29. April 2005 09:03; Akt: 29.04.2005 09:09 Print

Jackson - der «wunderbare Vater»

Michael Jacksons Exfrau Debbie Rowe hat am zweiten Tag ihrer Vernehmung als Zeugin der Anklage den Popstar als «grossartige Person und wunderbaren Vater» bezeichnet.

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Wie schon tags zuvor fielen auch am Donnerstag einige ihrer Aussagen im Missbrauchsprozess gegen Jackson im kalifornischen Santa Maria anders aus als von den Anklägern erwartet.

Die positiven Aussagen über Jackson veranlassten dessen Verteidiger Thomas Mesereau am Donnerstagvormittag, überraschend einen Antrag zurückzunehmen, Rowes Aussagen zu streichen. Auf die Frage des Verteidigers, ob sie ihren Exmann immer noch als Freund betrachte, sagte sie ja, fügte aber hinzu: «Wenn er nur mit mir reden würde.» Einige von Jacksons Mitarbeitern bezeichnete Rowe als «Geier», die ihn nur ausnutzten. Sie bestätigte frühere Bemerkungen, wonach sie der Ansicht sei, Jackson sei leicht zu manipulieren.

Im Gegensatz zu einer Ankündigung der Staatsanwaltschaft hatte Rowe am Mittwoch ausgesagt, sie sei nicht dazu gezwungen worden, sich in einem Video-Interview positiv über Jackson zu äussern. Der 46-jährige Jackson ist angeklagt, einen heute 15-jährigen Jungen 2003 mit Alkohol gefügig gemacht und missbraucht zu haben.

Nach Ansicht der Anklage hatte Jackson die Familie des Jungen und auch seine frühere Frau gezwungen, sich in Videoaufnahmen lobend über ihn zu äussern. Damit, so heisst es, sollte einer für den Popstar ungünstigen Fernsehdokumentation begegnet werden, in der Jackson angegeben hatte, er lasse Kinder in seinem Bett schlafen.

Rowe ist Mutter von zwei Kindern Jacksons. Sie sagte aus, Jackson habe sie im Februar 2003 angerufen und gebeten, an einem Interview teilzunehmen, das den in der Fernsehdokumentation erweckten negativen Eindruck korrigieren solle. Jackson habe gesagt, die Dokumentation enthalte lauter Lügen. Sie selbst habe die Dokumentation nicht gesehen. Sie habe nur gewusst, dass alles, was darin über Jackson vorgebracht worden sei, ihm und den Kindern schade.

Die Frau berichtete, vor dem Interview sei ihr zwar eine Liste mit Fragen vorgelegt worden; sie habe diese aber nicht angesehen. Rowe sagte, das Interview habe neun Stunden gedauert. Sie erklärte ferner, sie habe bei dem Interview nicht immer die Wahrheit gesagt, könne sich aber nicht erinnern, welche ihrer Darstellungen unwahr gewesen seien. Auf eine Frage des stellvertretenden Bezirksstaatsanwalts Ron Zonen, was sie nach dem Interview erwartet habe, sagte Rowe unter Tränen: «Mit den Kindern wieder vereint zu sein und die Bekanntschaft mit ihrem Dad zu erneuern.» Vor einem Familiengericht in Los Angeles wird eine Klage Rowes wegen des Rechts zum Besuchen ihrer Kinder verhandelt. Sie berichtete, gemäss dem Scheidungsurteil solle sie die Kinder alle 45 Tage für acht Stunden sehen dürfen. Häufig seien die Treffen aber nicht zu Stande gekommen, weil Jackson mit ihnen auf Reisen gewesen sei.

Rowe war als Krankenschwester bei einem von Jacksons Schönheitschirurgen beschäftigt. 1996 heiratete sie den Popstar, drei Jahre später wurde die Ehe wieder geschieden. Jackson hat ein weiteres Kind, Prince Michael II. In der Öffentlichkeit ist nicht bekannt, wer dessen Mutter ist.

(ap)