20. April 2005 23:41; Akt: 20.04.2005 22:44 Print

Ist David Brandes nicht der Trickser?

CD-Aufkäufe seien in der Branche üblich. Das sei professionelles Musikmanagement, kontert David Brandes im Chart-Skandal.

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Der Erwerb von eigenen Produktionen gehört laut Brandes zu einer völlig üblichen Vorgehensweise in der Musikbranche. Brandes ist gar überzeugt, dass er seinen Künstlern einen klaren Wettbewerbsnachteil verschaffen würde, täte er es nicht.

Ist das wirklich so abwegig? Unter Freaks gelten CD-Aufkäufe längst als offenes Geheimnis. Auch Brandes-Künstlerin Gracia kannte das Gerücht seit Jahren. Es gibt gar Stimmen, die behaupten, dass sich schon grosse Labels an Manipulationen versuchten. «Das ist ganz sicher nicht üblich», sagt dagegen Alexandra Steinegger von der Kontrollkommission der Schweizer Charts. Und Produzent Chris von Rohr schmunzelt: «Vielleicht in den verunreinigten Staaten oder in Rostock, aber sicher nicht in good ol’ sleeping Switzerland. Früher schickte man Mütter und Grossmütter los, um ein paar LPs zu kaufen. Ich kenne aber bis anhin kein Beispiel von Managern oder Produzenten, die CDs en gros als Drinkunterlage hamsterten, ausgenommen die CH-Band Steam Train vor einigen Jahren. Die ganze Hitparadenzusammensetzung hierzulande ist ein manipulierter Joke.»

Gestern hat der TV-Sender NDR Brandes übrigens von der persönlichen Teilnahme in Kiew ausgeschlossen. Und SF DRS löste den Vertrag mit Brandes’ Firma Bros Music.

Barbara Siegrist