13. April 2005 12:19; Akt: 13.04.2005 13:36 Print

Jackson: Bestechungsversuch?

Der Stiefvater des Hauptbelastungszeugen im Prozess gegen Michael Jackson hat vor Gericht ausgesagt, ein Mitarbeiter des Popstars habe der Familie ein Haus und die Finanzierung einer College-Ausbildung angeboten.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Als er nach Geld gefragt habe, sei ihm Erpressung vorgeworfen worden, sagte der Mann am Dienstag im Zeugenstand. Sein Stiefsohn habe sich nach seinem letztem Aufenthalt auf Jacksons Neverland Ranch im Februar 2003 eigenartig verhalten. Laut Anklage soll Jackson den damals 13-Jährigen sexuell missbraucht haben.

Der Stiefvater des mutmasslichen Opfers erwähnte in seiner Aussage mehrere Anrufe, die die Mutter des Jungen von Jacksons Neverland Ranch aus führte. Sie habe «bekümmert und verstört» geklungen. «Sie sagte, dass sie ihre Kinder nicht sehen durfte und dass sie beim Verlassen von Neverland einen Aufpasser hatte», sagte der Zeuge. Die Staatsanwaltschaft wirft Jackson vor, die Familie zur Mitwirkung an einem Video gezwungen zu haben, um einen für ihn belastenden BBC-Bericht zu widerlegen. In dem Dokumentarfilm hatte der Popstar eingeräumt, mit Kindern das Bett zu teilen. Jacksons Mitarbeiter drehten anschliessend eine Art Gegendarstellung.

Er habe Jacksons Mitarbeiter Frank Tyson gefragt, was die Familie für ihre Mitwirkung an dem Video erhalte. Tyson habe erwidert: «Wir bieten Schutz.» Auf seine Nachfrage hin, vor wem die Familie denn geschützt werden solle, habe er keine Antwort erhalten.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs habe Tyson angeboten, der Familie ein Haus zu kaufen und die Kosten für die College-Ausbildung seines Stiefsohns zu übernehmen. Er habe dies abgelehnt und um Geld gebeten. Daraufhin habe Tyson gefragt: «Versuchen Sie, uns zu erpressen?» Allerdings sei ihm völlig unklar gewesen, womit er Jackson hätte erpressen können, sagte der Zeuge weiter.

(ap)