Wurzeln der Revolution

24. Februar 2011 14:56; Akt: 24.02.2011 15:25 Print

Gaddafis wilde Promi-Partys mit US-Stars

von Philipp Dahm - Mariah Carey, Usher und Beyoncé liessen sich von den Gaddafis für wilde Partys buchen. Damit sind die Machthaber beim Volk in Ungnade gefallen.

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Libyen leidet unter demselben Problem wie alle nordafrikanischen Länder und Nahost-Staaten: Die Menschen dort haben deutlich mehr Kinder als die Europäer – und von den vielen Jugendlichen ist der Grossteil arbeitslos. Während Libyens Zukunft auf der Strasse versauerte, machte sich die Herrscherclique um «Revolutionsführer» Muammar al-Gaddafi ein schönes Leben. Unter anderem auch mit amerikanischem Glamour und Pop.

Eine Million Dollar für vier Lieder

Muatassim Gaddafi, einer der Söhne des Noch-Machthabers, tat sich dabei als besonders wildes Partytier hervor. Nachdem er laut «New York Times» Gelder aus der Öl-Förderung abgezweigt hatte, gab Muatassim die Petro-Dollar mit beiden Händen wieder aus. Silvester 2009 feierte er mit seiner Entourage auf der Karibikinsel St. Barts und liess extra dazu Sängerin Mariah Carey einfliegen, die vier Lieder trällerte. Der Lohn für die Diva: eine Million Dollar. Der Kontakt zur Amerikanerin soll über einen Kontaktmann zustande gekommen sein, der Jahre zuvor schon Sänger Lionel Richie engagierte, damit der auf der Hochzeit von Gaddafi-Tochter Aischa singt.

Im Folgejahr schmiss Mutassim erneut eine Riesen-Party, um auf der Trauminsel das neue Jahr zu feiern. Diesmal wurden Usher und Beyoncé engagiert, um dem Clan und seinen Günstlingen Silvester zu versüssen. Im Februar 2010 berichtete die US-Botschaft in Tripolis über die grosse Sause mit «angeblich massenhaften Alkoholmengen und einem millionenschweren Privatkonzert von Beyoncé, Usher und anderen Musikern».

Volk sauer wegen Alk-Sause

Doch die US-Stars, die den schmutzigen Lohn sang- und klanglos in die Tasche steckten, haben offenbar dazu beigetragen, das Regime in Bedrängnis zu bringen. Laut «Wikileaks»-Akten kam die Umtriebigkeit des Diktatorensohnes beim Volk gar nicht gut an: Mutassims «Zecherei und Extravaganz hat einige lokale Grössen verärgert, die seine Aktivitäten als pietätlos und peinlich für die Nation empfinden».

Jetzt stören sich nicht nur Libyer an dem Gebaren von Musikfreund Mutassim, auch die US-Medien greifen das Thema auf. Schon ist die Rede von «Blut-Geld», dass die Promis eingesteckt haben: Carey, Usher und Beyoncé könnten nun Gegenwind aus Ost und West bekommen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • UW.W am 24.02.2011 23:26 Report Diesen Beitrag melden

    Geld

    Wie heisst es so schön, Gelt regiert die welt.

  • ich sage Bravo am 24.02.2011 17:16 Report Diesen Beitrag melden

    bRAVO

    ganz nach dem Motto, wer Geld will, der bekommt es auch!

  • Roman Bolliger am 24.02.2011 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    "Künstlerische" Prostitution

    Es ist schon klar: Viele Pop"stars" sind geldgierig, dumm und politisch unbedarft. Wenn die Kasse genügend klingelt, verkauft man sich, prostituiertenähnlich, auch an Despoten. Offenbar gehören Mariah Carey, Usher und Beyoncé in diese Kategorie von "Künstlern".

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Die neusten Leser-Kommentare

  • UW.W am 24.02.2011 23:26 Report Diesen Beitrag melden

    Geld

    Wie heisst es so schön, Gelt regiert die welt.

