mit ihnen zu erfahren. Meghan wird sich auf der Reise verstärkt den Themen Bildung und Gesundheit für Frauen sowie der Stärkung von weiblicher Führung in Unternehmen und anderen gesellschaftlichen Bereichen widmen. Sie bleibt vorwiegend in Kapstadt und Johannesburg. Am letzten Tag ihrer zehntägigen Reise geht es für Meghan, Harry und Archie am Abend bereits zurück nach London.

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Ihren Status als Senior-Mitglieder der britischen Königsfamilie geben Prinz Harry (35) und Herzogin Meghan (38) auf. Das teilte das Herzog-Paar Sussex am Mittwochabend auf seiner offiziellen Instagram-Seite mit. Sie wollten «finanziell unabhängig» werden und ihr «eigenes Einkommen» verdienen, heisst es auf der Website des Paares weiter. «Die aktuellen Strukturen verbieten ihnen das.»

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Harry und Meghan lösen sich damit nicht nur finanziell von der Krone. Mit der Aufkündigung ihrer royalen Ämter lassen sie auch die strenge Etikette und die damit verbundenen Pflichten am britischen Hof hinter sich – eine Befreiung für das Paar.

Keine politische Meinung vertreten

Den Mitgliedern der Königsfamilie ist es strengstens untersagt, sich zu aktuellen politischen Themen zu äussern oder ein politisches Amt innezuhaben. Sie müssen stets Neutralität bewahren. Damit soll sichergestellt werden, dass kein Royal die öffentliche Meinung beeinflusst.

Meghan hielt sich nicht daran. Bei ihrem Besuch in Irland 2018 äusserte sich die Herzogin etwa zum kurz davor aufgehobenen Abtreibungsverbot. «Die Herzogin und ich hatten eine Unterhaltung über das Ergebnis des Referendums – sie war zufrieden mit dem Ergebnis», twitterte die irische Senatorin Catherine Noone, die Meghan bei einer Gartenparty in der britischen Botschaft getroffen hatte. Der Tweet wurde kurz darauf wieder gelöscht.

Auch das Mittagessen im Buckingham-Palast mit US-Präsident Donald Trump, das während seines Staatsbesuches im Juni 2019 stattfand, liess Meghan aus. Offizieller Grund: Babypause. Inoffiziell ist es aber kein Geheimnis, dass die ehemalige US-Schauspielerin kein Fan des 73-Jährigen ist und sich vor ihrer Beziehung mit Harry im Präsidentschaftswahlkampf 2016 für Trumps Kontrahentin Hillary Clinton (71) ausgesprochen hatte.

Thronfolge beachten

Bei öffentlichen Auftritten müssen die Royals laut Protokoll die Rangordnung innerhalb der Familie beachten. Somit ist Queen Elizabeth II stets die Erste, die einen Raum betritt. Darauf folgen Prinz Philip (98), Prinz Charles (71), seine Frau Herzogin Camilla (72), Prinz William (37) und Herzogin Catherine (38) und schliesslich Prinz Harry und Herzogin Meghan.

Dass die bekennende Feministin diese Regel gerne mal missachtete, zeigte sie bei diversen Auftritten. So kam es, dass Meghan bei ihrem ersten Solo-Termin mit der Königin die 93-Jährige unwissend fragte, wer denn zuerst ins Auto einsteigen dürfe. Da die Queen bekanntlich immer die Letzte ist, die in den Wagen steigt, lachte sie nur und wies Meghan darauf hin, dass sie zuerst einsteigen müsse.

Auch bei Terminen an der Seite von Harry vergass die Herzogin oftmals das Protokoll und drängte sich bei der Begrüssung der Anwesenden vor ihren Gatten. Da das Paar in Zukunft nur noch bedingt für die Krone unterwegs sein wird, ist die Rangordnung bei nicht royalen Events nun hinfällig.

Strenge Kleidervorschriften

Neben den Umgangsformen sind auch die Kleidervorschriften der Royals im Protokoll festgelegt. Die Outfits sollen modern und elegant sein, aber niemals eine politische oder gesellschaftliche Botschaft vertreten. So dürfen die Röcke und Kleider nur knapp über das Knie reichen, und nudefarbene Strumpfhosen sind Pflicht, wenn die Beine zu sehen sind.

Meghan, die sich vor ihrem königlichen Leben auf den roten Teppichen gerne in Minikleidern mit tiefem Décolleté zeigte, scheute sich aber nie davor, die tradionellen und von der Queen gewünschten Kleiderregeln zu brechen. Immer wieder erschien die Herzogin ohne Strumpfhosen zu offiziellen Terminen – zuletzt bei einer Veranstaltung zum Remembrance Day in der Londoner Albert Hall vergangenen Dezember. Auf ihren Auslandsreisen liess Meghan auch schon mehrmals tief blicken. Während ihrer Australien-Tour mit Harry Ende 2018 zeigte sich die 38-Jährige in einem Kleid mit langem Beinschlitz und Spaghettiträgern, in Südafrika im Oktober 2019 blitzte unter ihrer weissen Bluse der BH hervor.

Die royale Etikette missachtete Meghan ebenso beim Tennisfinal der Frauen in Wimbledon: Sie kam mit Hut. In der royalen Box des Centre Court soll man jedoch darauf verzichten, da man so den hinteren Rängen die Sicht versperrt. Das ist selbst auf der offiziellen Website des Tennisturniers vermerkt. Alle diese Kleidervorschriften kann die gebürtige Amerikanerin nach ihrem Rückzug aus dem Königshaus jetzt getrost im Schrank verstauen – zumindest bei nicht royalen Auftritten.

