Johnny Depp vs. Amber Heard

27. Februar 2020 21:24; Akt: 27.02.2020 21:24 Print

Er wollte sie «verbrennen und ertränken»

An der Anhörung vor dem Prozess gegen die Zeitung «The Sun» war Johnny Depp persönlich anwesend. Dabei wurden belastende Textnachrichten vorgelesen.

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Johnny Depp (56) war am Mittwoch persönlich am obersten Gerichtshof in London für die Anhörung vor dem Prozess gegen «The Sun» und ihren Chefredaktor anwesend. Er zeigte sich in blauem Anzug und mit dunkler Sonnenbrille. Depp klagte die englische Boulevardzeitung an, 2018 einen rufschädigenden Artikel veröffentlicht zu haben. In diesem wurde behauptet, Depp habe seine damalige Ehefrau geschlagen und körperlich auf verschiedenste Arten misshandelt. Im Artikel wurde ausserdem die Besetzung Depps im Film «Fantastic Beasts: The Crimes of Grindelwald» kritisiert. Während der Anhörung wurden mehr als 70'000 Nachrichten offengelegt, einige davon belasten den Schauspieler sehr. Depp schickte zum Beispiel dem 48-jährigen «Avangers»-Star Paul Bettany eine Nachricht, in der er schockierende Aussagen über die «Aquaman»-Schauspielerin machte. Andere Nachrichten, die im Gericht vorgelesen wurden, sollen die Alkohol- und Drogensucht des 56-Jährigen aufzeigen. Diese Nachrichten nimmt der Anwalt von «The Sun» als Beweis dafür, dass die Vorwürfe gegen Depp der Wahrheit entsprechen. Ausserdem hatte Heard dem «Pirates of the Carribean»-Star bereits zwei Jahre vor der Veröffentlichung des betreffenden Artikels öffentlich häusliche Gewalt vorgeworfen. Die Audiodatei, in der die Schauspielerin zugibt, Johnny Depp geschlagen zu haben, nehmen wiederum die Anwälte des Schauspielers als Indiz dafür, dass Amber lügt. «Herr Depp ist sich dessen hundertprozentig sicher.» Anfang Februar gelangte die Audiodatei ins Netz. Darin gibt Heard zu, Depp geschlagen zu haben. Einerseits ist auf den Tapes zu vernehmen, dass die Gewalt von beiden Seiten ausging, andererseits sagt Amber, dass man Depp sowieso nicht glauben würde, ein Opfer von Misshandlungen zu sein. Nachdem Amber Heard in der Audioaufnahme einer Paartherapiesitzung zugegeben hat, Johnny Depp geschlagen zu haben, trendete auf Twitter der Hashtag #JusticeForJohnnyDepp. Im April 2019 hatte die Ex-Frau von Johnny Depp Details darüber publik gemacht, wie er sie misshandelt habe. Er habe mit Flaschen nach ihr geworfen, ihr Haare ausgerissen und sie auch einmal gewürgt. Depp leugnet all dies. Seit Januar 2017 sind die beiden geschieden. Seither läuft ein erbitterter Streit zwischen ihnen. Laut Heard wurde es besonders schlimm, als Depp Alkohol und Drogen konsumierte. Johnny Depp erzählt in der britischen «GQ» offen, wie es ihm in den letzten drei, vier Jahren ergangen ist. Er spricht über seine rechtlichen und finanziellen Probleme, seine Filmrollen, seinen Bezug zu Hollywood und schliesslich auch über die Vorwürfe des körperlichen Missbrauchs seiner Ex-Frau Amber Heard (32). Es handle sich bei den Vorwürfen hauptsächlich um Lügen. Er werde gegen Ambers Anschuldigungen «nie aufhören zu kämpfen», sagte er weiter. «Jemandem schaden, den man liebt? Wie eine Art Mobber? Nein, das würde ich nie tun, das klingt nicht nach mir. Anfangs habe ich einfach den Mund gehalten. Ich lege mich mit niemandem an. Sag, was du sagen musst, und meine Anwälte werden sich um den Rest kümmern. Ich bin nie rausgegangen und habe nie über den Scheiss gesprochen.» «Dieser abscheuliche, verdammte Zirkus. Leute verklagen mich bei jeder Gelegenheit. Ich weiss und akzeptiere, dass ich nie Aschenputtel sein werde. Aber es fühlte sich an, als hätte ich mich innert kürzester Zeit vom Aschenputtel in Quasimodo verwandelt. Ich konnte förmlich fühlen, dass die Leute ... ... mich wegen der Vorwürfe anders sehen. Dann fingen sie an, Dinge in Zeitschriften zu schreiben: ‹Er ist verrückt.› Weisst du, lächerliches Zeug. Aber das Einzige, was ich tun konnte, war, bei meiner Wahrheit zu bleiben. Letztendlich wird die Wahrheit herauskommen, und ich werde auf der richtigen Seite stehen. Ich kenne die Wahrheit.» «Ich bin mir sicher, dass es meinem 14-jährigen Sohn nicht leichtgefallen ist, zur Schule zu gehen. Mit all den Leuten, die sagen: ‹Hey, schau dir dieses Magazin an, Mann. Dein Vater verprügelt Frauen.› Warum musste er das durchmachen? Warum musste auch meine Tochter so was durchmachen?» Nachdem die Vorwürfe gegen Depp laut geworden waren, verlor er seine Rolle bei «Pirates of the Caribbean».

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Johnny Depp (56) war am Mittwoch persönlich für die Vorabanhörung in seinem Prozess gegen «The Sun» in London anwesend. Er verklagt die englische Zeitung und deren Chefredaktor wegen eines 2018 veröffentlichten Artikels, in dem er als der «Aggressor» in der Ehe mit Amber Heard (33) dargestellt wurde.

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Während der Anhörung wurden laut «The Sun» Textnachrichten von Depp vorgelesen, die zeigen sollen, dass die Zeitung keine Falschinformationen verbreitete.

«Ich werde ihren verbrannten Körper ficken, um sicherzugehen, dass sie tot ist»

Diese Nachricht ging an den britischen Schauspieler Paul Bettany (48): «Lass uns Amber verbrennen. Bevor wir sie verbrennen, ertränken wir sie! Ich werde ihren verbrannten Körper ficken, um sicherzugehen, dass sie tot ist.»

Gegensätzliche Aussagen

Dem Anwalt der Zeitung zeigen die Nachrichten laut «The Sun» auf, dass Amber genug Gründe dafür gehabt habe, um ihr Leben zu fürchten, zumal Heard dem «Pirates of the Carribean»-Star bereits zwei Jahre vor der Veröffentlichung des betreffenden Artikels öffentlich häusliche Gewalt vorgeworfen hatte.

Johnny Depps Anwalt erklärte laut dem «Mirror» in der Anhörung dem obersten Richter von England: «Eine von beiden Personen lügt, die andere sagt die Wahrheit. Wir sagen, es ist Frau Heard (die lügt), und Herr Depp ist sich dessen hundertprozentig sicher.» Das eigentliche Verfahren soll am 23. März beginnen.

Depp und Heard lernten sich 2011 kennen und heirateten 2015. Ein Jahr später forderte Heard eine einstweilige Verfügung gegen Depp und bezichtigte ihn der häuslichen Gewalt, was er bis heute abstreitet. Anfang Februar 2020 veröffentlichte die «Daily Mail» eine Audiodatei, in der Heard zugibt, ihren Ex-Mann geschlagen zu haben.

(kro)