Twitter und Websendung

07. März 2011 10:43; Akt: 07.03.2011 10:51 Print

Eine Million für die Charlie-Sheen-Show

Charlie Sheen könnte mit seinem Twitter-Account eine Million Dollar jährlich verdienen, obwohl er seine Texte nicht selbst schreibt. Und: Seine Internet-Show feierte Premiere.

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«Ich glaube nicht, dass wenn ich etwas unternehme, ich den normalen Weg einschlagen muss. Denn dieser wurde für normale Leute gemacht. Leute, die nicht speziell sind und kein Tigerblut oder Adonis-DNA besitzen.» «Ich bin bi-gewinnend! Ich gewinne hier und ich gewinne da. Und nun? Wenn ich bipolar wäre, gäbe es dann nicht solche Momente, in denen ich in einer Ecke zusammenbrechen müsste, so im Stil: 'Oh mein Gott! Meine Mutti ist an allem schuld!' Halts Maul! Stopp! Geh weiter!» «Die versuchen meine Familie zu zerstören. Und daran nehme ich grossen Anstoss. Niederlage ist keine Option. Die haben sich einen Streit mit einem Hexenmeister eingehandelt.» : «Ich habe es satt, so zu tun, als sei ich nicht speziell. Ich habe es satt, so zu tun, als wäre ich kein arschcooler Rockstar vom Mars. Leute können mich nicht einschätzen – das erwarte ich von ihnen gar nicht. Ihr könnt mich mit einem normalen Hirn gar nicht verarbeiten!» : «Tut mir leid, Mann. Ich habe die Magie. Ich habe Dichtung in meinen Fingerspitzen. Die meiste Zeit – sogar wenn ich ein Nickerchen mache – bin ich eine F-18. Und ich werde dich in der Luft zerstören. Ich werde meine Ordonnanz am Boden verteilen!» «Ich bin total auf Droge, und die heisst Charlie Sheen. Sie ist nicht auf dem Markt erhältlich, denn wenn du sie auch nur ein Mal probierst, stirbst du. Dein Gesicht wird abschmelzen und deine Kinder werden über deiner explodierten Leiche weinen.» «Ich feuere ein Mal zurück und diese verseuchte, kleine Made hält meine Kraft nicht aus und kann mit der Wahrheit nicht umgehen. Ich wünsch ihm nichts als Schmerz für seine albernen Reisen – insbesonders wenn diese in den Bereich meines Oktagons führen sollten. Ich habe diesen Regenwurm mit meinen Worten eindeutig besiegt – man stelle sich vor, was ich mit meinen feuerspuckenden Fäusten angestellt hätte!» «Super. Ich wollte mich eh mindestens 100 Parsecs von ihr entfernt aufhalten.» (Ein Parsec ist eine in der Astronomie gebräuchliche Längenmasseinheit und entspricht 30,856776, 1015 m) «Lasst mich Folgendes über meine Göttinnen sagen: Ich finde den Begriff ungenügend, doch wenn man durch irdische Beschreibungen gebunden ist, muss man sich für die nächstbeste Bezeichnung entscheiden. […] Was wir haben, ist eine Ehe der Herzen. Und diese Einheit mit einem schändlichen Vertrag zu besudeln, beschmutzen oder radikal geringzuschätzen, ist etwas, dass ich den Amateuren und den Bibelgrapschern überlasse.» «Nein, wird nicht passieren. Punkt. Ende. Ich blinzelte und ich heilte mein Hirn. 'Kann nicht' ist der Krebs von 'passiert'.» Inzwischen sind Charlie Sheens Kommentare etlichen Cartoons Pate gestanden ... ... selbst eine koreanische CGI-Version seiner Aussagen (analog zu der legendären Lindsay-Lohan-Berichterstattung) gibt es bereits.

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Charlie Sheen hat jetzt eine Internet-Show: Über 100 000 Zuschauer verfolgten die Premiere von «Sheen’s Corner» am 5. März auf dem Videoportal «UStream», doch der Erstling war offenbar kein Genuss. Der Schauspieler präsentierte ein «Winning»-Tattoo, nachdem sich das Wort zu seinem neuen Markenzeichen gemausert hat. 50 Minuten lang wurde vor allem gefaselt: «Was jetzt? Wir haben kein Material mehr», bemerkte der 45-Jährige während der Sendung selbst.

In der Internet-Show treten Freunde von Sheen und dessen «Göttin»Natalie Kenly auf. Im Beisein der Geliebten wendet sich «Onkel Charlie» auch direkt an seine Kinder: «Wenn ihr zuseht, sagt Mom, sie soll den Raum verlassen», sagte er. Und: «Daddy liebt euch.» Wenigstens bemerkte der gefallene «Two and a Half Men»-Star selbst, dass die erste Show ein Flop war: «Letzte Nacht war ein Verrat an der Bewegung. Mein Fehler», schrieb er und kündigte ein Entschuldigungsvideo in der nächsten Episode an.


Die erste Folge von «Sheen's Corner». Quelle: YouTube

Apropos Twitter: Der neue Account könnte Sheen jährlich Einnahmen von einer Million Dollar bescheren, spekuliert das «Wall Street Journal». Der Werbevermarkter «Ad.ly», der diverse Promi-Nachrichten im Angebot hat (20 Minuten Online berichtete), versucht jetzt, das Meistmögliche aus Sheens Mitteilungen herauszuholen. «Unser grösstes Problem ist, herauszufinden, was er wert ist. Alles, was er postet, wird zu einem Trend-Thema», rieb sich der Firmenchef Arnie Gullow-Singh verbal die Hände.

Wie das Geschäft läuft, zeigt er am Beispiel Kim Kardashian. Ein bezahlter Tweet sieht dann so aus: «Wenn doch jeder Urlaub so aufregend – und inklusive Johnny Depp wäre! Checkt den Trailer von The Tourist ab.» Gullow-Singh erklärte weiter: «Wir sagen: Nehmt nicht einen Promi, nehmt zehn. Startet nicht mit zwei Millionen Dollar, startet mit 50 000 oder 100 000. Lasst die Kampagne nicht sechs bis zwölf Monate laufen, sondern für einen bis 60 Tage. Ganz vereinfacht: Wir reduzieren das Risiko für beide Parteien.»

«Normalerweise schreibt er die Tweets nicht selbst»

Glaubt man dem Chefredaktor des US-Magazins «Radar», schreibt Sheen seine Tweets aber gar nicht selbst. «Ich verrate euch ein Geheimnis», sagte Dylan Howard in der TV-Sendung «Hollwood 411». «Normalerweise schreibt er die Tweets nicht selbst. Er hat einen – wie er sagt - `Tweet-Meister´.» Der Ghostwriter soll Bob Maron heissen und telefonisch von Sheen instruiert werden.

Höchstpersönlich jedoch versuchte der Darsteller jetzt den Eindruck zu verwischen, er sei antisemitisch (siehe Artikel «Alter Judenhass im neuen Promi-Gewand»). «Meine Mutter ist Jüdin. Hier wird es verwirrend: Wir wissen nicht, wer ihr Vater war», bekundete der Star in der Sendung «Access Hollywood Live». «Also schätze ich, dass das mich und meine Kinder auch zu Juden macht.»

(phi)