Jameela Jamil

15. Mai 2019 09:22; Akt: 15.05.2019 11:18 Print

«Die Abtreibung war die beste Entscheidung»

Jameela Jamil verrät, dass sie einen Schwangerschaftsabbruch hatte. Und erklärt im Zuge der Abtreibungsdebatte im US-Bundesstaat Georgia, warum das «die beste Entscheidung» war.

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Die britische Schauspielerin und Aktivistin Jameela Jamil enthüllte in einem Twitter-Statement, dass sie als junge Frau eine Abtreibung hatte. Es sei die beste Entscheidung gewesen, die sie je getroffen habe. Grund für dieses öffentliche Geständnis ihres Schwangerschaftsabbruches ist die momentane politische Lage im US-Bundesstaat Georgia: Am Montag wurden dort Abtreibungen ab dem ersten hörbaren Herzschlag des Fötus verboten, was meistens ab der fünften ... ... Schwangerschaftswoche der Fall ist. Jamil zeigt sich als Gegnerin der neuen Bestimmung, sie findet die neue Vorschrift «erschütternd und unmenschlich». Auf Twitter berichtet die Schauspielerin schon öfter von persönlichen Erlebnissen: zum Beispiel von ihren Erfahrungen mit Männern, denen sie eine Abfuhr erteilte. Die Reaktionen: herabwürdigend, manchmal sogar handgreiflich. Wie Jamil berichtet, schlug ein Mann ihr ins Gesicht, nachdem sie kein Interesse an ihm geäussert hatte. Die Britin war Englischlehrerin, bevor sie als TV-Host arbeitete. Danach moderierte sie als erste Frau die Chartshow auf BBC Radio 1. Seit 2016 spielt Jameela Jamil in der Serie «The Good Place» die Rolle der Tahani Al-Jamil. Im März 2018 lancierte sie den Insta-Account «I Weigh». Die Schauspielerin setzt sich auf Instagram für mehr Echtheit ein und plädiert dafür, dass Frauen nicht weiter über ihren Körper definiert werden. Mit ihrem Account «I Weigh» will sie zeigen, was wirklich zählen sollte – nicht die äusseren, sondern die inneren Werte. Jamil fordert, dass Frauen nicht auf ihr Aussehen reduziert werden und Influencer und Celebs für die Diät-Shakes und Nahrungsergänzungsmittel, die sie promoten, Verantwortung übernehmen. Auslöser dafür war ein Bild, auf dem das Körpergewicht der Frauen des Kardashian-Jenner-Clans verglichen wurde. Für ihr aktivistisches Engagement wurde sie vom «Stylist Magazine» zur Woman of the Year 2019 gekürt. Nach dem Erfolg ihres «I Weigh»-Accounts gibt es davon mittlerweile eine Insta-Talkshow. Zuletzt war Sam Smith (26) bei den «I Weigh Interviews» zu Gast.

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«Ich hatte eine Abtreibung, als ich jung war. Und es war die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe. Für mich sowie für das Baby, das ich nicht wollte», verriet die englische Schauspielerin und Aktivistin Jameela Jamil (33) Anfang Woche auf Twitter. Emotional sowie auch finanziell sei sie damals noch nicht bereit für ein Kind gewesen.

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Grund für dieses öffentliche Geständnis ihres Schwangerschaftsabbruchs ist die momentane politische Lage im US-Bundesstaat Georgia: Am Montag wurden dort Abtreibungen ab dem ersten hörbaren Herzschlag des Fötus verboten, was meistens ab der fünften Schwangerschaftswoche der Fall ist.

Somit kommt das neue Gesetz einem totalen Verbot für Abtreibungen gleich, da viele Frauen eine Schwangerschaft erst später bemerken.

Sie findet die sogenannte Heartbeat Bill «erschütternd»

Jamil zeigt sich als klare Gegnerin dieser neuen Bestimmungen: «Das Anti-Abtreibungs-Gesetz in Georgia ist erschütternd und unmenschlich. Es ist eine Missachtung unserer Rechte, Körper, mentalen Gesundheit und eine Bestrafung für Vergewaltigungsopfer.»

Sie habe aber auch andere Bedenken: «Mit diesem neuen Gesetz werden viel mehr Kinder in Pflegeheimen landen. Viele Leben werden dadurch ruiniert.» Sie habe grosse Ehrfurcht vor Leuten, die Pflegekinder bei sich aufnähmen, jedoch könne «es schwierig werden, solche Kinder gerecht unterzubringen, wenn plötzlich ein viel grösserer Andrang für Pflegefamilien besteht».

«Benachteiligung von ärmeren Gesellschaftsschichten»

Auch stelle das Gesetz eine Benachteiligung deren dar, die unfähig seien, den Staat zu verlassen: «Frauen aus Randgruppen und aus armen Verhältnissen werden am meisten unter den neuen Vorschriften leiden.»

