Dritter Prozesstag

30. September 2011 09:47; Akt: 30.09.2011 11:01 Print

Jacksons Bodyguard belastet Murray

Schwere Vorwürfe gegen Jackos Leibarzt: Bodyguard Alberto Alvarez sagte aus, er habe zuerst Medikamente wegschaffen müssen, bevor er den Notarzt rufen durfte.

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Das Strafmass für den bereits schuldige gesprochenen Conrad Murray beträgt vier Jahre. Am wird das Urteil gefällt. Conrad Murray, Jacksons ehemaliger Leibarzt, wird der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen. : Im Prozess gegen den Leibarzt des verstorbenen Popstars Michael Jackson beraten die Geschworenen über ein Urteil. Gemäss dem Gutachter Paul White könnte Popstar Michael Jackson sich die tödliche Dosis Propofol selber verabreicht haben. Damit wird der Angeklagte Leibarzt Conrad Murray entlastet. Viele Jacko-Fans glauben jedoch fest an die Schuld des Arztes und protestierten auch am 28. Oktober vor dem Gerichtsgebäude gegen den «Dr.Death». Zuvor sprachen im Prozess viele Indizien gegen Murray: Am 21. Oktober 2011 wurden die Zeugen geladen. Die Verteidiger des wegen fahrlässiger Tötung angeklagten Herzspezialisten Conrad Murray griffen die Aussage des renommierten Anästhesisten Steven Shafer (l.) an. Shafer hatte zu Protokoll gegeben, Murray habe seinem Patienten eine tödliche Menge des Narkosemittels Propofol intravenös verabreicht - etwas was, Verteidigungs-Chef Ed Chernoff (l.) freilich bestreitet. Die Aussage von Alon Steinberg am 12. Oktober belastet Murray zusätzlich: Der Herzspezialist sagte, Michael Jackson wäre noch am Leben, wenn Murray rechtzeitig die Sanitäter gerufen hätte. Am 11. Oktober 2011 wird der Jury das wohl letzte Bild des toten King of Pop vorgelegt. Der Gerichtsmediziner Dr. Christopher Rogers (mit Staatsanwalt David Walgren r.) zweifelt derweil die Version der Verteidigung an, wonach sich Jackson die tödliche Überdosis Propofol selbst verabreicht haben soll. Langsam wird es eng für den früheren Leibarzt Dr. Conrad Murray (l.) und sein Verteidiger J. Michael Flanagan. Diverse medizinische Gutachten werden präsentiert ... ... Obduktionsberichte ... ... Polizeinotizen ... ... ... Infusions-Spritzen ... ... genaue Berechnungen zum Mageninhalt Jackos ... ... und immer wieder: ... ... Fotos ... ... aus der Neverland-Ranch ... ... vom Zeitpunkt des Todes von Michael Jackson. Polizeidetektiv Scott Smith sagt aus ... ... während sich Richter Michael E. Pastor fragt ... ... weshalb das Datum auf dem Obduktionsfoto falsch sei. Der Prozess gegen Michael Jacksons früheren Leibarzt wurde in Los Angeles am 27. September eröffnet. Der Herzspezialist Conrad Murray ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Im Falle eines Schuldspruchs drohen dem 58-jährigen Mediziner bis zu vier Jahre Haft. Am vierten Prozesstag sagte der Rettungssanitäter Richard Senneff vor Gericht aus. Senneff wirft Jacksons Leibarzt Verschleierung vor: Murray habe nie gesagt, dass er seinem Patienten das Anästhetikum Propofol gegeben habe. Ein weiterer Sanitäter, Martin Blount, bestätigte Senneffs Einschätzung, Jackson sei kurz nach der Ankunft der Rettungskräfte gestorben. Ausserdem erklärte Blount, er habe beobachtet, wie Murray die auf dem Boden liegenden Flaschen Licodain griff und in eine schwarze Tasche warf. Am dritten Prozesstag führte Staatsanwalt David Walgren ein Fläschchen Propofol als Beweisstück vor. Eine Überdosis des Betäubungsmittels soll zum Tod von Jackson geführt haben. Jacksons Bodyguard Alberto Alvarez sagte aus, Murray habe ihn angewiesen, einen Infusionsbeutel mit einer Kochsalzlösung in einer Tüte zu verstauen. Alvarez fügte hinzu, er habe zunächst angenommen, er solle die Gegenstände verpacken, weil Jackson ins Krankenhaus gebracht werde. Auch Kai Chase, die persönliche Köchin des King of Pop musste vor Gericht aussagen. Richter Michael Pastor wird das Urteil im Prozess fällen. Im Gerichtssaal wurde ein Bild gezeigt von Micheal Jacksons Holmby Hills Schlafzimmer. Jacksons Geschwister Randy und Janet Jackson bei ihrer Ankunft am Gericht ... ... und auch La Toya Jackson verfolgt den Prozess. Auf Plakaten und mit lauten Rufen forderten Jackson-Fans «Gerechtigkeit für Michael» ... ... und wünschten Jacksons Leibarzt nichts Gutes. Am 7. Oktober wurde Murrays Aussage bei der Polizei vor Gericht erstmals öffentlich abgespielt.

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Im Prozess um den Tod von US-Popstar Michael Jacksons hat ein weiterer Zeuge den angeklagten Leibarzt Conrad Murray belastet. Der Bodyguard Alberto Alvarez sagte am Donnerstag aus, Murray habe ihn aufgefordert, noch vor dem Eintreffen des Notarztes Medikamente wegzuräumen.

