«Two and a Half Men»

18. März 2011 21:00; Akt: 18.03.2011 21:00 Print

Gegenwart wirr, Zukunft ungewiss

The Daily Sheen: Die linken Dinger werden im Rechtskrieg geklärt, während es von der Dollar-Front widersprüchliche Meldungen gibt. Und der Feind hat auch ein neues Gesicht.

Bildstrecke im Grossformat »

Auf dem Internet-Portal «Funny Or Die» präsentiert Charlie Sheen Anfang März 2011 erstmals seine eigene Kochsendung – die nicht ganz unerwarteterweise «Winning Recipes» heisst.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Interesse an Charlie Sheen scheint allmählich zu erlahmen… Obwohl die britische «Daily Mail» meldet, der New Yorker Auftritt des Schauspielers im Rahmen seiner kommenden Tournee sei innert einer halben Stunde ausverkauft gewesen, weiss die «New York Daily News», dass nach zwei Stunden noch Tickets zu haben waren. So oder so: Beides ist länger als die 18 Minuten, die es brauchte, um die Säle in Chicago und Detroit zu füllen.

Das nennst du winning?

Passend zum Tourthema «My Violent Torpedo of Truth» ist der Kommentar, den der US-Komiker Andrew Clay abgegeben hat. «Dice», so sein Spitzname, zog richtig vom Leder. «Niemand hat die Eier ihm zu sagen, wie abgefuckt er ist», redete er sich gegenüber der «New York Post» in Rage. «Lass mich dir eins sagen, Charlie. Ich war mal ein grosser Fan von dem, was du getan hast. Du hast in der Vergangenheit einige grossartige Filme gedreht. Du hattest die Chance, eine der grossartigsten Sitcoms des fucking Jahrhunderts zu machen. Und wenn du dann ins Fernsehen gehst und Scheiss-Drogen bewirbst, nennst du das `winning´ [bekannter Sheen-Ausspruch, d. Red.]?»

Und der «M.A.S.H.»-Darsteller hat gerade erst angefangen: «Du nennst das `winning´, wenn es einen fucking Sorgerechtsstreit gibt, dir deine Kinder weggenommen werden und du mit zwei fucking Pornodarstellerinnen zusammenlebst, die ich auf YouTube anschauen, mir dabei einen runterholen und dann auf den Aus-Knopf kommen kann? […] Ich bin es leid, die Charlie fucking Sheen Show anzuschauen. Du bist kein Rockstar, du bist kein Comic. Für mich bist du der grösste fucking Looser der Welt, okay? Hol dir Hilfe, du fucking brauchst sie.»


Andrew «Dice» Clay wird eigentlich auf den US-Komiker Gilbert Gottfried angesprochen, der sich mit Japan-Witzen diskreditierte. Doch die mediale Aufmerksamkeit liege bloss auf Charlie Sheen, wechselt er nach 60 Sekunden das Thema – und macht seinem Ärger über ihn Luft. Quelle: YouTube

Auch an der Rechtsfront ist es offenbar zu einem Grabenkrieg gekommen. Sheens Anwalt dementierte Gerüchte, der 45-Jährige könnte seine Klage gegen «Two and a Half Men»-Produzent Chuck Lorre zurückziehen. «Wir geben nicht nach», betonte Marty Singer gegenüber der «New York Daily News». Bis zum 23. März müssen sein Mandant und er alle erforderlichen Unterlagen beim zuständigen Gericht abgeben, will die US-Zeitung wissen.

Wie es mit «Men» weitergeht

Wie es mit der Hitserie weitergeht, steht weiter in den Sternen. Fest steht laut «Entertainment Weekly» nur, dass sich die Studiobosse noch mit keinem Kandidatennamen beschäftigt haben, die in den Medien kursieren. Einen Star wie Charlie Sheen einfach mit einem Star wie Rob Lowe oder dem auch gehandelten John Stamos zu ersetzen, sei zu einfach gedacht. Zumal Ersterer derzeit beim Dreh der Serie «Parks & Recreation» eingebunden ist und Letzterer sein Desinteresse bekundet hat.

«Das Heikle an der Show ist, dass sie sich hauptsächlich um das seltsame Paar mit einem Kind dreht», sagte ein Insider der Fachzeitschrift. «Wenn du etwas anderes als diese Art von Charakteren nimmst, ändert sich das Thema der Show. Und die ganzen Gründe für die Existenz der Show ändern sich und du musst erhebliche Grundlagenarbeit verrichten, um klarzumachen, was die Show ist. Erst dann sichtest du basierend auf dieser Idee [neue Darsteller].»

Das heisst also, dass sie alle kommenden Ersatzgerüchte für die Serie zumindest in den kommenden Tagen getrost als Rauschen im Blätterwald betrachten dürfen. Die Suche nach dem neuen Onkel dürfte dauern.

(phi)