«Viele haben keine Möglichkeit, Georgia zugunsten einer legalen Abtreibung zu verlassen.» Die Wohlhabenden hätten somit – einmal mehr – viel mehr Freiheiten.

(mim)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • semikolon am 15.05.2019 10:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die beste Entscheidung?

    Zwar bin ich auch der Meinung, dass eine Frau selbst entscheiden sollte, ob sie eine Schwangerschaft abbrechen möchte, dennoch finde ich es ein bisschen befremdlich, das als "die beste Entscheidung meines Lebens" zu bezeichnen.

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  • P.Freddy am 15.05.2019 11:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was denkt ihr über das Kriterium?

    Natürlich wünscht man sich im Allgemeinen keine Abtreibung, jedoch ist es in einigen Situationen notwenig (z.B. bei Vergewaltigungen, etc.) die Möglichkeit zu haben, selbst zu entscheiden.. Absurd finde ich das Herzschlagkriterium, da eher die neuronale Entwicklung eine Rolle spielen sollte (das macht uns Menschen ja aus). Daher auch die 3 Monate, da 1. Frauen die Möglichkeit haben, die Schwangerschaft zu bemerken und 2. weil das Gehirn in Bezug auf die Entwicklung (noch) nicht von einer Katze zu unterscheiden ist. Kurz: Wer es ethisch nicht machen möchte/kann muss nicht, und wer es machen möchte/muss kann es tun.

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  • Tamara am 15.05.2019 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Völlig in Ordnung

    Warum auch nicht?Gut,dass wir die Möglichkeit haben.Ich wurde mit 20 schwanger (trotz Spirale),befand mich mitten im Studium,war gerade 2 Monate mit meinem Partner zusammen und einfach absolut nicht bereit.Ich möchte grundsätzlich keine Kinder.Ich fand das Ganze eigentlich recht ok,hatte weder körperliche noch psychische Beschwerden,der Vorgang in der CH ist denkbar einfach.Kann nicht verstehen,wer sich heute noch GEGEN Abtreibung ausspricht (dass dies natürlich nur die absolute Notlösung sein soll,ist für mich an dieser Stelle selbstverständlich).

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Melon am 15.05.2019 18:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sucht die Schuld bei euch selbst

    Bei einer Vergewaltigung bin ich absoluter Befürworter. Was den Rest angeht, selber verantwortlich, also schaut das es erst gar nicht so weit kommt! Hab's auch geschafft bin 28. War bis jetzt auch noch nicht bereit für ein Kind (mental & finanziell). Für alle die jetzt sagen es sei auch eine Geldsache - selbst dann wisst ihr es gibt x andere Wege! Ansonsten tragt die Konsequenzen ist schliesslich euer Schicksal!

  • Mimi20 am 15.05.2019 18:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beratung ist das A und O

    Grundsätzlich sollen Frauen die Möglichkeit haben, Abzutreiben, ohne Bedingungen (nur bei Vergewaltigung etc.). Viel wichtiger sollte eine ausführliche Beratung und Aufzeigen von Alternativen sein. Bei meiner Abtreibung gab es kaum therapeutische Unterstützung oder Beratung. Ich war 16, zerrüttetes Familienverhältnis, Drogen, on-offf-Beziehung, mitten in der Lehre. Klar war es besser für mich so, konkrete Vorschläge für eine andere Lösung erhielt ich aber von niemandem. Evt. hätte ich mit mehr Unterstützung anders entschieden. Auch wenn ich es heute nicht bereue.

  • Philoswiss am 15.05.2019 18:25 Report Diesen Beitrag melden

    Mir kommts hoch...

    "Ich hab mich nicht wohl gefühlt und finanziel passte es auch gerade nicht, also hab ich beschlossen ein Menschenleben zu beenden nachdem ich mich verantwortungslos verhalten habe" Wie währe es stattdessen Verantwortung für seine Dummheiten zu übernehmen? Eigene DNA, eigener Herzschlag, ja für mich ist das ein Mensch. Wenn eine schwangere Frau ermordet wird gilt es auch als Doppelmord.

  • Mami am 15.05.2019 17:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit!

    Wer denkt bereit genug zu sein um Geschlächtsverkehr zu haben und nicht intelligent genug ist um zu verhüten, der sollte auf jeden Fall die Verantwortung für das Ergebnis tragen! Alles andere ist eine ver..mmte Frechheit!

  • Vater am 15.05.2019 16:41 Report Diesen Beitrag melden

    Unverständliche Aussage

    Es gibt durchaus Fälle, die eine Abtreibung legitim, notwendig, verständlich etc. machen. Eine Aussage - von einer Frau wohlverstanden (!) - zu hören, dass dies die beste Entscheidung ihres Lebens war, kann ich weder wirklich glauben noch verstehen...