Darunter sei auch ein Fläschchen mit milchfarbener Flüssigkeit gewesen. Staatsanwalt David Walgren erklärte, dabei habe es sich um Propofol gehandelt. Jackson war im Juni 2009 an einer Überdosis des starken Betäubungsmittels gestorben.

Notarzt zu spät gerufen

Alvarez fügte hinzu, er habe zunächst angenommen, er solle die Gegenstände verpacken, weil Jackson ins Krankenhaus gebracht werde. Als er das Zimmer des angemieteten Hauses in Los Angeles betreten habe, seien Jacksons Augen offen gewesen und dem Sänger sei ein Katheter gelegt worden. Die Anklage versucht nachzuweisen, dass Murray zu spät einen Notarzt herbeirief.

Alvarez sagte, Murray habe mehrere Ampullen genommen und ihn aufgefordert, diese in eine Tüte zu tun. Auch einen Infusionsbeutel mit einer Kochsalzlösung habe er in einer Tüte verstauen müssen - am Boden dieses Beutels sei die Flasche mit der milchigen Flüssigkeit gewesen. Erst dann habe er auf Anweisung von Murray den Notarzt angerufen, sagte Alvarez.

Am Abend vor seinem Tod wirkte Jacko «sehr fröhlich»

Murray ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt, bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu vier Jahre Haft.

Die Staatsanwaltschaft wirft Murray vor, Jackson eine Überdosis des Betäubungsmittels Propofol gegeben und ihn dann vernachlässigt zu haben. Murrays Anwälte argumentieren dagegen, der unter Schlafstörungen leidende Sänger habe sich selbst einen tödlichen Cocktail aus Propofol und dem Beruhigungsmittel Lorazepam verabreicht.

Zu Beginn seiner Aussage gab Alvarez an, bei einer Probe am Abend vor seinem Tod habe der Sänger «sehr fröhlich» gewirkt. «Ich kann mich erinnern, dass er guter Laune war», sagte der Zeuge.

(sda/ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Natalie Weber am 29.09.2011 08:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die wahrheit weiss nur Jacko und der Arzt

    Da wird man wohl nie herausfinden was wircklich passiert ist. Das wird wohl ein ewiges geheimnis bleiben, schade.

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  • rio reiser am 30.09.2011 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    verwerflich

    mich machts unheimlich traurig, dass durch vorgezogenen interessen der tod von jemandem in kauf genommen wird. der arzt wollte sein ethisches fehl verhalten unter den tisch kehren. und scheinbar war das nicht der einzige arzt im leben von herr jackson welche seine finanzen in den vordergrund geschoben hat. sonst hätte er nicht so ausgesehen wie er am schluss ausgesehen hat. da haben sich einige eine goldene nase an ihm verdient.

  • Steny am 30.09.2011 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe 20 Minuten

    Michael Jackson mochte es nie, wenn mann Ihn Jacko nannte. Wenigstens nach dem Tod könntet Ihr seinen richtigen Namen schreiben, MICHAEL JACKSON

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Die neusten Leser-Kommentare

  • rio reiser am 30.09.2011 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    verwerflich

    mich machts unheimlich traurig, dass durch vorgezogenen interessen der tod von jemandem in kauf genommen wird. der arzt wollte sein ethisches fehl verhalten unter den tisch kehren. und scheinbar war das nicht der einzige arzt im leben von herr jackson welche seine finanzen in den vordergrund geschoben hat. sonst hätte er nicht so ausgesehen wie er am schluss ausgesehen hat. da haben sich einige eine goldene nase an ihm verdient.

  • Steny am 30.09.2011 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe 20 Minuten

    Michael Jackson mochte es nie, wenn mann Ihn Jacko nannte. Wenigstens nach dem Tod könntet Ihr seinen richtigen Namen schreiben, MICHAEL JACKSON

    • Beni am 30.09.2011 10:55 Report Diesen Beitrag melden

      Danke!!!

      Barbara Walters interview mit MJ im 1997: "Yeah Wacko Jacko - where did that come from? Some english tabloid. I have a heart and I have feelings. I feel that when you so that to me. It's not nice. Don't do it. I'm not a wacko,I'm Jackson!"

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  • Natalie Weber am 29.09.2011 08:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die wahrheit weiss nur Jacko und der Arzt

    Da wird man wohl nie herausfinden was wircklich passiert ist. Das wird wohl ein ewiges geheimnis bleiben, schade.

    • Jens Liedtke am 30.09.2011 18:09 Report Diesen Beitrag melden

      Und selbst wenn...

      ...was würde das noch ändern?

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  • Who Knows CPR am 29.09.2011 06:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Otto N.

    Dass er fragt ob jemand CPR kann, ist ja wohl normal. Es ist gut sich regelmässig abzuwechseln (machen wir auch im spital). Ausserdem könte er gleichzeitig einenen venösen zugang legen und medis aufziehen, wenn er das material dabei hat.

  • Nick am 29.09.2011 05:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genug gepfuscht und gelogen

    Wieviele süchtige auf dieser Welt bekommen Medis ohne Probleme, wieviele Menschen sterben weil sie eine unkorrekte diagnose bekommen??warum reagiert sein personal assistant und andere erst jetzt bei den Behörden undman hat seine schlampereien jahrelang geduldet? Definitiv hat er zuwenig Strafe bekommen und es holt Michael nicht zurück, aber ich glaube es geht um viel Geld, sonst wäre dieser Arzt schon lange weg gewesen.