Verzweifelte Hausfrau

09. April 2019 05:24; Akt: 09.04.2019 08:30 Print

Felicity Huffman drohen zehn Monate Haft

«Desperate Housewives»-Darstellerin Felicity Huffman hat zugegeben, eine Universität bestochen zu haben. Ihr drohen bis zu zehn Monate Gefängnis.

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Hat sich schuldig bekannt: Felicity Huffman. (3. April 2019) Die US-Schauspielerin Felicity Huffman (56) wurde am Dienstag das erste Mal nach ihrer Verhaftung in einem Gerichtsgebäude in Los Angeles fotografiert. Der ehemalige «Desperate Housewives»-Star war zuvor am Dienstagmorgen von FBI-Agenten in ihrem Haus verhaftet worden. Ihr Ehemann William H. Macy (69) hat die vom Gericht geforderte Kaution in der Höhe von 250'000 Dollar bezahlt. Huffman ist nun wieder frei, darf bis zu ihrer Anhörung am 29. März in Boston aber das Land nicht verlassen. Auch Lori Loughlin (54) sollte am Dienstag verhaftet werden. Zu dem Zeitpunkt, als das FBI sie zu Hause festnehmen wollte, befand sie sich aber gerade bei einem Dreh im kanadischen Vancouver. Nach ihrer Rückkehr am Mittwoch hat sie sich nun freiwillig gestellt, berichtet TMZ.com. Lori Loughlin und Felicity Huffman wurden wegen mutmasslicher Bestechung bei Hochschulzulassungen in den USA zusammen mit mehr als 30 wohlhabenden Eltern unter Anklage gestellt. Im Bild: Lori Loughlin mit Tochter Olivia Jade Giannulli, die ... ... auch erfolgreiche Influencerin mit über drei Millionen Abonnenten auf Instagram und Youtube ist. Hier posiert sie mit ihrer Schwester Isabella, die ebenfalls in den Betrugsskandal verwickelt ist. Olivia Jades Social-Media-Karriere dürfte jetzt einen argen Dämpfer erleiden. Die 56-jährige Huffman ist bekannt aus der TV-Serie «Desperate Housewives» ... ... Loughlin aus den TV-Serien «Full House» und «Fuller House», wobei Letztere derzeit auf Netflix zu sehen ist. Beide Schauspielerinnen wurden Berichten zufolge festgenommen und sollten am Dienstag vor Gericht erscheinen. Über das Korruptionsnetzwerk soll den Angaben zufolge im Laufe der Jahre eine Summe von insgesamt etwa 25 Millionen Dollar geflossen sein. 50 mutmassliche Täterinnen und Täter sollen involviert sein. Durch «Bestechung und andere Formen des Betrugs» hätten die Betroffenen versucht, die Annahme ihre Kinder zu erwirken, heisst es in der Anklage. Betroffen seien unter anderem die Universitäten Stanford ... ... Georgetown in Washington ... ... UCLA in Kalifornien ... ... Yale in Connecticut, die University of Texas sowie die University of Southern California. Teils sollten die Kinder der Angeklagten unabhängig von ihren sportlichen Leistungen als Sport-Stipendiaten angenommen werden, in anderen Fällen sollte es Hilfe bei Aufnahmeprüfungen geben. Schauspielerin Huffman soll laut Anklage 15'000 Dollar Schmiergeld gezahlt haben, um zu erreichen, dass Antworten ihrer ältesten Tochter beim landesweiten Einstufungstest SAT nachträglich aufgebessert werden.

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Im Bestechungsskandal an US-Eliteuniversitäten hat sich die Schauspielerin Felicity Huffman schuldig bekannt. Die «Desperate Housewives»-Darstellerin räumte nach Justizangaben vom Montag ein, 15'000 Dollar gezahlt zu haben, damit ihre älteste Tochter bei einem Aufnahmetest bessere Noten bekommt.

Theoretisch könnte die 56-Jährige zu bis zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt werden. Die Zeitung «Boston Globe» schrieb aber, im Gegenzug für ihr Schuldeingeständnis dürfte Huffman mit einer milden Strafe rechnen. Demnach soll der Strafrahmen auf zwischen vier und zehn Monaten Haft angesetzt werden. Die Staatsanwaltschaft will dabei auf eine Strafe im «unteren Bereich» dieses Strafrahmens plädieren.

In einer vom «Boston Globe» veröffentlichten Stellungnahme erklärte Huffman, sie «schäme» sich, ihrer Tochter, ihrer Familie, ihren Freunden, ihren Kollegen und dem Bildungssystem «Schmerz» bereitet zu haben. Sie wolle sich insbesondere bei den Studenten entschuldigen, «die jeden Tag hart arbeiten, um an einer Hochschule aufgenommen zu werden».

Tochter wusste nichts

Ihre Tochter habe nichts von dem Bestechungsgeld gewusst, beteuerte die Schauspielerin. Sie habe ihrer Tochter helfen wollen, sie aber letztlich «betrogen».

Der Skandal war Mitte März bekannt geworden: Dutzende wohlhabende Eltern, darunter Prominente wie Huffman und ihre Schauspieler-Kollegin Lori Loughlin, sollen Bestechungsgelder gezahlt haben, damit ihre Kinder an Elite-Hochschulen aufgenommen werden. Betroffen sind unter anderem die Eliteuni Yale, die Georgetown University in Washington und die kalifornische Universität Stanford.

Nach Angaben der Justiz des Bundesstaates Massachusetts vom Montag haben sich neben Huffman auch rund ein Dutzend weiterer Eltern schuldig bekannt.

(chk/afp)