Sexuelle Nötigung

11. Oktober 2018 18:46; Akt: 11.10.2018 18:46 Print

Klage gegen Weinstein teilweise fallen gelassen

Teilsieg für Harvey Weinstein vor dem Gericht in New York. Die Vorwürfe der früheren Schauspielerin Lucia Evans wurden fallen gelassen.

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Der wegen Vergewaltigung angeklagte Ex-Filmproduzent Harvey Weinstein hat in seinem bevorstehenden Strafprozess einen Teilerfolg errungen. Die Staatsanwaltschaft liess einen der sechs Anklagepunkte gegen den 66-Jährigen fallen. Dabei geht es um Vorwürfe der früheren Schauspielerin Lucia Evans. Die Klage auf Grundlage der Vorwürfe von zwei weiteren Frauen hat aber weiterhin Bestand.

«Kurz gesagt fahren wir mit voller Kraft voraus», sagte Staatsanwältin Joan Illuzzi bei der Gerichtsanhörung am Donnerstag. Evans hatte Weinstein in einem Beitrag des «New Yorker» vor einem Jahr beschuldigt, sie 2004 bei einem Arbeitstreffen in seinem Büro zum Oralsex gezwungen zu haben.

Klage auf wackligeren Füssen

Nun tauchte eine schriftliche Stellungnahme von Evans auf, die darauf hindeutet, dass der Sex der beiden einvernehmlich stattfand. Der «New York Post» zufolge hatte Evans' früherer Arbeitgeber das Dokument auf einem Firmencomputer gefunden und an die Staatsanwaltschaft gegeben.

Die Klage steht damit auf wackligeren Füssen als zuvor. Der Schritt sage aber nichts über Weinsteins Schuld oder Unschuld aus, teilte Evans' Anwältin Carrie Goldberg mit. Der Staatsanwaltschaft warf sie vor, den Fall schlecht zu handhaben. Weinsteins Anwalt Benjamin Brafman sagte, Evans habe die Grand Jury angelogen, die Anklage gegen den Produzenten erhoben hatte.

Weinstein erschien im Gericht erneut im dunklen Anzug und anders als zuvor ohne Handschellen. Er wirkte zufrieden. Die nächste Anhörung ist für den 20. Dezember angesetzt. Einen Termin für einen möglichen Prozessbeginn gibt es noch nicht. Weinstein hat auf nicht schuldig plädiert. Bei einer Verurteilung droht ihm im schlimmsten Fall eine lebenslange Haftstrafe.

(fur/sda)