Prozessauftakt

30. Juli 2019 12:27; Akt: 30.07.2019 15:04 Print

Hat A$AP Rocky die Prügel-Videos bearbeitet?

Zum Prozessauftakt am Dienstag plädierte A$AP Rocky auf unschuldig. Der Staatsanwalt folgt der Argumentation des 30-Jährigen aber nicht: Rocky habe den Kläger angegriffen.

Vor einem Monat wurde Rapper A$AP Rocky nach einer Schlägerei festgenommen. Heute beginnt die Gerichtsverhandlung. (VIdeo: 20 Minuten/Instagram/Wibbitz)
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Knapp einen Monat nach der Inhaftierung des US-Rappers A$AP Rocky wegen einer Strassenschlägerei in Schweden hat sein Prozess vor einem Stockholmer Gericht begonnen. Der 30-jährige Musiker, der mit bürgerlichem Namen Rakim Mayers heisst, muss sich wegen Körperverletzung verantworten. Zum Prozessauftakt wies der Rapper den Vorwurf zurück.

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Der Musiker gibt zu, den Kläger zu Boden gestossen, auf seinen Arm getreten und ihm gegen die Schulter geschlagen zu haben, wie Mayers Anwalt Slobodan Jovicic am Dienstag zum Prozessauftakt sagte. Es handle sich jedoch nicht um Körperverletzung, sondern um einen Akt der «Selbstverteidigung und der Notwehr», da er von dem Kläger belästigt worden sei. Staatsanwalt Daniel Suneson folgt der Argumentation des 30-Jährigen aber nicht.

Suneson wirft Rocky vor, den Mann angegriffen zu haben

Zu Beginn der Anhörung warf der Staatsanwalt A$AP Rocky und seinen Begleitern vor, den Mann gemeinsam angegriffen zu haben. Sie hätten ihn geprügelt, getreten und mit einer Flasche auf ihn eingeschlagen. Neben Aufnahmen von einer Überwachungskamera und weiteren Videos zeigte Suneson Fotos von den Schnittwunden am Körper des 19-Jährigen.

Die auf A$AP Rockys Instagram-Konto veröffentlichten Videoaufnahmen, die Ausschnitte der Prügelei zeigen, seien zudem bearbeitet worden, sagte Suneson weiter. Zum Beweis verwies er unter anderem auf SMS zwischen Mitgliedern aus dem Team des Musikers, aus denen hervorgeht, dass das Video «ein bisschen zurechtgemacht» worden sei.

Ihm drohen bis zu zwei Jahre Haft

A$AP Rocky war am 30. Juni in Stockholm nach einem Konzert an einer Schlägerei beteiligt. Er wurde wenige Tage später festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Der Prozess ist auf drei Verhandlungstage angesetzt. Bei einem Schuldspruch drohen dem Rapper im Höchstfall zwei Jahre Haft und eine Geldstrafe.

Auch Rockys Mutter und ein Sondergesandter der US-Regierung sind anwesend

Neben A$AP Rockys Mutter Renee Black reiste auch ein Sondergesandter der US-Regierung, Robert C. O'Brian, für die Verhandlung an. «Der Präsident hat mich gebeten, hierhin zu kommen und diese amerikanischen Staatsbürger zu unterstützen, und wir arbeiten daran, sie so rasch wie möglich zurückzuholen», sagte O'Brian der Nachrichtenagentur AFP.

Weitere Kommentare lehnte er ab. Normalerweise berät der Anwalt mit Botschafterstatus die US-Regierung bei Geiselnahmen im Ausland.

#BoycottSweden

Der Vorfall sorgte vor allem in den USA für Aufsehen. A$AP-Rockys-Fans, Kollegen aus der Musikszene und Politiker bis hin zu US-Präsident Donald Trump setzten sich für den Rapper ein. Trump ging dabei auf Konfrontationskurs mit der schwedischen Regierung.

Diese wies wiederholt auf die Unabhängigkeit der schwedischen Justiz hin. Auf Twitter geht derzeit auch der Hashtag #boycottSweden um: A$AP-Supporter fordern damit dazu auf, schwedische Produkte und Marken zu boykottieren.

Die Ereignisse rund um die Schlägerei werden im Video oben nochmals erläutert.

(mim)