Manuel Loewensberg

20. Juli 2009 12:00; Akt: 30.09.2009 15:34 Print

Gelingt dem «verlorenen Sohn» der Durchbruch?

Manuel Loewensberg ist der Öffentlichkeit vor allem als derjenige bekannt, der in Moritz Leuenberger erst als Zwölfjähriger seinen wahren Vater fand. Nun will sich der 34- Jährige mit einer Kino-Rolle einen Namen machen.

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Mit kleineren Engagements wie in dem Film «Tag am Meer » oder am Theater hat Manuel Loewensberg versucht, sich ins Bewusstsein des Schweizer Publikums zu spielen. Doch seine Familiengeschichte hängt ihm nach und überschattet bisher seine Ambitionen, sich durch seine Arbeit einen Namen zu machen.

Nun hat der «verlorene Sohn» von Bundespräsident Moritz Leuenberger einen Job an Land gezogen, der das ändern könnte: In einem Kinofilm über die Zürcher Velo-Legende Hugo Koblet übernimmt der 31-Jährige die Hauptrolle. Der 1964 tödlich verunfallte Ausnahmekönner Koblet gewann 1950 als erster Ausländer die Giro d’Italia und avancierte in der Schweiz zum Nationalheld.

Den Vater erst mit Zwölf kennen gelernt

Der Film von Regisseur Daniel von Aarburg ist ein Mix aus Doku und Drama, berichtet Loewensberg in einem Interview mit dem Radiosender «Radio 1» und gibt zu, dass ihn «der ganze Mythos rund um Koblet» einschüchtere. Der Radrennfahrer hatte sich durch seine Art den Beinamen «Pédaleur de Charme» erworben: Die Latte für den Schauspieler liegt also hoch. 2010 soll der Streifen dann in die hiesigen Kinos kommen.

Dass er der Sohn eines bekannten Politikers ist, weiss Manuel Loewensberg erst seit seinen Teenager-Tagen. «Ich lernte Moritz erst mit zwölf kennen», sagte der gebürtige Zürcher einst der «NZZ am Sonntag». Zuvor war er davon ausgegangen, dass Gerold Loewensberg, der damalige Partner seiner Mutter Gret sein Daddy sei. «Irgendwann haben sie es mir dann erzählt. Sie sagten: Es ist der Moritz, der vom Fernsehen.»

Leuenbergers Ex-Beziehungen

Das erste Treffen der beiden geschah rein zufällig. Dem heutigen Bundespräsidenten begegnete er, als dieser mit einem TV-Team unterwegs war. «Du bist doch der Moritz, gell?», habe er ihm zugerufen. Warum aber seine Mutter ihm jahrelang verschwieg, wer ihn wirklich gezeugt hatte, ist nach wie vor ein Rätsel. Ich habe kein Problem damit», sagte der Betroffene selbst dem «Blick». Mutter Gret ergänzte: «Es ist einfach so, dass Manuel zwei Väter hat. Das ist Teil seiner Geschichte.»

Leuenberger heiratete Gret Loewensberger schliesslich anno 2003. Für beide war es die zweite Eheschliessung. «Es gab frühere Ehen, frühere Beziehungen, zeitliche Überschneidungen. Viele Leute haben heute solche Lebensläufe. Jetzt leben wir allerdings schon sehr lange zusammen», sagte der SP-Mann nach der Hochzeit der «Schweizer Illustrierten» auf die Frage, seit wann er denn eigentlich mit seiner Braut zusammen sei. Manuel legte damals offenbar kein Veto gegenn seinen alten, neuen Vater ein. Auskunft Leuenberger: «Alle unsere drei Söhne haben sich sehr gefreut.»

(Philipp Dahm)