Film in Bosnien

14. Oktober 2010 16:13; Akt: 14.10.2010 16:13 Print

Drehverbot für Angelina Jolie

Für ihr Regiedebüt suchte sich Jolie ein derart heikles Thema aus, dass ihr nun von den bosnischen Behörden ein Drehverbot auferlegt wurde.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Film handelt von einer Liebesgeschichte zwischen einer muslimischen Bosnierin und einem serbischen Soldaten während des Bürgerkrieges. «Untitled Bosnian War Love Story» soll bereits 2011 in die Kinos kommen – sofern Jolie die Dreherlaubnis zurück erhält! Diese wurde ihr von den bosnischen Behörden nämlich entzogen. Die Schauspielerin wolle zwar eine Liebesgeschichte drehen, doch sie handle von einem bosnischen Opfer und einem serbischen Vergewaltiger – klagt die bosnische Presse an.

Vergewaltigungsopfer sind empört

Im April wurde Jolie in Bosnien mit offenen Armen empfangen, Kinder strahlen mit der schönen Schauspielerin um die Wette und ältere Damen drückten der 35-Jährigen die Hände. Doch das Blatt hat sich gewendet, Jolie ist inzwischen in Bosnien alles andere als willkommen. Mit der Geschichte ihres Films sorgt sie für Ärger. «Das ist eine irreführende Geschichte», sagt Bakira Hasecic, Sprecherin der bosnischen Vereinigung «Women victims of war» – «unter tausenden Aussagen von Zeuginnen gab es nicht eine einzige Frau, die von einer Liebesgeschichte zwischen einem Opfer und einem Vergewaltiger berichtet hätte.»

Was macht Jolie jetzt?

Jolie weilt derzeit in Budapest und wartet zusammen mit ihrem Göttergatten Brad Pitt auf die Drehbewilligung. Es besteht Hoffnung, dass sie diese erhält und ihren Debütfilm letzten Endes doch drehen darf. Kulturminister Gravilo Grahovac liess mitteilen, dass er erst das Drehbuch lesen wolle. Sofern es sich um eine «normale» Lovestory handle, erteile er der engagierten Schauspielerin und Neu-Regisseurin die Erlaubnis, ihren Film in Bosnien zu drehen.

(lsp)