Revision

07. Oktober 2010 18:42; Akt: 07.10.2010 18:42 Print

Kevin Russell soll länger sitzen

«Böhse Onkelz»-Sänger Kevin Russell muss nun vorerst doch nicht in Haft - das Urteil ist nicht rechtskräftig: Die Staatsanwaltschaft will eine härtere Strafe.

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Böhse-Onkelz-Sänger Kevin Russell verantwortet sich am 24. September 2010 nicht gerne vor Gericht für ein angebliches Fahrerflucht-Delikt.

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Der 46-jährige Sänger der Rockband Böhse Onkelz war am 4. Oktober vom Landgericht Frankfurt zu mehr als zwei Jahren Haft verurteilt worden, doch wie jetzt bekannt wurde scheint das Urteil nicht rechtskräftig zu sein. Berichten der 'dpa' und 'Express.de' zufolge, habe Behördensprecherin Doris Möller-Scheu heute, 7. Oktober, mitgeteilt, dass die Staatsanwaltschaft beim Bundesgerichtshof Revision gegen das Urteil eingelegt habe. Russell war ursprünglich der Strassenverkehrsgefährdung und Unfallflucht angeklagt worden, nachdem er mit einem tragischen Verkehrsunfall am Silvesterabend 2009 in Verbindung gebracht worden war.

Damals soll er unter dem Einfluss von Drogen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 230km/h auf der Autobahn Wiesbaden-Frankfurt unterwegs gewesen sein und einen schweren Unfall verursacht haben, bei dem zwei junge Männer nur knapp dem Tode entrinnen konnten und auch heute noch unter den Verletzungen von damals leiden. Den Grund für die eingelegte Revision bringt Möller-Scheu direkt auf den Punkt: «Das Strafmass erscheint uns zu niedrig.»

Russells Anwalt kündigte derweil an, Berufung einzulegen, wollte sich jedoch bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht weiter äussern. Bei der Verhandlung am Montag hatte der Vorsitzende Richter Klaus Eckhardt erklärt: «Die einzige Ursache für diesen Unfall waren fahrerisches Versagen dieses Fahrers.»

(bang)