  • ich sage Bravo am 24.02.2011 17:16 Report Diesen Beitrag melden

    bRAVO

    ganz nach dem Motto, wer Geld will, der bekommt es auch!

  • Roman Bolliger am 24.02.2011 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    "Künstlerische" Prostitution

    Es ist schon klar: Viele Pop"stars" sind geldgierig, dumm und politisch unbedarft. Wenn die Kasse genügend klingelt, verkauft man sich, prostituiertenähnlich, auch an Despoten. Offenbar gehören Mariah Carey, Usher und Beyoncé in diese Kategorie von "Künstlern".

    • Harry am 24.02.2011 16:21 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht nur Künstler

      Das ist nicht auf Künstler beschränkt. Auch Politiker und Industrielle gehören zur selben Sorte.

    • Samuel Manz am 24.02.2011 16:47 Report Diesen Beitrag melden

      Der Mensch ist käuflich

      Seien wir mal ehrlich... ...praktisch jeder ist käuflich und würde (beinahe) alles gegen genug Geld machen.

    • silvan stadelmann am 24.02.2011 16:49 Report Diesen Beitrag melden

      mal schauen

      Würde mich mal wunder nehmen ob Sie nicht auch für 1 Million Franken versuchen würden vier Lieder zu singen.. Jeder ist kaufbar, kommt nur drauf an für wie viel.

    • Alex am 24.02.2011 16:50 Report Diesen Beitrag melden

      soso

      Natürlich ist der Herr Bolliger so ein Ehrenmann, der natürlich so eine Million ausschlagen würde, wenn er dafür nicht hart arbeiten muss....

    • 2fresh4y'all am 24.02.2011 16:53 Report Diesen Beitrag melden

      moooment

      hört doch auf..!? Ihr tankt doch genauso bedenkenlos an den tamoil-tankstellen hierzulande > kein stück besser als die sogenannten promis..

    • Karin am 24.02.2011 17:45 Report Diesen Beitrag melden

      Es geht

      Mir wurden schon anderthalb Millionen angeboten für eine zwar legale, aber unseriöse Ansache. Der Anwalt stand bereits vor der Tür. Ich habe abgelehnt.

    • Thomas V. am 24.02.2011 18:10 Report Diesen Beitrag melden

      Ob reicher Popstar oder Herr Normalbürger ist ein

      Müsste ich für 1 Million 10 Jahre hart arbeiten, würde ich sicher auch schnell 4 Lieder für den Gaddafi singen. Hätte ich aber einen 2- oder 3-stelligen Millionenbetrag schon auf dem Konto, würde ich das ganz sicher nicht tun. Man kann also schon von einer gewissen Geldgier und Dummheit sprechen.

    • Mark am 24.02.2011 18:40 Report Diesen Beitrag melden

      Manager PFUI, Künstler HUI

      Seltsam. Wäre es ein Manager gewesen, dann würden hier alle fordern, dass er geteert und gefedert wird. Aber bei einem Musiker ist das ja was gaaaanz anderes. Da bringt man Verständnis auf und kann Kritik am Verhalten aber auch gar nicht verstehen, ist ja soo menschlich, was er/sie gemacht hat. HAHAHA..alles Heuchler..

    • Michel am 25.02.2011 14:39 Report Diesen Beitrag melden

      Aber ich dachte Künstler stehen da drüber

      Seltsam. Wäre es ein Manager gewesen, dann würden hier alle fordern, dass er geteert und gefedert wird. Aber bei einem Musiker ist das ja was gaaaanz anderes. Da bringt man Verständnis auf und kann Kritik am Verhalten aber auch gar nicht verstehen, ist ja soo menschlich, was er/sie gemacht hat. HAHAHA..alles Heuchler..

    • Sebastian Fuchs am 25.02.2011 18:06 Report Diesen Beitrag melden

      Künstler nicht gleich Manager

      Der Unterschied ist, dass die Künstler gebucht werden müssen und die Manager haben es selbst in der Hand. Ausserdem haben "Manager" auch von Gaddafi profitiert. Unter anderem mit viel schlimmeren dingen als singen. ;)

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