Jessica Landon

29. Juli 2019 09:07; Akt: 30.07.2019 09:09 Print

Ex-«Playboy»-Model trank 24 Stunden am Tag Wodka

Sie ist heute 37 Jahre alt, gesund und erwartet zusammen mit ihrem Partner ein Kind. Doch so glücklich wie jetzt war Jessica Landon nicht immer.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Damals dachte ich, dass ich meinen Traum leben würde. Ich kam nach Los Angeles, als ich 19 Jahre alt war», erzählt Jessica Landon in einem Interview mit der «Sun». Damals modelte die heute 37-Jährige und hing in der «Playboy»-Mansion herum.

Umfrage
Braucht es Warnungen auf alkoholischen Getränken?

Doch nach einem traumatischen Ereignis in ihrer Kindheit sei da immer eine Leere gewesen – und diese versuchte sie mit Alkohol zu füllen. Er liess sie den Schmerz vergessen. Landon trank meist heimlich und im Alter von 26 habe sie täglich fast 24 Stunden an der Wodkaflasche gehangen. «Irgendwann habe ich begonnen, regelmässig Blut zu erbrechen. Es war die Hölle.»

Not-OP nach fünf Tagen Entzug

Sie wurde obdachlos und hauste auf dem Dachboden eines Fremden. Eines Tages fiel sie über das Treppengeländer und verletzte sich schwer am Kopf. Die Folge war eine Hirnblutung, eine Seite ihres Körpers fing an, Lähmungserscheinungen zu zeigen. Im Spital konnte sie jedoch aufgrund ihres hohen Alkoholpegels nicht sofort operiert werden. Doch nach fünf Tagen auf Entzug und mehreren Anfällen wurde eine Not-OP unumgänglich. Sie wurde in eine Reha-Klinik eingeliefert und erholte sich «auf wundersame Weise», wie sie gegenüber dem Boulevardblatt sagt.

Nachdem sich Landon von dem Eingriff erholt hatte, lebte sie in der Wohnung eines Freundes – und wurde rückfällig. «Ich trank mich beinahe in den Tod. Da ich zu schwach zum Aufstehen war, lag ich in meinem eigenen Urin und Kot.» Die Säure der Ausscheidungen frassen ihr teilweise die Haut an den Hüften und am Steissbein weg und verursachten eine Infektion. Sie suchte Hilfe bei einem Ex-Freund, der sie erneut ins Spital brachte. Da begannen einige Organe bereits zu versagen.

«Es ist ein soziokulturelles Problem»

Über fünf Monate verbrachte sie in der Klinik und unterzog sich erneut einem Entzug, bevor sie mit ihren Eltern nach Hause konnte. Letztlich hatte der Schmerz ihrer Alkoholsucht die Euphorie gänzlich verdrängt. «Das war der Zeitpunkt, als das Umdenken stattfand», erinnert sich Landon. Der Prozess, bis sie sich vollkommen erholt hatte, war schmerzhaft und lang. Sie besuchte verschiedene spezialisierte Einrichtungen und ist mittlerweile seit fünf Jahren trocken.

Heute arbeitet sie selbst als Suchtberaterin, versucht mit ihrer Erfahrung Betroffenen mit Alkoholproblemen zu helfen und erwartet mit ihrem Partner ein Kind. Im Dezember soll es so weit sein. Auf ihre Vergangenheit sei sie nicht stolz, doch wolle sie mit dem offenen Umgang ihrer Geschichte aufrütteln. Los Angeles sei eben nicht einfach nur die glamouröse Welt, für die sie viele junge Mädchen hielten.

Den öffentlichen Umgang mit Alkohol prangert sie an. «Die Art und Weise, wie er überall beworben wird, sollte verboten oder zumindest eingeschränkt werden. Alkohol tötet jährlich mehr Menschen als alle anderen Drogen zusammen. Ich halte es für ein echtes soziokulturelles Problem.»


(dmo)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Herr Max Bünzli am 29.07.2019 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Hände weg !

    24 Stunden am Tag Wodka ist pures Gift !

    einklappen einklappen
  • Otoje am 29.07.2019 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    PTSD

    traumatische Erlebnisse als Kind, können sehr schwer verarbeitet werden. Oft dämmen sich die Betroffenen mit Drogen oder Alkohol, Kaufsucht etc. um den Schmerz zu unterdrücken. Leider keine Lösung, egal wer du bist und wie berühmt du auch sein magst, jeder braucht professionelle Hilfe diesen Schmerz zu akzeptieren. Habe von Kind auf auch ein PTSD und habe bis heute noch zu kämpfen. Viel Kraft an alle Betroffenen. Ich hoffe eines Tages, wird die Strafe gegenüber den Tätern so schlimm sein, dass gewisse ereignisse gar nicht geschehen können!

    einklappen einklappen
  • Nickole am 29.07.2019 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leben oder Tot ist deine Entscheidung

    In diesem Leben gibt es nur zwei möglichkeiten : Zum Leben kämpfen und weiter leben , oder alles aufgeben und sterben, das Leben gehört zu dir, also entscheidest du dich selber.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marco am 30.07.2019 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    Altbekannte Geschichte

    Leider haben viele dieser Bunnies eine solche Vergangenheit. Zu wenig Anerkennung als Mensch führt dazu, dass sie die einzige Anerkennung suchen, die sie bekommen können: die als wandelndes Lustobjekt das von Männern begehrt wird. Aber sinnfüllend ist das natürlich nicht.

  • Kris am 30.07.2019 13:51 Report Diesen Beitrag melden

    "Nein, es zählt als Selbstverantwortung.

    Natürlich, aber die Leute interessiert es nicht, was gesund für einen ist. Das beste Beispiel dafür sind die Warnungen/Bilder auf den Zigarettenverpackungen. Jeder muss erstmal selbst richtig auf die Schnauze fallen, um zu kapieren, dass Drogenkonsum im Übermass ungesund ist... Ein Bier am Abend, ein paar Shots am Silvester oder ab und zu einen rauchen ist okay, aber Leute die 24/7 abstürzen...

  • Normal am 30.07.2019 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    Hochmut

    Kommt bekanntlich vor dem Fall. Was heissen mag das wer das schnelle Geld sucht. Kann schnell auf die Schnauze fallen wenn er oder sie nicht aufpasst

  • Klara Wälti am 30.07.2019 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    Und wer interessiert sich für das?

    Alkoholiker, die den ganzen Tag saufen, liegen an fast jeder Strassenecke herum. Und sich im Mansion zu prostituieren ist auch keine Referenz.

  • Cleoflash am 29.07.2019 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles in Maßen

    Alle verteufeln hier den Alkohol. Wo bleiben die Weinkenner und Genießer, welche den Gaumenfreuden frönen, feines Essen mit passendem Tropfen kombinieren und dabei nicht außer Acht lassen, dass dann die Körperfunktionen wie bei großer Müdigkeit verbieten, ans Steuerrad zu sitzen oder bis zur Ohnmacht weiter zu trinken? Gibt es noch andere Menschen hier, die sich bewusst zuhause oder unter Freunden auch mal ein bisschen Alkohol gönnen ohne zu übertreiben? Menschen mit Problemen werden immer ein Suchtmittel finden, um zu flüchten. Ein Alkoholverbot wäre Bevormundung!