Keine Umarmungen

Ein Händedruck ist okay, aber eine innige Umarmung ist ein königliches No-go. Jedes Mitglied scheint sich daran zu halten – bis auf Meghan. Erst kürzlich kam es bei der Eröffnungszeremonie des One Young World Summit vergangenen Oktober deshalb zu einem peinlichen Zwischenfall.

Meghan und Organisatorin Kate Robertson hatten offensichtlich unterschiedliche Vorstellungen, wie ihre Begrüssung aussehen sollte. Während die Herzogin von Sussex zur Umarmung ausholte, setzte Robertson zum Knicks an. Die Frauen stiessen zusammen, und es kam zu einer etwas unglücklichen Szene: Kate Robertson fiel Meghan quasi ins Décolleté.


Diese Begrüssung von Herzogin Meghan ging ordentlich schief. (Video: Tamedia)

Selfies nicht erwünscht

Selfies mit Royal-Anhängern werden am Hof nicht gern gesehen. Eine Regel, die sich Meghan zumindest eine Zeit lang zu Herzen nahm, wie sie bei ihrem Besuch in Nottingham laut «Hello Magazine» gegenüber Fans deutlich machte: «Wir dürfen leider keine Selfies machen», bedauerte sie.

Eine Ausnahme gabs dann aber in Südafrika, als ihr Nikiwe Dlova, die Gründerin der Plattform «Own Ur Crown», einen neuen Filter auf Instagram zeigte. In dem bereits gelöschten Video, dass Express.co.uk vorlag, soll man die Herzogin sehen, wie sie in die Handykamera blickt und dazu einen Filter mit einer Krone auf dem Kopf ausprobiert. Man darf gespannt sein, ob Harry und Meghan ihre neu gewonnene Freiheit nun auch vermehrt für Selfies nutzen werden.

Keine öffentliche Liebe

Schon vor ihrer Hochzeit im Mai 2019 zeigten sich Prinz Harry und Herzogin Meghan in einer Sache besonders rebellisch: bei ihren öffentlichen Liebesbekundungen. Obwohl das königliche Protokoll dies ablehnt, hielt das Paar seit dem ersten gemeinsamen Auftritt bei einem Rollstuhl-Tennismatch, der im Rahmen der Invictus Games 2017 in Toronto stattfand, Händchen – und hat sie seither auch nicht mehr losgelassen.

Lediglich bei gemeinsamen Terminen mit der Queen verzichteten sie darauf. Meghan scheint diese Regel besonders schwerzufallen, suchte sie doch stets die Nähe ihres Mannes. Jeder soll sehen, wie sehr sich die beiden lieben – und das geht nun endlich ohne die königlichen Zwänge.

Queen befiehlt Nachtruhe

Das royale Leben bringt auch hinter den Palastmauern Einschränkungen mit sich. Eine davon hat Meghan sicher den Schlaf geraubt. Wie Sir Henry Williams, ein Privatsekretär der Queen, dem US-Sender Fox News in einem Interview verriet, bestimmt die Königin, wann man zu Bett gehen darf.

Vor allem für Harrys verstorbene Mutter Prinzessin Diana soll diese unausgesprochene Regel eine Qual gewesen sein. «Alle sassen eine Stunde lang gemeinsam im Wohnzimmer und betrieben Konversation, und niemand empfand es als richtig, vor der Queen ins Bett zu gehen», so Williams. Ob Herzogin Meghan ebenfalls darunter litt und wie streng die Vorgabe tatsächlich eingehalten wurde, ist nicht bekannt.

Katrin Ofner (30) ist ehemalige Royal-Expertin von 20 Minuten und lebt in Wien. 

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roland am 10.01.2020 08:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja, aber dann..

    Wenn Sie sich von Verpflichtungen befreien wollen, bitte. Dann gibt es auch keine Rechte mehr. Sie sollen behandelt werden wie jeder andere Mensch auch.

  • Waterpolo1s am 10.01.2020 07:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ... es ist ihr nicht unser Leben..!

    Ach bitte ... Lasst sie doch einfach ihr gewünschtes Leben leben! Punkt.

  • Sulj am 10.01.2020 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich verstehe die Beiden

    Nur jene die mit den Regeln der Royals involviert sind, äussern sich enttäuscht, alle andern fühlen mit Meghan und Harry und unterstützen ihre Aktion.

Die neusten Leser-Kommentare

  • A Pro am 10.01.2020 08:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Congratulation

    Ich habe volles Verständnis für die beiden. Dieser royale Humbug ist einfach nicht mehr zeitgemäss.

  • ZH am 10.01.2020 08:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sussex

    ...die frau hat soviel kaputt gemacht. männer können sich nicht durchsetzen nur frieden zu lieb.

  • E.H am 10.01.2020 08:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sussex Paar

    Das teahter leben und leben lassen

  • King of Queen am 10.01.2020 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    Meghan ist schuld

    Diese Entscheidung kommt ja ganz klar von Meghan.

  • Ruben am 10.01.2020 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so

    Sorry, in welchem Jahrhundert leben die anderen denn? Lasst doch Leute so leben, wie sie wollen und mischt euch nicht in deren Angelegenheiten an. Was kümmert es denn euch welche «Etiketten» sie befolgen und welche nicht? Einfach lächerlich. Wir schreiben das Jahr 2020 für die, die noch im 16. Jahrhundert rumhängen.