26. April 2005 13:26; Akt: 26.04.2005 13:43 Print

Jacksons Ex soll gegen ihn aussagen

Die Anklage im Kindesmissbrauchsprozess gegen Michael Jackson darf die Mutter von zweien seiner Kinder als Zeugin laden.

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Richter Rodney Melville gab am Montag einem entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft statt, die eine Aussage von Debbie Rowe erreichen wollte. Rowe ist die Mutter von Jacksons Kindern Paris und Prince Michael.

Staatsanwalt Ron Zonen hatte zuvor erklärt, die Anklagevertretung wolle Rowe zu einem Videofilm befragen, in dem sie sich lobend über Jackson äusserte. Dies sei ungefähr zur selben Zeit geschehen, als sich auch die Familie des Hauptbelastungszeugen gegen Jackson lobend über den Popstar als Vaterfigur geäussert hatte.

Nach Auffassung der Anklage hatte Jackson damals Rowe und die Familie bedrängt, für ihn entlastende Äusserungen nach einer für ihn ungünstigen Fernsehdokumentation zu machen. Rowe und die Familie hätten vorformulierte Erklärungen abgegeben.

In beiden Fällen seien die Kinder als «Faustpfand» eingesetzt worden, um die Mütter zu günstigen Äusserungen über Jackson zu bewegen. Rowe sei gesagt worden, sie riskiere, das Besuchsrecht für ihre Kinder zu verlieren, wenn sie sich nicht kooperativ zeige.

Ein Anwalt der Verteidigung, Robert Sanger, wies dies zurück. Es habe keine vorformulierten Texte gegeben. Die Aussage der Mutter des Hauptbelastungszeugen in der vergangenen Woche, ihre Video-Aussagen seien nicht spontan gewesen, bezeichnete er als grotesk. Eine Aussage von Rowe habe für den Fall keine Bedeutung, erklärte die Verteidigung.

Unterdessen schied einer der Anwälte Jacksons, Brian Oxman, am Montag aus dem Team der Verteidigung aus. Eine Begründung wurde nicht genannt.

Staatsanwalt Zonen enthüllte im Gerichtssaal, dass Rowes Elternrechte wiederhergestellt worden seien. Rowe hatte darauf verzichtet, sie dann aber wiederzuerlangen versucht. Zonen zufolge läuft bei einem Familiengericht in Los Angeles ein Verfahren, mit dem Rowe Besuche bei ihren Kindern erzwingen will.

Der frühere Jackson-Beschäftigte Kassim Abdool sagte am Montag aus, er habe Jackson und einen Jungen, der später in einer aussergerichtlichen Einigung mehrere Millionen Dollar von dem Popsänger erhielt, beim Verlassen eines Whirlpools beobachtet. Ihre Badekleidung habe beieinander auf dem Boden gelegen, und der mit einem Handtuch bekleidete Jackson habe den Jungen, der einen Bademantel trug, huckepack getragen. Abdool gehörte zu einer Gruppe von ehemaligen Mitarbeitern Jackson, die 1997 einen Kündigungsprozess gegen den Popstar verloren und Schadenersatz zahlen mussten.

Der 46-jährige Jackson ist angeklagt, einen heute 15-jährigen Jungen 2003 mit Alkohol gefügig gemacht und sexuell misshandelt zu haben. Die Verhandlungen vor Gericht laufen seit Ende Februar. Die Anklage will ihre Beweisaufnahme in dieser Woche abschliessen.

(ap)