14. April 2005 11:52; Akt: 14.04.2005 12:03 Print

Fürst Rainier: Monarch soll neben Gracia Patricia ruhen

Mit Trauergeleit und Totenmesse nimmt Monaco am Freitag Abschied von Fürst Rainier III.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Rund 3000 geladene Gäste, neben ausländischen Staatsgästen zahlreiche gekrönte Häupter, werden zu den Beisetzungsfeierlichkeiten für den 81-jährigen Monarchen erwartet.

Rainiers Kinder - Thronfolger Albert II., Caroline und Stéphanie - erwarten neben der ehemaligen persischen Kaiserin Farah Diba auch König Albert II. von Belgien, das schwedische Königspaar und Königin Sonja von Norwegen.

Dagegen dürfte Carolines Mann, Prinz Ernst August von Hannover, der eine schwere Bauchspeicheldrüsen-Entzündung auskuriert, an den Trauerfeiern kaum teilnehmen können.

In den Morgenstunden werden sich die Trauergäste im Fürstenpalast von Monaco ein letztes Mal vor den sterblichen Überresten Rainiers verneigen, der in der vergangenen Woche nach langem Todeskampf einer Lungenentzündung erlegen war.

Totenmesse über der Bucht

Der Trauerzug soll sich dann zur neo-romanischen Kathedrale über der Bucht von Monaco in Bewegung setzen, in der 800 geladene Gäste gegen Mittag an der Totenmesse teilnehmen.

Rainier wird die letzte Ruhestätte an der Seite seiner Frau Gracia Patricia finden, der ehemaligen Schauspielerin Grace Kelly, die nach einem tragischen Autounfall im September 1982 in der Apsis der Kathedrale beigesetzt worden war.

Für den Abend ist ein Requiem in der Kathedrale angekündigt, an dem nur Einwohner Monacos teilnehmen können. Beigesetzt werden soll Rainier schliesslich am Freitagabend oder Samstagmorgen im engsten Familienkreis.

Rainier herrschte seit 1949 über den knapp zwei Quadratkilometer grossen Zwergstaat an der Côte d'Azur, den er zu einem Tummelplatz des Jet-Set, der Hochfinanz und des internationalen Tourismus ausbaute.

Blocher vertritt die Schweiz

Als ältester Monarch Europas wird der verstorbene Fürst von der britischen Königin Elizabeth II. abgelöst, die nicht zu den Trauerfeiern reist, sondern von ihrem Sohn Prinz Andrew vertreten wird. US-Präsident George W. Bush entsandte den früheren US-Marineminister John Lehman, die Schweiz Bundesrat Christoph Blocher.

Während der Trauerfeiern herrschen in dem Fürstentum strengste Sicherheitsvorkehrungen einschliesslich eines Überflugverbotes. Frankreich stellte zur Verstärkung der Sicherheitskräfte 1800 Polizisten ab. Auch der französische Präsident Jacques Chirac nimmt an den Feiern teil.

Für den 51-jährigen Ernst August von Hannover bestand am Mittwoch gute Hoffnung, dass er das Spital nach acht Tagen wieder verlassen könnte. Sein Gesundheitszustand entwickele sich günstig, verrieten behandelnde Mediziner.

Erst im Nachhinein war bekannt geworden, dass Caroline an den letzten Lebenstagen ihres Vaters auch noch um ihren dritten Ehemann fürchten musste, der in ernstem Zustand auf der Intensivstation lag.

Nach der Beisetzung Rainiers wird sein einziger Sohn als Albert II. den Grimaldi-Thron besteigen. Der 47-jährige leidenschaftliche Sportler ist Junggeselle und hat keine Kinder.

Seinem Monarchen gewährt Monaco «Repräsentationsausgaben» von jährlich umgerechnet rund 35 Millionen Franken, das private Erbe des verstorbenen Staatschefs wird auf etwa drei Milliarden Franken geschätzt. Im Fürstentum wurde eine dreimonatige Staatstrauer bis zum 6. Juli verhängt.

(sda)